10.10.2013

Warten auf Übermorgen

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Kapitel 4

Frisch gestyled und mit einem Lachen im Gesicht gingen wir in die Disco. Ja, die bunten Lichter, die Musik taten gut.

Und obwohl ich mit Katja sehr viele dieser Lieder gehört haben, ist die Erinnerung gerade nicht bei ihr.

 

Wir lachten und tanzten um die Wette. Dabei gingen die Blicke zur Theke, wo eine Frau stand, die ebenfalls zu mir schaute und lächelte.

Also fasste ich mir ein Herz und sprach sie einfach an. Nach ein paar Drinks und Tänze wusste ich, dass sie Tina heißt und ein Jahr älter ist als ich.

Noch ein paar Drinks später als meine Kollegen langsam nach Hause wollten, fragte ich sie nach ihrer Telefonnummer.

Auf einem Zettel tauschten wir die Nummern aus und verabschiedeten uns mit den Worten „Können ja mal zusammen telefonieren!“

Der Sommer kam und ich war öfters mit dem Rad unterwegs, immer mit Kamera um Motive für meine Bahn zu erhaschen.
Und wenn mal wieder Langeweile aufkam, dann rief ich einen der Kollegen an und wir unternahmen etwas.

Dann kam das Wochenende wo keiner meiner Kollegen Zeit hatte. Wir hatten herrliche 25 Grad und Sonne aber alle Kollegen mussten arbeiten. 

Da sah ich auf einen kleinen Schmierzettel eine Telefonnummer und den Namen Tina. Also schnappte ich mir das Telefon und rief an. „Ja hallo?“ klang es aus dem Hörer.

Ich fragte vorsichtig nach ob sie sich noch an mich erinnern könnte, denn es sind ja schließlich schon viele Wochen ins Land gezogen. 

Wir verabredeten uns auf „China—Restaurant“ und machten uns einen schönen Abend. Ich erzählte ihr von meiner letzten Beziehung und dem tragischen Ende und sie plauderte auch von sich. 

Sie war noch nie glücklich. Hatte bislang auch nur Idioten als Männer gehabt und meinte so nebenbei, dass ich Katja aus den Kopf hämmern sollte. „Die wird sich nicht mehr bei dir melden!“ waren ihre nüchternen Worte. 

Zur gleichen Zeit 600 Kilometer weiter südlich saß Katja vor ihrem Schreibtisch. Sie ordnete ein paar Papiere und wollte am nächsten Tag zum Sozialamt gehen, weil sie immer noch keinen neuen Job hatte aber gerne von zuhause ausziehen wollte. 

Mit fröhlichen Blick fuhr sie am nächsten Tag in die Kreisstadt Tuttlingen um sich dort zu informieren. Ein netter junger Mann hinter dem öden Schreibtisch machte es ihr leicht, über ihre Sorgen und Wünsche zu reden. 

„Eine Unterschrift hier und eine Unterschrift da. Und dieses bitte ausfüllen und so schnell wie möglich wieder zurück bringen.“ sagte er wie schon 100 mal erzählt zu ihr.

Auf dem Weg nach Hause dachte sie an diesen Mann. War ja schon ein netter Typ, so schoss es ihr durch den Kopf. 

Zwei Tage später war sie wieder in diesem Amt und überreichte die Papiere. Er lächelte sie an und man konnte meinen, er freute sich, sie wieder zu sehen. 

Nachdem alles erledigt war und die Anträge gestellt wurden, fragte er mit zitternde Stimme: „Heute Abend schon was vor?“ Verdutzt sah sie ihn an und lächelte: „Nein?!“ 

Beide verbrachten einen schönen Abend in einem romantischen Gasthof im Berg bei Donaueschingen mit Blick auf die noch junge Donau. 

„Na, hast du so einen Ausblick schon mal gesehen?“ fragte er. „Nein“ war ihre Antwort und es lief ihr ein kalter Schauer den Rücken herunter, denn der Anblick von bunten Feuerwerksblumen am nächtlichen Himmel über das Ruhrgebiet war doch im Kopf eingebrannt.

Aber das ist ja schon Monate her. Nachdenklich ging sie nach Hause.

Auch ich ging nach langer Zeit wieder mit einem Lachen im Gesicht nach Hause.

 






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