29.01.2011

Mörderischer Chat

() Krimi- und Thrilleraktion 2011

Sarah wartete schon sehnsüchtig darauf, dass ihr Freund endlich das Haus verließ, um in seine Arbeit zugehen. Eigentlich wartete sie ja nur darauf allein zu sein, um einer bestimmten Sucht nachzugehen.Natürlich hatte sie anfangs immer ein schlechtes Gewissen, doch dies verflog recht schnell, als sie ihr Notebook anschaltete und sich ein schwarzes Kästchen öffnete. Es war eine kleine Anwendung, ein Chat wo sich Leute treffen und einfach über ihren Alltag schreiben. Sie hatte ihr bestes Bild für ein Profil für diese Gemeinschaft ausgesucht und war schon gespannt, auf welche Leute sie nun heute stoßen würde. Nach nur einer Minute hörte sie ein angenehms klingeln, dass eine neue Nachricht ankündigte.

Hallo Sarah,
mir gefällt Dein Bild auf Deinem Profil.
Mir gefallen Deine verführerischen roten Lippen. Wie gern würde ich diese küssen.
Deine schönen blauen Augen, und Dein blondes mähniges Haar...
Schwärmen könnt ich von Dir immer weiter, doch dies reicht erst einmal...
Habe ich Dich neugierig gemacht?
Dann warte ich schon sehnsüchtig auf eine Antwort von Dir.
Lieben Gruß von einem heimlichen Verehrer


Sarah blickte verwundert auf diese Nachricht. So eine hatte sie noch nie bekommen. Neugierig klickte sie auf das Profil des heimlichen Bewunderers. Leider hatte dieser Nutzer keine Profildaten hinterlassen. Kein Foto, nicht einmal sein Alter. Obwohl sich Sarah geschworen hatte, nicht auf solche Nachrichten zu antworten, tat sie es dennoch. Die Neugier war einfach stärker.

Hallo mein unbekannter Verehrer,
schade. dass Du in Deinem Profil nichts über Dich geschrieben hast. Du hast mich neugierig gemacht. Um einem Kuss näher zu kommen, würde ich gerne mehr über Dich erfahren.
Lieben Gruß Sarah


Es dauerte nicht lang, da kam schon eine Antwort auf die soeben abgeschickte Nachricht.

Oh Sarah,so neugierig zu sein kann gefährlich werden.
Und erst die Neugier über mich...ich stelle die Fragen hier und gebe unser Tempo an, und Du?
Du solltest lieber in die Küche gehen, das Wasser für den Tee kocht gleich über...aber verbrenn Dich nicht...


Sarah lief es eiskalt den Rücken herunter. Das mit dem Tee stimmte! Sie ging in die Kücheund schaute aus dem Fenster. Es war niemand zu sehen. Sie lies die Rollo herunter, um das Gefühl beobachtet zu werden abzustreifen. Sie rief sich wieder zur Ruhe. Es war doch dumm zu glauben, dass ein Unbekannter Chatpartner sie beobachten würde. Warum auch? Das mit dem Tee war sicher nur so erraten, schließlich machen dies ja mehrere Leute. Sie ging zurück an den Computer und antwortete:

Sehr witzig! Ich habe keine Lust mich mit Leuten zu unterhalten, die nichts über sich schreiben wollen. Sie brauchen mir nicht mehr zu schreiben!

Kaum drückte sie auf den verschicken Button, kam auch schon die nächste Nachricht.

Na nu?
Warum auf einmal wieder per Sie?
Ok, ich bin zwar schon ein bisschen älter wie Du, mit Deinen 22 Jahren, aber deswegen muss es doch nicht gleich unperönlich werden.
Zieh Dir lieber ein Jäckchen an, in einem so dünnen T-Shirt muss man doch frieren...


Sarah bekam es nun wirklich mit der Angst zu tun. Das war alles nicht mehr lustig!
Jemand musste sie beobachten. Die einzige Möglichkeit dazu war die Balkontür. Sie ging hinaus und schaute auf die Strasse, doch niemand war zu sehen. Da hörte sie ein erneutes klingeln von ihrem PC.

Ich bin nicht draussen. Warum auf einmal so ängstlich?

Sie las die Nachricht zweimal, bevor so abermals antwortete.

Wer sind Sie?

Gebannt starte sie auf den Bildschirm.

Ich sagte doch schon, ich stelle hier die Fragen, Süße!

Sie setzte ihre Finger für eine allerletzte Nachricht an die Tastatur.

Lass mich in Ruhe und spiel Dein krankes Spiel mit einem anderen! Ich werde nicht mehr antworten.

Sie hoffte sehnsüchtig, dass der Bildschirm nun schwarz blieb.

Du wirst wieder antworten...

Sarah hielt sich an ihren Vorsatz, machte leise die Musik an und las die zahlreichem E-Mails ihrer Freunde. Da klingelte es erneut.

Es heißt Musik beruhigt. Du hast Angst? Das finde ich sexy an einer Frau.
Bist Du etwa ängstlich weil Du alleine zuhause bist? Dann werd ich Dir nun ein kleines Geheimnis verraten.


Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, weitere Nachrichten zu ignorieren. ein paar Sekunden funktionierte dies ja auch, doch da kam schon die nächste.

Diese kleine Geheimnis lautet:
Du bist gar nicht so alleine wie Du denkst...


Das ist doch wie in einem schlechten Psycho-Thriller, dachte sich Sarah. Wie konnte dieser Unbekannte so viel über sie wissen. Wenn dieser Spinner nun tatsächlich auf einmal vor ihr stand? Nur konnte sie diese Nachrichten nicht mehr unbeantwortet lassen, und ihre Finger schlugen wieder auf die Tastatur.

Wo solltest Du denn sein? Vielleicht unter meinem Bett? Oder in meinem Schrank?

Sarah fühlte sich überhaupt nicht gut. Unruhig schaute sie immer wieder Richtung Tür, als könnte jeden Moment jemand hereinkommen.

Ich wußte doch, dass Du mir wieder antworten wirst.
Hmm. Wo ich bin? Nein, in Deinem Schrank ganz sicher nicht. Du willst doch ganz sicher, dass ich durch die Türe komme, da Du immer in ihre Richtung schaust. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie gerne ich dies tun würde, aber vorher spiele ich noch mit Dir ein bisschen Katz und Maus. Such mich! Wo ist die Katze?


Jetzt hatte er es geschafft. sarah machte sich nun wirklich Sorgen. Doch was sollte sie tun? Ihren Freund in der Arbeit anrufen? Ihm von dem Chat mit dem Unbekannten erzählen? Er hielt sie doch dann für verrückt. Aber vielleicht glaubte er ihr auch. Aber zuerst schrieb sie dem Unbekannten noch mal eine Nachricht.

Ich glaube nicht, dass Du hier bist. Du hättest Dich doch schon längst gezeigt. Ich glaube, Du bist nur ein einsamer, dummer Spinner, der Langeweile hat.

Es dauerte eine Weil, bis eine nächste Nachricht kam. Allerdings war es eine andere Antwort, als sie sich erhofft hatte. Viel mehr wäre sie froh darüber gewesen, wenn überhaupt keine mehr erschienen wäre.

Ich würde Dir so gern durch die Haare streichen, Deine Lippen küssen und Deinen Namen ins Ohr flüstern, und wenn Du schreien würdest, würde ich Dich fragen: Wie willst Du sterben?

Dieses Spiel gefiehl Sarah immer weniger.

Du bist doch krank. Lass mich in Ruhe!

Enter

Wie willst Du sterben? Es sollte doch ein schöner Tod sein, oder?
Vielleicht mit ein bisschen Gift in Deinem Tee?


Sarah schaute ängstlich zu ihrer leeren Tasse.

Keine Angst, es war kein Gift in Deinem Tee, aber bevor Du Deine Entscheidung über Deinen Tod fällst, werde ich mir meinen Kuss abholen. Glaubst Du mir das, meine Süße?

Sarah glaubte ihn dies, und sie glaubte auch, dass er ganz in der Nähe war. Nach längerem Überlegen kam sie zu dem Entschluß, den Computer einfach abzuschalten. Als ihre Finger sich dem Knopf näherten kam eine weitere Nachricht.

Denk nicht einmal daran!


Sie wußte genau, was er meinte. Er mußte gesehen haben, was sie vor hatte.

Das Spiel wird beendet, wann ich es sage, meine Maus!

Sarah war es jetzt leid. das ist doch nur ein blöder Chatter! Stell dich doch nicht so an. Schalte den PC aus, schlafe, und die Welt sieht gleich anders aus. Wahrscheinlich lachst du morgen darüber. Das letzte Mal schrieb sie ihm noch zurück.

Mir gefällt Dein Spielchen nicht. Ich schalte jetzt den Computer aus und gehe schlafen.

Enter

Na, so leicht geht das aber nicht. Wenn Du dieses Spiel jetzt beendest, beendest Du Dein ganzes Spiel!

Jetzt schaltete Sarah den Computer aus. Der Bildschirm wurde komplett schwarz, und die Betriebsgeräusche des PCs verstummten. Endlich, dachte sie sich, doch sie konnte ihren Augen kaum trauen. Es erschien eine weitere Schrift.

Du hast das Spiel beendet? Aber nur in Deinen Augen!
In Liebe Dein heimlicher Verehrer


Wie war das möglich? War sie verrückt?
Dennoch klappte sie den Laptop einfach zu. Ein Computer kann doch keine Nachrichten empfangen, wenn er gar nicht eingeschaltet ist. Sie legte sich ins Bett, und warf nochmal einen kurzen Blick zum Laptop und schlief danach ein.

Ein lautes Klingeln ihres Postfaches zeriss die Stille. Sie öffnete ihre Augen und tastete nach dem Lichtschalter und ihre Nackenhaare stellten sich hoch, als sie hörte: "Hast Du mich vermisst, meine Süße?" Sie konnte die Gestalt kaum erkennen. Sarah spürte die Gestalt durch ihre Haare streicheln, spürte wie diese ihr in die blauen Augen schaute, und sich zu ihr beugte um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. Doch bevor er dies tat, berührten seine Lippen die ihren...



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