10.10.2013

Warten auf Übermorgen

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Kapitel 8

Wie gerne wäre ich in diesen Zug eingestiegen und nur für einen Moment Katja wieder zu sehen.

Doch es blieb mehr Illusion.

Was mir blieb war mein PC und hin und wieder mal Sportplatz. 

Katja hingegen hat sich im Fitness—Studio angemeldet und ging nun zwei mal die Woche trainieren. Zum einen wollte sie die Spuren der letzten Schwangerschaft beseitigen und zum Anderen brauchte sie diesen Ausgleich, etwas Anderes zu sehen.

In dieser Zeit war Andreas dann mal Vater und beschäftigte sich mit Janina und Markus. Janina baute ihre Barbiewelt auf und Markus spielte mit seinen Autos auf dem Teppich während Herr Papa verantwortungsvoll World of Warcraft zu spielen.

Aus dem Alltag von ihr wurde langsam aber sicher Eintönigkeit. Und irgendwann rief sie mich dann auch an und klagte ihr Leid.

Okay, meine Ehe war auch nicht von nur Harmonie geprägt. Sie glich der besagten Achterbahnfahrt von Dietmar.

In Niederhausen bei Frankfurt eröffnete ein Musical und ich wollte es mir unbedingt ansehen. Doch so sehr ich auch Tina überzeugte, sie hatte keine Lust.

Ähnlich ging es auch Katja und so fassten wir den Entschluss, spontan dort hin zu fahren und gemeinsam es anzusehen.

Es war ein wunderschöner und vertrauter Abend. Auf dem Weg zum Bahnhof plötzlich Kanonenschläge. Wir blieben stehen und sahen über ein Feld hinab ins Tal von Bad Camberg wo gerade ein Feuerwerk zündete.

Wie versteinert blieben wir zwei stehen und sahen es an ohne auch nur ein Wort zu sagen. Dabei merkte sie nicht, wie die Erinnerungen an sie eine Träne über meine Wangen rollen ließ.

Nach 15 Minuten liefen wir weiter zum Bahnhof. Ihr Zug kam zuerst und ich winkte ihr noch lange nach. 

Tina wusste dass ich mit Kollegen eine Feier hatte und mit dem Zug aus Düsseldorf komme. Daher holte sie mich auch pünktlich vom Bahnhof ab.

In Tuttlingen wartete keiner am Bahnhof so dass Katja um kurz vor Mitternacht alleine nach Hause lief. Aber die Erinnerungen an einen gemütlichen Abend machten den Weg leichter. „Freunde für immer!“ hieß es schließlich, denn Freunde sind wie eine Laterne auf einem dunklen Weg. Sie machen den Weg nicht kürzer, aber ein wenig heller. 

Am darauf folgenden Wochenende blickte ich auf den Kalender und wie ein Blitz schoss es in meinen Kopf: Nächsten Monat haben wir 10. Hochzeitstag! 

Wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Und wie groß die Kinder wurden. Sabine hat Spaß an Flugzeuge bekommen und kam Wochenende mit mir ab und zu mit nach Düsseldorf.
Mein Sohn wurde ein traditioneller Modellbahner, der nach Holzeisenbahn nun zu Weihnachten eine Märklin Packung bekommen sollte. 

Da ich in den Sommerferien einem Nachbarn, der beim DFB Fußballferien organisiert, als Betreuer geholfen habe und im Besitz einer Trainerlizenz kam, sprach man mich an, ob ich nicht eine Mädchenfußball—Mannschaft trainieren wollte.

Nach reichlicher Überlegung stimmte ich zu und Sabine war die erste Spielerin. Zusammen mit Freundinnen war die Mannschaft schnell komplett.

In diesen Fußballferien fuhr auch einmal Tina mit. Es war mit 14 Betreuern aus den umliegenden Städten und rund 120 Kinder von 8—14 Jahren.

Auch Ralph war ein Betreuer aus der Nachbarstadt.

Und er zeigte sich von der kollegialen Seite und half auch Tina beim Umgang mit ihrer Gruppe, da ich als stellvertretenen Leiter nicht so viel Zeit hatte. 

Auch nach den Ferien blieb Ralph unserer Familie erhalten. Als Präsident eines Fußballvereins versorgte er meinen Sohn und Tina mit Trainingsanzüge und Bälle.
Auch kam er regelmäßig zu uns, um neue Trikotsätze beflocken zu lassen. Beflocken heißt, Trikots mit Vereinsname und Werbung zu versehen. Warum er das bei uns und nicht in seiner Stadt machte, war mir ziemlich egal.

Eines Abends wollte Tina einen Mädelsabend machen und ließ mich mit den Kids alleine. Irgendwann ging mein Handy und eine vertraute Stimme fragte mich „Kannst du reden?“

Ja klar konnte ich. „Hallo Katja, wie geht es dir?“ „Scheiße geht’s mir“ schluchzte sie ins Handy.






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