18.11.2009

Känguruzirkus

Das ist die Chance! ()

In der folgenden Nacht schlief er schlecht. Die verdammte Pritsche in seinem Wohnwagen war zu kurz, zu schmal und zu hart. Aber was tat man nicht alles für seine Träume. Als das bleierne Morgenlicht den Wohnwagen allmählich erhellte, raffte er sich auf. Setzte einen Topf mit Wasser auf den Gaskocher, machte die Fensterluken auf, um die frische Morgenluft hereinzulassen und fing an, sich zu rasieren. "So wird das nix, Chef!“ Fast hätte er seinen Rasierapparat in das provisorische Waschbecken fallen lassen. Wer außer ihm war schon zu dieser frühen Morgenstunde auf dem Zirkusgelände? Instinktiv drehte er sich zur Wohnwagentür um. Die war zu! Hatte er sich das eingebildet? War es schon so weit mit ihm gekommen? Er hatte deutlich gehört, dass jemand... Was war das?! Durch das nur angelehnte Klappfenster schaute ein Kängurukopf herein. „Harald! Bist Du das?“, jetzt fiel ihm doch der Rasierapparat aus der Hand. Er starrte in die listigen Augen des Känguru-Rudelführers Harald. Der starrte zurück und wiederholte mit knorziger Stimme: „So kann das nix werden.“ „Du kannst sprechen?“ „Klar kann ich das,“ antwortete Harald, „ich bin doch nicht blöd“. „Aber Du bist ein Känguru!“ „Ja und? Schon vergessen? Ich bin ein Zirkuskänguru und damit unterscheide ich mich von meinen Kollegen im australischem Busch. Du solltest das eigentlich wissen, immerhin willst Du ordentlich Kohle mit uns machen“. „Können die andern etwa auch...“ Harald ließ ihn gar nicht ausreden: „Klar, alle. Die meisten von denen haben allerdings einen kleinen Sprachfehler. Lizzy, meine Frau, Du weißt die kühle Blondfellige, die lispelt. Und Berti kann das K nicht aussprechen.“ Werner hörte seinem Oberkänguru mit offenem Mund zu. Mein Gott, das war ja..., das wäre ja....., verdammt, das war die Sensation! Genau das, was er brauchte, um mehr als drei Zuschauer, davon zwei mit Freikarten, in seine Show zu locken. „Harald, Du bist ein Geschenk des Himmels!“ „Meine Rede, Chef. Lassen wir den Kinderkram mit Fußballspielen und dem Trampolin. Das lockt doch keinen hinter dem Ofen hervor. Probier mit der Horde ein Stück von Shakespeare oder irgendeinem anderen ollen Poeten ein und Du wirst sehen, die Kasse klingelt. Aber so was von!“






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Das ist die Chance! ()

Kommentar von bruno:
(26.04.2011 um 13:31 Uhr)

Endlich geht die Geschichte weiter. Ich habe nicht mehr daran geglaubt. Das macht mich, im Gegensatz zu den Kängurus, fast sprachlos!




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