11.05.2010

Sagenhafte Wanderung der Gegensätze auf zwei Beinen

()

In Zusammenarbeit mit JackieBlacky

Er fühlte den Abgrund unter seinen Fußsohlen. Sein kurz geschorenes Haar wehte im Wind, er schloss bedächtig seine Augen und blickte von links nach rechts. Tief in Gedanken versunken spürte er den Wechsel von Wind und Stille. Nun war er bereit gewissenhaft der Ahnungslosigkeit entgegen zu gehen. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Plötzlich hauchte ihm ein Orkan um die Ohren, der seinen Vorwärtsdrang ein ruckartiges Ende versetzte. Verwirrt hob er seine Lider und erspähte ein metallenes Monster auf vier Rädern. Aus dem Auto schallten wohltuende Töne, welche ihn stark an MJ erinnerten. Reflexartig setzte bei ihm der Moonwalk ein, um ihn vor den zarten Fängen des Ungetüms zu beschützen.

Seine Brust hob und senkte sich, als läge eine federnde Schwere darauf. Mit jedem Atemzug nahm das Rauschen in seinen Ohren zu. Er fühlte, wie die Schläge seines Herzens dem Takt seiner Füße folgten. Eine merkwürdige Ahnung beschleunigte seine Schritte stetig ein wenig mehr. Jenes Gefühl, das seinen Oberkörper salbte, übertrug sich auf den unteren Teil seiner Selbst.

Seltsamerweise krümmte sich nun seine Wirbelsäule, so dass er krampfhaft in den Boden starren musste. Nach einer Weile löste sich diese Beklemmung und er wagte einen scheuen Blick in die reale Welt. Es schien alles bunt und schön zu sein. Unter sich nahm er das rauschende Geflüster des Flusses wahr, darüber jedoch den tosenden Tümpel der Lüfte.

Da bemerkte er eine unbekannte Gestalt neben sich. Zunächst betrachtete er dessen Haupthaar, welches sich glänzend glatt in alle Richtungen wellte. Einem besonnenen Reh gleich, blickte der Unbekannte von rechts nach links, um sich sodann der genügsamen Flut unter unseren Füssen zu widmen. Starrend bleich und abwechslungsreich schien seine Mimik pure Panik zu vermitteln, die sich in sein Gehirn unheilvoll fortpflanzte. Inzwischen hatte sich bereits eine wirkungslose Meute um das extrovertierte Wild gescharrt.

Unvoreingenommen hörte er nun liebliche Geräusche, welche vom Reiter eines stählernen Rosses erklangen:“ Hast du keine Augen im Kopf, du Vollidiot?“. Schreckensbunt drehte er sich um einen halben Kreis, damit er dem Schreihals verstört nachsehen konnte.

Aus heiterem Himmel vernahm er ganz plötzlich einen atemberaubenden Schrei, der sich schnell der Ferne näherte. Dies veranlasste ihn den Kreis zu Ende zu führen. Als er wieder dem märchenhaften Mann zublinzeln wollte, bemerkte er dessen Verschwinden. Ein dezent aufbrausendes Geklatsche begleitete seine Verwirrung. Schnell wandte er sich zur Brüstung, blickte in die Tiefe der Welt und sah gerade noch rechtzeitig, dass der Mann nur an einem Bungee die Brücke hinunter gesprungen ist. Eine heillose Erleichterung senkte sich auf seine Glieder und die Schwere der Last flog hinfort, leicht wie ein eiserner Schmetterling.



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