03.11.2009

Kindergartenausflug

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Frau Überzwerg ist leidenschafliche Kindergärtnerin. Sie hat zu ihrem Leidwesen selbst keine Kinder, da ihr Mann, der übrigens Pilot ist, immer sofort in die Luft geht, wenn seine Ehefrau ihn auf dieses Thema anspricht. Also genießt sie die Anwesenheit der wohlerzogenen süßen kleinen Kinder, während sie wochentags ihren Beruf ausübt. Am Wochenende ist sie immer ganz traurig, dass sie nicht arbeiten darf. Dann geht sie meistens auf irgendeinen Spielplatz und setzt sich dort auf eine Bank, um den Kleinen beim Spielen zuzusehen. Sie beneidet dann immer die Eltern, die ihren Kinder mit Spucke die Schokolade aus dem Gesicht wischen dürfen und sie trösten dürfen, weil sie sich mal wieder fürchterlich auf die Nase gelegt haben.

Am wohlsten fühlt sich Sabine Überzwerg, wenn es Montag Morgen ist, denn da hat sie 5 Tage vor sich, an denen sie mit ihren Fratzis zusammen sein darf. Die Kindergartenkinder werden von Frau Überzwerg Fratzis genannt, weil sie so süße kleine Fratzen haben. Manchmal, wenn sie die Kleinen knuddelt, übertreibt sie es ein wenig, so dass die Kinder keine Luft mehr bekommen und laut schreien: "Mama... Hilfe...!" Dann wird die junge Frau immer ganz sentimental, da sie doch auch so gerne Mutter wäre.

An einem Freitag war es mal wieder so weit, dass Frau Überzwerg sehr traurig war, dass das unbeliebte Wochenende vor der Tür stand. Glücklicherweise war an diesem Freitag ein Tagesausflug mit den Kindern geplant, so dass ihre Trauer etwas gemildet wurde. Es ging raus ins Grüne. In Zweierreihen wanderten sie durch die wunderschöne Natur von Frau Überzwergs Heimatstadt. Über Wiesen und Felder spazierten die Kleinen singend und ohne zu Murren bis sie schließlich in einem dunklen Wald angekommen waren. Frau Überzwerg wunderte sich, wie sie hier hingeraten sind. Vor lauter Euphorie hat sie gar nicht mehr realisiert, wo sie lang gelaufen sind und wie sie in diesem düsteren Wald gelandet sind.

Doch die Kindergärtnerin glaubte jetzt zu wissen, wo es lang ging und schritt zielsicher voraus. Doch dadurch verirrten sie sich noch mehr, so dass Frau Überzwerg schließlich gar nicht mehr wusste, wo sie waren. Das konnte sie allerdings vor den Kindern nicht zugeben, denn sie musste auf jeden Fall verhindern, dass die Kleinen in Panik geraten. Also versuchte sie, einen entspannten Gesichtsausdruck aufzusetzen.

Der kleine Fred hatte die Situation allerdings sofort erkannt und ging zu seiner Kindergärtnerin, um ihr Folgendes mitzuteilen: "Ich weiß, dass wir uns verlaufen haben und dass sie nun nicht mehr wissen, wie wir aus dem Wald rauskommen. Zum Glück habe ich den Wunderkompass aus dem letzten Stüpsheft dabei. Er wird uns ohne Probleme hier herausführen." Frau Überzwerg konnte nun nicht mehr weiter die Situation verleugnen und willigte dem Vorschlag des Jungen ein. Also folgten sie allesamt Fred, der seit 2 Jahren von seinen Eltern regelmäßig Stüps bezahlt bekam, und waren schon bald wieder aus dem Wald heraus. So war Fred mit dem Kompass der gefeierte Retter der Gruppe.

Die Kinder konnten alle wieder pünktlich bei ihrer Familie sein und Frau Überzwerg war zum ersten Mal in ihrem Leben froh, dass Wochenende nicht mit den Kindern - in einem dunklen Wald - zu verbringen.


Und die Moral von der Geschichte: Kauft immer alle regelmäßig Stüps. Und falls es das in Wahrheit nicht geben sollte, dann schaut doch mal, ob es ein Heft mit Gimmix gibt, was ähnlich heißt. Falls das nicht mehr angeboten wird, dann mobilisiert alle Kräfte, damit es wieder aufgelegt wird. Es könnte Eure Rettung sein.



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Kommentar von plunder:
(28.04.2011 um 16:34 Uhr)

Diese Geschichte ist wirklich gut. Aber selbst, wenn sie schlecht wäre, würde der Name 'Überzwerg' alles wieder rausreißen. Habe mich beim Lesen köstlich über diesen Namen amüsiert.




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