16.05.2010

Verloren

Frau Pitt und ihr Plan ()

Das erste, was sie nach dem Aufwachen wahrnahm, war der fürchterliche Gestank nach Destillation. Da wurde ihr bewusst, dass sie auf der Intensiv-Station im Krankenhaus lag.
Von der Narkose war sie noch leicht gedämmt, doch langsam erinnerte sie sich an alles.
An den Drehort im nachgebauten Wald, die beängstigte Rolle, die sie spielte, den bösartigen Mann, das echte scharfe Messer…
Als sie sich an den Messerstich erinnerte, spürte sie sogleich einen stechenden Schmerz am Bauch.

Panik stieg in ihr auf. Beunruhigt versuchte sie sich aufrecht zu halten, doch sofort verkrampfte sie vor Schmerzen. „Ganz ruhig Frau Pitt“. Sie schaute hoch und sah eine Krankenschwester, die sie wieder ins Bett zurück drängte. „Sie haben eine tiefe Wunde an der rechten Bauchseite. Die Operation ist gut gelaufen, doch brauchen sie sehr viel Bettruhe. Ihr Körper ist noch sehr schwach und es braucht seine Zeit. Also nicht bewegen“, ermahnte sie sie streng. Bevor die Krankenschwester  gehen wollte, sagte sie: „Und der Täter, der ihnen das angetan hat, wird vernommen. Der Mann wird seine gerechte Strafe bekommen. Also keine Sorge.“ Und dann war sie auch schon weg.

Sie atmete erleichtert tief ein und aus und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Nicht, weil es ihr wieder besser gehen würde und sie keinen großen körperlichen Schaden davon getragen hat. Sondern, weil niemand sie verdächtigte!
Vor dem Drehtag hatte sie sich die schlimmsten Sachen ausgedacht. Dass sie nach dem Aufwachen im Krankenhaus von Polizisten umzingelt wurde und eine Erklärung schuldig war. Doch ihre Ängste hatten sich nicht bestätigt und ihr Plan war aufgegangen.

Er hatte es verdient in dieser ausweglosen Situation zu stecken. Am Ende wird alles rauskommen. Dann wird er endlich einsehen müssen, dass es nicht richtig war, für was er sein Geld ausgab. Er war selber schuld, wenn er mit seinem verdienten Geld nicht umgehen konnte.
Was er wohl in der Vernehmung sagen würde? Dass sie das Plastikmesser und das echte Messer miteinander vertauscht hat, um am Ende selbst verletzt zu werden? Keiner würde ihm diese Geschichte abkaufen. Sie war schlau genug keine Fingerabdrücke an beiden Messern zu hinterlassen.






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