19.10.2007

Abenteuer im Orient-Express

Das Abteil ()

Die Türen des Zuges öffneten sich und ein sehr stämmige, elegant gekleidete Dame trat heraus. Sie stoppelte die letzte Stufe mit einer Grazie eines Trammpeltiers herunter. Ich hätte es aber auch nicht viel besser gemacht, da meist die letzte Stufe die höchste und gefährlichste Stufe wahr. Dank der Hilfe des Bahnschaffner konnte die Dame dann endlich samt Ihrer 10 Koffer, die 5 Kopferträger problemlos trugen, zum Ausgang marschieren, wobei Sie Ihre Koffer keinen Moment aus den Augen lies. 4 weitere Passagiere mit jeweils einem Gepäckstück stiegen aus und verschwanden ruckzuck in der Menschentraube Richung Ausgang.

Endlich konnten nun die Wartenen einsteigen. Ich schaute mir das Schauspiel an, wie junge Zugbegleiter den Damen zur Hilfe eilten und Ihnen bei dem schweren Eintritt und Ihrem Gepäck halfen. 15 Minuten später als alle Damen und deren Koffer, bei dem 20. Gepäckstück habe ich aufgehört zu zählen, endlich im Zug waren, begaben die Herren der Schöpfung sich endlich in den Zug. 10 Herren und 5 Minuten später trat auch ich als letzter endlich in den Zug hinein.

An der Tür erkannte ich das es ein schweres Unterfangen wird durch das Gedrängel im Gang schnell zu meiner Kabine zu gelangen. Ich wollte einen Schaffner nach meiner Kabine fragen, bloss diesen zu finden war nicht einfach. Doch dank der berühmten blauen Mützen habe ich einen dann erblickt am Ende des Ganges, wo dieser einer Dame half Ihr Gepäck zu verstauen. Also begann ich mich durch das Gewühl von Menschen durchzukämpfen. Ich entschuldigte mich ständig bei Leuten denen ich durch meine Tollpatschigkeit auf die Füßen trat oder meinen Koffer gegen einen Ihrer Körperteile rammte. Jedesmal lief ich rot an, da mir es sehr peinlich war.

Nach unzähligen Minuten und tausenden Entschuldigungen erreichte ich endlich den Schaffner. Ich sprach ihn an 'Guten Tag Monsieur. Mein Name ist Peugeot und ich suche mein Abteil. Können Sie mir da bitte helfen?' 'Oui, Monsieur Peugeot ein Moment bitte ich schau mal in der Liste nach.' Der Zugbegleiter hob seine Liste und blätterte in seinen Unterlagen nach. Nachdem er fast 10 Blätter durchforstet hat sagte er triumpfierend 'Da haben wir Sie ja Monsieur Peugeot. Leider befinden Sie sich hier völlig falsch. Die hätten 3 Waggons in die andere Richtung gehen müssen. Ihr Abteil ist Wagon H Abteil 27. Hier sind Sie im Wagon L.' 'Merci, wo habe ich heute bloss meinen Kopf.' 'Monsieur Peugeot soll ich Ihnen helfen?' 'Nicht nötig helfen Sie lieber den Damen hier in dem Abteil, die brauchen Ihre Hilfe mehr als ich' 'Wie Sie wünschen Monsieur, ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise.' 'Eine Frage noch Monsieur. Wann werden wir denn unsere erste Station Bucarest erreichen?' 'So in etwa 14-16 Stunden Monsieur' 'Merci' Dann witmete sich der Schaffner sich den anderen Gästen wieder zu. Und ich überlege wie ich ungeschadet wieder zurück gelangte. Als ich mich umdrehte schauten mich schon einige ernste Blicke an, nach dem Motto 'Komm bloß nicht wieder hier vorbei'. Ich atmete tief durch und versuchte so langsam und vorsichtig es ging in Richtung Waggon H zu gelangen.

30 Minuten, einige zerquetschten Zehen und blauen Flecken später erreichte ich endlich mein Abteil. Hinter mir hörte ich brummende und zähneknischende Geräusche, die mir nicht wohl gesonnen waren. An der Tür lehnte ich mich erstmal mit einer Hand an und holte tief Luft um diesen stapaziösen Trip zu verdauen. Ich stellte meinen Koffer ab und öffnete mein Abteil.

Das Abteil machte einen sehr demönischen Eindruck, durch das spärlich einfallende Licht vom Bahngleis. Ich tastete am Türrahmen herum und fand dann endlich den Lichtschalter. Schnell schlüpfte ich dann mit meinem Koffer durch die Tür und schloss das Abteil ab. Ich stellte den Koffer in die Ecke und liess mich auf den Sitz niederfallen, wie einen Sack Kartoffeln. 'Endlich' sagte ich zu mir, 'Das schlimmste haste geschafft. Jetzt nur noch den Koffer auspacken und dann ab in die Poffe'. Getan wie gesagt. Die Kleidung im Koffer war schnell eingeräumt und der Koffer selber war gut verstaut unter dem Sitz.

Ich beschloss dann doch noch wach zu bleiben bis der Zug losfuhr und die 1 von 7 Grenzen erreicht hatte. Ich wartete im Abteil und schaute mir den regen Betrieb auf dem Bahngleis an. Es kam mir vor wie viele kleine Ameisenhaufen auf einem Haufen. Tausende Königinnen, gut gekleidete Damen, die Ihren Hofstaat, Kofferträger, zum Ausgang führten und neue Königinnen die ihre Hofstaat durch den Eingang hineinführten. Dann machte ich mich mit der Kabine vertraut, so daß ich mich in den nächsten Tagen ohne Probleme zurechtfinden konnte.

Nach etwa 20 Minuten ertönte eine Pfeife und der Zug fuhr langsam ruckartig an und ein Abenteuer nahm seinen Lauf ...






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