16.06.2008

Berni Bürger - Schmutz und Dreck

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Berni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.

Neulich im Frühjahr führte ihn sein Spaziergang in den durch einen vorangegangenen heftigen Regenguss dampfenden Stadtpark.

Belustigt beobachtete er ein paar kleine Jungen, die bei einem Fußballspiel auf der pitschnassen Wiese ihre Kleidung in ein matschiges Etwas verwandelten.

„Welch ein Schmutz…, welch ein Dreck“ dachte er, um gleichzeitig zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es zuhause sicherlich eine Dusche gäbe und Mamma mit ihrer Waschmaschine alles wieder in ein strahlendes Weiß verwandeln würde.

„Was also“, überlegte er, „ist denn nun wirklicher Schmutz und Dreck? Schmutz und Dreck, der bleibt und absolut nicht mehr weggewaschen werden kann?“

Nach und nach fielen ihm einige Merkmale ein, auf Grund derer man wirklichen Schmutz und Dreck definieren kann?“ Hier die fünf, die ihm am wichtigsten erschienen :

1. Wenn eine kleine Minderheit, die sowieso schon fast alles besitzt, der großen Mehrheit auch das Letzte, was ihr geblieben ist, wegnehmen will.

2. Wenn die Mehrheitsvertreter, die für Gerechtigkeit für das Gesamte sorgen sollten, die so handelnde Minderheit durch ihre unverständliche Gesetzgebung auch noch unterstützt. (Sei es aus Dummheit oder Selbstnutz)

3. Wenn der „kleine“ Mann für das unscheinbarste Vergehen hart bestraft wird, während die „Großen“ bei schwersten kriminellen Verbrechen mit lächerlichen Bewährungsstrafen davon kommen.

4. Wenn aus reiner Geldgier und krankhaftem Machtstreben Menschen physisch und psychisch unterdrückt werden.

5. Wenn die Rechtsprechung bei Klagen gegen diese Unterdrückung den Gierigen und Machtgeilen aus so genannten diplomatischen Gründen sogar noch den Rücken stärkt.

Ja, das ist der Schmutz…, das ist richtiger Dreck, der nicht mehr weggewaschen werden kann. Davon ist Berni überzeugt und nichts auf der Welt kann ihn von dieser Meinung abbringen.

Denn Berni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.



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Kommentar von Heinzelmannberater:
(26.02.2014 um 16:52 Uhr)

Hallo Berni, wo bist du? Ich habe leider solange nichts Neues mehr von dir gelesen? Wann darf ich endlich wieder in den Genuss deiner literarischen Leckerbissen kommen?

Kommentar von joku:
(26.06.2008 um 12:22 Uhr)

Berni wollte ja in die Politik gehen und einiges für's Volk bewegen. Was daraus geworden ist, sieht man in der Geschichte: "Eine politische Karriere".

Kommentar von Bruno:
(23.06.2008 um 15:52 Uhr)

Die Franzosen sind halt richtige Revoluter, Hansen! Schon im 18. Jahrhundert waren sie in dieser Beziehung richtig aktiv. Wir sollten uns die Franzosen allerdings nicht in jeder Hinsicht als Vorbild nehmen. Von den Essgewohnheiten sollten wir uns bspw. nicht zuviel annehmen (Weißbrot in Stangenform, Schenkel von Fröschen u. ä.).

Kommentar von Hansen:
(23.06.2008 um 15:40 Uhr)

Eher hilfreich wäre es, wenn das abgestumpfte, bequeme Volk mal den Allerwertesten hoch bekäme und sich nicht alles gefallen ließe. Bestes Beispiel, dass das auch im schlummernden Westeuropa machbar ist: Frankreich!

Kommentar von Bruno:
(17.06.2008 um 11:58 Uhr)

Da hilft nur eins: Berni muss in die Politik gehen und alles wird besser ... vielleicht!




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