16.09.2008

Seelenschmerz

24. Dezember 2007 ()

Liebe Finchen,

danke für deinen letzten Brief.
Es tut mir leid, dass ich erst jetzt schreibe. Anfangs als ich deinen Brief erhalten habe, war ich mir nicht sicher, ob ich ihn lesen möchte. Ich hatte zuviel angst davor, dass du mir sagen würdest, dass du nichts mehr mit mir zu tun haben wolltest und ich hätte dich verstanden.

Ich habe den Prozess meines Vater mit verfolgt, man sagte mir zwar ich solle es nicht tun, aber ich wollte unbedingt verstehen. In der Zeitung stand, dass gegen ihn wegen Mordes ermittelt werden sollte, weil er deine Großmutter umgebracht hat.
Aber es sind Akten aufgetaucht, die zeigten, dass deine Eltern bei diesem Autounfall damals, kurz bevor du zu Frau Grubman gekommen bist, garnicht gestorben wären, hätte der Mitfahrer, der auf dem Rücksitz gesessen hatte, sie nicht eingeschlossen als der Wagen angefangen hatte zu brennen.
Dieser Mitfahrer war mein Vater... er hatte vor der Polizei ausgesagt, dass er sich nicht erinnern konnte, wie er aus dem Wagen kam, nur, dass er neben der Straße und dem Autofrack wieder zu sich kam, als der Wagen schon lichterloh brannte.
Aber bei ihm wurde der Autoschlüssel gefunden.
Man hatte die Klage fallen lassen, weil es keine Beweise dafür gab, dass er die Grubmans eingeschlossen hatte.
Aber dann tauchte eben diese Akte auf.Sie enthielt ein Telefonat, das an einer Polizeizentrale aufgenommen wurde. Eine Frau rief panisch an und versuchte dem Polizisten klar zu machen, was geschah. Neben ihr schrie ein Mann zu einer dritten Person, sie sollen die Türe öffnen, aber diese schien nicht zu reagieren. Es kam nie dazu, dass die Frau sagte, wo sie war und wo sich der Unfall zugetragen hatte. Erst einige Stunden später, als man die Rauchwolken sah, wurde die Polizei aufmerksam.

Deine Großmutter, hatte doch diesen Freund, der bei der Polizei arbeitete, erinnerst du dich?
Sie war doch einmal mit ihm Kaffee trinken, als ich bei dir übernachtet habe. Ich glaube, sie hat die Wahrheit gewusst und hat meinen Vater gestellt.

Du fragst dich sicher, warum ich dir das schreibe, genau das! Nun, weil ich glaube, dass du da wo du jetzt bist nichts erfährst, was mit dem ganzen hier zu tun hat. Aber es ist wichtig, dass du weißt was um dich herum geschieht, weil du dich sonst verloren fühlst und ich will nicht, dass du dich verloren fühlst, denn dann geht es mir genauso.

Aber worauf ich hinauswollte, ist, dass deine Großmutter, wenn sie etwas wusste es sicher in ihr Tagebuch geschrieben hat, sie schrieb doch immer alles auf.
Hast du es noch?

In der Zeitung wird spekuliert, dass wenn man keine Handfesten Beweise für ein Motiv findet, könne man meinen Vater.... diesen abscheulichen Mann.... nur wegen Todschlags verurteilen und das ist in meinen Augen nicht die richtige Strafe für ihn.

Kannst du mir bitte das Tagebuch schicken? Ich brauche es für mein Gewissen, ich will verstehen, was das Motiv meines Vaters war und dann will ich es an das Gericht schicken, so dass diese einen Beweis für das Motiv meines Vaters haben.

Finchen, wenn du reden möchtest ruf mich an. Ich bin immer für dich da. Und wenn du nicht reden kannst, schreib mir und ich werde antworten.

Ich hab dich lieb,

Leona


P.S.: Alles Liebe zum Geburtstag Weihnachtskind und frohes Fest.






Literatur News

Social Media

Letzte Einträge

Mein Werk eintragen!

- neu - bearbeitet

Gsf Buchtipp



Rezension

Aktionen / Gewinnspiele



Mein Gewinnspiel starten

Worthupferl


Mehr Worthupferl? Klick!
nach oben