01.02.2011

Rot und weiß

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Iya, das kleine Indianermädchen, reitet mit ihrer Sippe zusammen durch die Prärie auf der Suche nach einer neuen Niederlassung. Fast 1400 Tage und Nächte hatten sie an dem kühlen Wasserfall verbracht, bis eines Tages mehrere Rudel von Wölfen die Ruhe des Stammes störten. Die Tiere fraßen ihre Nahrung und griffen ihre Kleinsten an. Hatten sich die Indianer anfangs noch gegen die Wölfe wehren können, so wurden die Eindringlinge schließlich immer lästiger, so dass der Stamm sich somit auf die Reise begab.

Die 14jährige Iya besaß ihr Pony seit 2 Monaten und hatte sich längst daran gewöhnt. Die beiden waren schon ein gut eingespieltes Team und hatten keine Angst vor der Reise, die mit dem Auffinden eines neuen langfristigen Stammeslager enden sollte.

Einige Kilometer entfernt saß eine Gruppe von Cowboys um ein Lagerfeuer herum, während in ihrer Nähe ihre Rinderherde graste, die für die Weißhäuter in Kürze reichlich Kapital einbringen sollte. Nach der Schlachtung sollte das Vieh bei diversen Fleischverkäufern im wilden Westen zu Geld gemacht werden.

Die Cowboys saßen um das Feuer, tranken Wasser und rauchten Zigaretten. James, ein sechzehnjähriger Jüngling, sang heitere Countrysongs, bei denen ihm die anderen Anwesenden erfreut zuhörten.

Plötzlich wurden die Rinder unruhig und auch die Cowboys schienen das rote Fleisch riechen zu können. Sie erhoben sich allesamt und bewegten ihre Hände zu den Pistolenhalftern.

Jetzt waren die Indianer bereits in der Ferne zu sehen. Der sich auf der Durchreise befindende Stamm bewegte sich auf sehr gefährlichem Terrain. Die weißen Feinde hatten bereits ihre Pferde bestiegen und begaben sich zu den Rothäuten, um einen blutigen Kampf zu eröffnen. Nur der Jüngling blieb am Lagerfeuer sitzen.

Nachdem der Kampf begonnen hatte und die Cowboys das Feuer eröffnet hatten, schickte der Häuptling des Indianerstamms die kleine Iya mit den Worten "Mein Kind, reite einfach weiter. Sie werden dir nichts tun!" weiter auf die Reise.

Iya war in Kürze bei dem Lagerfeuer angekommen und sah den netten Jungen dort sitzen. Sie sah ihn an und merkte sofort, dass er anders als seine älteren Eidgenossen war. Sofort schien auch der Heranwachsende von dem hübschen Indianermädchen begeistert zu sein und stand auf, währenddessen er seinen Blick nicht von ihr wandte.

Beide schauten sich eine Zeit lang verliebt an, bis das Mädchen das Schweigen brach: "Wieso machen sie das?" - "Ich weiß es nicht!" antwortete der junge Cowboy. "Lass es uns stoppen", sprach er sofort weiter und stieg auf sein Pferd. Er nahm das Indianermädchen bei der Hand und beide ritten Seite an Seite zu dem Kampf.

"Was tut Ihr da?", schrien die beiden, als sie bei dem Gefecht angekommen waren. Von einer auf die andere Sekunde ruhten die Waffen und alle an dem Kampf Beteiligten schauten mit verdutztem Blick zu den beiden Jüngsten.

"Ihr braucht den vermeintlich Andersartigen nicht gleich lieben, so wie wir zwei es tun", meinte James, "aber Ihr könnt ihn akzeptieren und ihm sein Leben gönnen."

Die Worte des Sechzehnjährigen zeigten sofort Wirkung. Verschämt beendeten die Erwachsenen den Kampf und lebten in Zukunft weiter unabhängig voneinander ihr Leben, ohne jemals wieder nach dem des Anderen zu trachten.

Die beiden Jüngsten heirateten später und bekamen in Ihrer glücklichen Ehe hübsche und friedliche Kinder, die weder Cowboys noch Indianer waren. Sie waren einfach nur liebenswerte Menschen.



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  • rot, weiß, Indianer, Cowboy, Iya, James, Kampf, Maßnahme, Menschen
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