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Rezension "Mohrly-Ein kleiner Kater sucht seine Familie"



Rezension von Edith Nebel-Journalistin

MOHRLY – EIN KLEINER KATER SUCHT SEINE FAMILIE ist eine Kurzgeschichtensammlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die durch ihre Rahmenhandlung Romancharakter bekommt. Kater Mohrly ist erst ein paar Monate alt, als er seiner Katzensitterin durchs Fenster entwischt. Eigentlich hat es ihm bei seinen drei Menschen Holger, Michelle und dem kleinen Justin gut gefallen, doch die Neugier auf die Welt da draußen war einfach stärker.

Eine Rückkehr scheint unmöglich zu sein, das Haus ist dunkel und verschlossen, der Katzensitter hat die Suche nach seinem Pflegling aufgegeben und ist nach Hause gegangen. Also geht Kater Mohrly mit dem erstbesten freundlichen Menschen mit – und gerät in die Fänge eines Katzenhändlers. Das jedenfalls erzählen ihm seine tierischen Mitgefangenen Ob es stimmt, was Kater Willi zu wissen glaubt, ist zumindest zweifelhaft: „Der Katzenhändler fängt Katzen und verkauft sie an Versuchslabore oder andere Leute weiter.“ (Seite 18) Vielleicht sind sie auch nur in der Obhut wohlmeinender aber unbedarfter Tierschützer gelandet. Denn ein gewisses Maß an Fürsorge erfahren die gefangenen Tiere ja.

Um sich und den anderen die Zeit zu vertreiben, fängt Mohrly an, Geschichten zu erzählen. Nach und nach berichten auch die anderen Katzen, was sie selbst erlebt oder einmal erzählt bekommen haben. Da kommt allerhand zusammen: Lustiges und Trauriges, Spannendes und Berührendes.

Nach und nach werden die Katzen an Familien vermittelt. Als die angeblichen „Tierhändler“ die noch verbliebenen Tiere in den Garten lassen, türmen diese durch ein Loch im Zaun.

Mohrly hat nur ein Ziel: Er will seine Menschenfamilie finden, von der er leichtsinnig weggelaufen ist. Zusammen mit Katze Emmy macht er sich auf den Weg. Auch sie will nach Hause. Unfall und Krankheit können die beiden nicht von ihrer Mission abbringen und auch nicht die Verlockungen eines liebevollen neuen Zuhauses. Interessiert lauscht Mohrly den Geschichten, die seine Mitgeschöpfe ihm unterwegs erzählen. Da er auf seiner Wanderschaft auch auf einem Bauernhof und in einem Zoo Station macht, kommen dabei die unterschiedlichsten Abenteuer und Lebensberichte zusammen.

Auf kindgerechte Weise werden die Abenteuer des Katers Mohrly und seiner Weggefährten erzählt. Dabei ist das Leben nicht immer ein „Ponyhof“ – es werden auch ernste Themen wie Einsamkeit, Krankheit und Tod angesprochen. Wer seinen Kindern oder Enkeln nur Geschichten ans Herz legen will, die für den Helden gut ausgehen, kann jedoch beruhigt sein: Kater Mohrly übersteht seine aufregenden Erlebnisse ohne größere Blessuren.

Inspiration für die Geschichte(n) war der echte Kater Mohrly, der als rumänisches Straßenkätzchen geboren wurde, aber bereits in sehr jungem Alter nach Deutschland zur Familie der Autorin kam, wo er sich mit seiner Landsmännin, der Katze Emmy, auf Anhieb gut verstand. Ganz so wild und bewegt wie das Leben seines literarischen Namensvetters ist seines nicht verlaufen. Aufregende Geschichten von der großen weiten Welt wird ihm schon sein Frauchen erzählen müssen. Das kann sie nämlich gut.

Wie bei Gisela Kurfürst-Meins‘ Katzenroman EMMY, der ebenfalls bei BoD erschienen ist, ist auch bei MOHRLY das Lektorat/Korrektorat lobend zu erwähnen. BoD-Bücher sind a meist Hobbyprojekte engagierter Freizeitautoren, und da wird inhaltlich, sprachlich und satztechnisch nicht immer mit vorbildlicher Sorgfalt gearbeitet. Mit diesem Buch hier haben sich alle Beteiligten spürbar Mühe gegeben – und der Aufwand hat sich gelohnt.


Rezensent: Edith Nebel

Rezensent: 3



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