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Rezension "Allein. Tagebuch eines vernachlässigten Kindes"



Die Autorin Christa Schwägerl läßt in ihrem Roman "Allein" den Leser einen Blick in die zarte, zerbrechliche Seele der erst fünfjährigen Lena tun, die sich um ihren zweijährigen Bruder Maxi kümmern muss und dies auch mit Liebe und Fürsorge tut. Die noch junge Mutter der beiden Kinder scheint diese durchaus zu lieben, jedoch nur, wenn es gerade in ihr Leben paßt. Sie hat offensichtlich das Gefühl, selbst etwas zu verpassen und legt dann ein so herzloses und egoistisches Verhalten an den Tag, dass man am liebsten in die Geschichte hineinspringen und ihr die hilflosen Kinder entreißen möchte. Lena wird in eine Falle aus Schuldbewußtsein und Verantwortung gedrängt, die sie einfach überfordert und an der sie zu zerbrechen droht. Letztendlich fühlt sie sich ungeliebt und hält daher ständig Zwiesprache mit ihrem Stoffhasen. Die Lage spitzt sich zu, als ihre Mutter die Geschwister verantwortungslos fünf ganze Tage allein läßt und mit einem Freund in Urlaub fährt. Die große Schwester kümmert sich wie immer rührend um den kleinen Bruder, doch in dieser Zeit erkranken Maxi und Lena schwer. Es ist nur dem beherzten Eingreifen eines Freundes der Familie zu verdanken, dass ihrer beider Leben in letzter Minute doch noch eine positive Wende nimmt. Christa Schwägerl erzählt die Geschichte größtenteils aus der Sicht der Fünfjährigen in der Ich-Form, mit der sie den ganzen Kummer einer Kinderseele mit deren eigenen Worten beschreibt. Diese Sichtweise sollte jeder einmal betrachten, der ein Kind in diese Welt setzen will. Mit diesem Buch wählt die Autorin ein aktuelles Thema der heutigen Zeit, in der Kinder schnell zu Leidtragenden einer herzlosen, schnelllebigen Gesellschaft werden. Die Einleitung und das Ende, bei denen die heute fast erwachsene Lena in Erscheinung trat, waren zwar schön gewählt, doch meiner Meinung nach etwas zu kurz gehalten. Vier von fünf Sternen.

Rezensent: 3



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