15.11.2007

Berni Bürger - Asterix und Obelix

()

Berni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.

Und er hat neben seinem Lieblingshobby Fußball eine weitere bevorzugte Freizeitbeschäftigung: Er ist ein großer Fan von Asterix und Obelix.

Er besitzt jedes Heft, hat diese schon viele Male gelesen, so dass er die meisten Dialoge wie aus der Pistole geschossen deklarieren kann.

So bleibt es nicht aus, dass diese Materie auch Einzug in seine Träume findet und wie es nun mal so ist, vermischen sich in seinen Träumen des öfteren Illusion und Realität. Besonders dieser eine Traum, der sich oft wiederholt, hat es ihm angetan:

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In grauer Vorzeit gab es in den dichten Wädern Europas die Siedlung Germanica. Insgesamt zählte dieses Dorf 82 Einwohner. Um das Leben dieser Einwohner wirtschaftlich, gesellschaftlich, finanziell und sozial zu gestalten, wählten sie aus ihrer Mitte einen Siedlungsvorstand. Dieser bestand aus Kanzlerix, Ministerix, Parlamentarix und Abgeordnerix.

Zwei der Mitbürger waren ein wenig gewitzter als die anderen: Kapitalix und Unternehmerix. Sie hatten, woher weiß heute keiner mehr, mehr Muscheln gehortet als die anderen Einwohner.

Mit diesen vielen Muscheln gründeten sie eine Werkstatt für Meldetrommeln mit Namen T2 (für Trommelwerkstatt 2 / eine Trommelwerkstatt 1 (T1) gab es schon im etwas entfernten Kleinbonnum). Für die Verwaltung ihrer Werkstatt gewannen sie den für seine Schlitzohrigkeit bekannten Managerix.

Außerdem gab es noch einige Mitbewohner, die für die Versorgung des Dorfes zuständig waren und zwar: Jägerix und Fallenstellerix für das Fleisch, Fischerix und Anglerix für den Fisch und Landwirtix und Bauerix für Früchte des Feldes. Alle anderen Männer des Dorfes im arbeitsfähigen Alter waren bei Kapitalix und Unternehmerix in der Meldetrommelfirma T2 beschäftigt und somit auch muschelmäßig voll von ihnen abhängig.

Eines Tages bekamen Kapitalix und Unternehmerix ein Angebot aus Anglistica, einem Dorf aus dem fernen Britannien. Der dortige Earl von Wotanfun bot ihnen für ihre Trommelwerkstatt T2 mehrere hundert Millionen englische Muscheln. Die beiden rechneten diese Summe in germanische Muscheln um und stellten fest, dass sie und ihre Nachkommen damit für immer in Saus und Braus leben könnten.

Als beauftragten sie ihren Mmitarbeiter Managerix damit, die Verhandlungen zu führen und das meistmögliche an englischen Muscheln für sie dabei herauszuholen.

Managerix aber war schlau und darauf bedacht, dass auch für ihn viele, viele Muscheln abfielen. Deshalb sagte er, dass dies' doch sehr schwere Verhandlungen werden würden und machte Kapitalix und Unternehmerix zusätzlich darauf aufmerksam, dass es im Dorf sicher auch einige Unruhe geben werde. Daraufhin versprachen sie ihm, dass, wenn er alles im Sinne von Kapitalix und Unternehmerix regeln würde, auch für ihn viele Millionen germanische Muscheln übrig bleiben würden.

Gesagt, getan und so setzte sich Managerix als erstes mit Kanzlerix, Ministerix, Parlamentarix und Abgeordnerix zusammen, erklärte ihnen die Situation und bat sie, für den Fall, dass es im Dorf ob der Folgen des gigantischen Muschelgeschäfts Aufruhr geben sollte, eineLösung zu finden, um den Ärger ins nichts verpuffen zu lassen. Es sei auch nicht zu ihrem Nachteil, machte er ihnen den Deal schmackhaft.

Sie verspreachen ihm, ihr Bestes zu tun und die Dinge nahmen ihren Lauf. Die Trommelwerkstatt T2 wurde für eine immense Summe an den Earl von Wotanfun verkauft und Managerix kassierte nebenbei, wie versprochen, ca. 60 Millionen germanische Muscheln.

Plötzlich hatte der größte Teil des Dorfes keine Arbeit mehr und sie riefen „Woher sollen wir nun die Muscheln nehmen, um Fischerix und Anglerix die Fische anzukaufen, womit sollen wir das Fleisch von Jägerix und Fallenstellerix bezahlen und Muscheln für die Früchte des Feldes von Landwirtix und Bauerix haben wir auch nicht mehr.“

Die meisten Dorfbewohner verlangten (Heute nennt man das ‚Druck der Öffentlichkeit‘) eine allgemeine Anhörung der Beteiligten, bei der sich insbesondere Managerix für den existenziellen Niedergang der Dorfgemeinschaft verantworten sollte.

So geschah es und fast alle Siedlungsbewohner waren überzeugt, dass es zu einer strengen Bestrafung von ‚Managerix kommen würde und dass er zumindest die 60 Millionen Muscheln zum Wohle der Dorfgemeinschaft herausrücken müsse.

Doch weit gefehlt. Dorfvorsitzender Kanzlerix ergriff das Wort und teilte dem verdutzen Mitbewohnern mit, dass es ihm und seinen Kollegen im Siedlungsvorstand, Ministerix, Palamentarix und Abgeordnerix, nach langem Suchen gelungen sei, ein altes Gesetz zu finden, nachdem es erlaubt sei, so zu handeln und das demnach alles seine Richtigkeit habe.

Die Versammlung endete also wie das Hornberger Schließen und die Menschen im Dorf wurden mit ihren Sorgen allein gelassen. Die letzten Worte von Kanzlerix waren: „Wir sind doch keine Bananenrepublik (heute nennt man das ‚Bundesrepublik‘) und bei uns gibt es keine Korruption (heute nennt man das ‚eine Lobby haben‘).“

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Jedes mal an dieser Stelle des Traumes wacht Berni Bürger schweißgebadet auf und denkt: „Gut, dass es so was nur im Traum gibt !!!“

(???)

Und er nimmt sich vor, nicht mehr so oft ‚Asterix und Oberlix‘ zu lesen. Denn Berni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.



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