24.09.2007

Der Schlitzer

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Der Pfeil schoss an John´s Hut vorbei. Er rannte so schnell er konnte. Seine Beine schmerzen ihn sehr aber der Kriegsschrei der Sioux trieb ihn weiter an. Am nächsten Felsen suchte er Schutz und atmete tief durch. Er merkte dass er in der Falle saß. Über seinen Köpfen flogen die Pfeile hinweg. Er wusste, wenn er weiter laufen würde hätte er keine Chance dem Pfeilhagel zu entkommen. Es blieb nur eine Chance, er musste sich ergeben. Er nahm sein Halstuch ab und schwank es über den Felsen. In diesem Moment traf ein Pfeil seine Hand und er schrie fluchend auf und kauerte sich wieder tief unter den Felsen. Der Schmerz war unerträglich. Das Geschrei der Indianer kam immer näher.

Plötzlich aber hörte man schmerzerfüllte Schreie unter dem Getöse der Indianer. Von Schmerz geplagt wagte sich John um den Felsen zu schauen. Dort erspähte er jemanden kämpfend mitten in der Sioux-Horde. Mit der gesunden Hand wischte sich John den Schweiß und Dreck aus den Augen um den Kampf besser zu sehen. Langsam erkannte er einen Chinesen, der gekonnt den Angriffen der Sioux auswich und sofort konterte, so das dieser aufgeschlitzt auf den Boden fiel. Nachdem 2 dutzend Indianer ausgeschaltet und blutüberströmt auf den Boden lagen, begannen die Sioux sich zurück zu ziehen. Der Chinese stand regungslos da und schaute mit ernsten Blick über das Schlachtfeld.

John wusste nicht sollte er sich fürchten oder sich freuen. Einerseits war er froh das der Gegner geschlagen war, andererseits wusste er nicht wieso der geheimnisvolle Chinese Ihm half. Unbehagen machte sich breit in ihm. Der Chinese dreht sich gemächlich um und schaute John mit einem verschwitzen Lächeln an. John wurde es bei diesem Anblick schwarz vor den Augen und viel in Ohnmacht.

Stunden später erwacht John, seine Hand schmerzte höllisch. Er versuchte sich nachdem der Schmerz sich etwas legte zu orientieren. Seine Augen hatten Probleme zu kennen wo er sich befand. Er konnte in der Dunkelheit nur das Lagerfeuer erkennen, welches vor ihm brannte. Nachdem seine Augen sich der an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er eine Gestalt hinter dem Lagerfeuer erkennen. Unmut kam in ihm auf.

Er konnte nicht fassen dass er noch lebte. Er atmete tief durch und fragte mit leiser schwacher Stimme "Wer bist du?". Der Schatten regte sich nicht. John wurde es mulmig und fragte erneut etwas lauter "Wer bist du?". Der Schatten bewegte sich nun ein wenig. "Spar dir die Kraft" kam es vom Lagerfeuer herüber. John hustete und Krätze und gab sich einen weiteren Ruck und erwiderte "Nein ich will nun wissen wer du bist und was du von mir willst?" danach fiel er erneut in Ohnmacht.

In seinen Träumen sah er immer diesen Schatten der die Bäuche der Sioux einen nach dem anderen aufschlitze. Er wand ich hin und her und schrie unbewusst vor Angst in seinen Träumen. Er hatte Angst dass der Schatten ihn nun als nächsten aufschlitze.

Plötzlich fühlte er wie jemand ihn an die Schulter packte worauf er sofort schreiend und nassgebadet auffuhr. "Ruhig Mister" sagte ein vollbärtiger Mann, der ihn hielt und beruhigten wollte. "Was wollen Sie von mir ich habe Ihnen nichts getan?" "Mister wir wollen nichts von Ihnen, wir fanden Sie hier schreiend auf den Boden. Wir dachten es wird gerade einer auf grausamste Weise umgebracht."

Erst jetzt bemerkte John den silbernen Stern an der Brust den Mannes sowie die Hilfsmarschalls im Hintergrund des Mannes. "Gott sei Dank das sie da sind" sagte John erleichtert "Sie glauben ja gar nicht was mir wiederfahren ist." "So was denn Mister" "Sioux haben mich überfallen und ein Pfeil hat mich an der Hand getroffen. Dann kam dieser Schatten der mir aus meiner Not half, indem er alle Sioux aufschlitze".

Der Marschall ließ John los. und schaute sich John genauer an. "Und welche Hand?" "Die hier" und John hob die rechte Hand hoch. John wurde sofort blass. "Wassssssss das kann nicht sein, der Pfeil durchschlug meine Hand". "Mister ich glaube Sie haben schlecht geschlafen. Ihre Hand ist unversehrt außerdem waren seit Monaten kein Indianer mehr hier". "Sir glauben Sie mir, sowas kann ich mir nicht einbilden, das war real". "Jungs aufsitzen ich glaube hier ist alles ok. Lass uns weiter reiten wir müssen zum Sonnenuntergang in der Stadt sein". Die Männer saßen auf und ritten Kopfschütteln los.

John starrte immer noch auf seine Hand. Er konnte es nicht fassen dass er das alles geträumt haben soll. Alles war für Ihn so real. Er lief um den Lagerplatz herum und suchte nach Anhaltspunkte, aber nichts dergleichen fand er.

Froh darüber dass es doch nur ein Traum war und verwirrt darüber das alles so irreal gewesen sein soll ließ er sich am Lagerfeuer auf den Boden fallen und grübelte über das Geschehende nach. Er kam aber auf keine logische Folgerung, was eigentlich genau geschehen ist. Also beschloss er aufzubrechen und fing an seine Sachen einzupacken.

Kurz bevor er fertig war, ertönten Schüsse und die Männer die Ihn vorher am Lagerplatz auffanden kamen im Galopp an Ihm vorbei geritten. "Mister machen Sie dass Sie von hier wegkommen, die Sioux sind auf dem Kriegspfad". John reagierte schnell und holte seinen Sattel und achte sich "Das dar doch nicht war sein".

Mit dem Sattel rennend zum Pferd scheute das Pferd auf einmal auf und galoppierte davon eher John das Geschirr noch fassen konnte. Er schaute sich um und sah in der Weite eine große Staubwolke. Dann rannte er los. Das Getöse kannte er aus seinem Traum. Plötzlich sah er den Felsen wir im Traum zuvor. John stellte sich nun die Frage "War es wirklich nur ein Traum?". Alles kam ihn so vertraut vor. Am Felsen angekommen überlegt er schnell was er in seinem Traum gemacht hatte.

Er entschied sich einfach hinter dem Felsen zu kauern und zu hoffen dass der Schlitzer wie im Traum kam. Nichts der gleichen passierte, das Getöse wurde immer lauter. Schüsse und Pfeile schossen über den Felsen und seinem Kopf hinweg. John zitterte vor Angst. Er bettete das ein Wunder geschah. Seine Angst stieg ins unermessliche.

Plötzlich wurde es still. Alles drehte sich und John hatte das Gefühl das er tiefer und tiefer fiel. "Jetzt ist es aus" dachte er und schloss in Erwartung des Todes die Augen. Er lies die Augen lange geschlossen, bis er merkte das er sehr weich lag. Er öffnete die Augen ganz langsam und sah die Sonne direkt über sich sowie den altbekannten Schatten über seinen Kopf.

"Also war es doch kein Traum" sagte er. "Das Stimmt." "Wer bist du?" "Man nennt mich hier 'Der Schlitzer'" John bekam es wieder mit der Angst zu tun. "Was willst du von mir?" "Ich wollte dir nur helfen" erwiderte der Chinese. "Aber wieso?" "Das ist eine lange Geschichte." sagte er kurz. John stand auf und sah nun den Chinesen direkt ins Gesicht und erschrak als er die tiefen Schnitte im ganzen Gesicht sah. "Was ist mit dir geschehen?" "Das war der Grund wieso ich alle aufschlitze" sagte er trocken. "Ok ich muss weiter ich glaube du kommst ab nun alleine klar. Ich denke nicht das die Sioux nochmal wieder kommen werden" sagte der Schlitzer und hob sein Bündel auf. nickte kurz und lief in Richtung Westen. "Warte" reif John hinterher. Der Chinese blieb stehen drehte sich aber nicht um. "Danke" rief John ihn hinüber. Ein kaum merkbares Nicken meinte John zu erkennen bevor der Schlitzer sich ohne umzudrehen weiter ging.

John blieb minutenlang stehen und schaute den Schatten lange nach. Dann fiel Ihm seine Hand ein. Er hob seine rechte Hand und fand sie in seinem Halstuch eingewickelt. Er spürte seltsamerweise keinen Schmerz, also beschloss er das Tuch aufzumachen. Langsam öffnete er das Tuch und schaute verwirrt auf seine Hand. Nicht eine Schramme war zu sehen. Er konnte es nicht fassen. War es wirklich alles nur ein Traum?



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