07.02.2013

Die Falle

()

John war zu seiner Zeit das Genie,
ein genialer Meisterdieb ohne Gleichen,
seine Sucht Gold, die Kleptomanie,
er wollte dazugehören, zu den Reichen.

Der Abend im Regen war ein Graus,
weit ab vom Londoner Stadtrand,
seit Tagen observierte er das alte Haus,
was er als lohnende Goldgrube empfand.

Die Villa sah aus wie ein Palast,
mit kleinen Türmchen auf den Ecken,
in das Tor war eine Art Dämon eingefasst,
konnte John aber nicht verschrecken.

Er roch wieder mal einen Goldschatz,
und die Bewohner waren nicht daheim,
da einer passte von seinem Schlüsselsatz,
ging er erwartungsvoll schnell hinein.

Als er den Saal betrat lachte sein Herz,
seltene Kostbarkeiten standen überall,
nur der Stimmgesang schien ein Scherz,
der in seinen Ohren dröhnte wie ein Schall.

“ Tritt ein,
und du wirst für immer gefangen sein”

Es kam aus einer goldenen Uhr mit Schild,
das auf einem Teufelskopfkamin stand,
darauf war ein riesiges Spinnenbild,
das John, als das nackte Grauen empfand.

Auf einmal fing der Kamin an zu brennen,
dann Schreie, als würde jemand darin braten,
er wollte gerade wieder zur Tür rennen,
als diese schloss mit Stahlrollladen.

An den Fenstern rasselten Gitter nieder,
aus dem Teufelskopf krochen Schlangen,
die Höllenstimme erklang nun wieder,
“Deine Gier hat dich für immer gefangen“.

Da war die Treppe, er musste hinauf,
irgendwie entkommen diesem Alptraum,
doch der Schrecken nahm sein Lauf,
die obere Etage war ein gläserner Raum.

Hier standen Tote, präparierte Leute,

konservierte Gestalten mit ihrem Namen,
sie wurden zur teuflischen Beute,
weil, alle aus seinem Metier kamen.

Ihre Augen wurden ausgestochen
und mit antiken Goldmünzen versehen,
ihre Hände hingen wie gebrochen,
wie erstarrt blieb John nun stehen.

Denn er sah sein Namensschild,
der Platz für ihn stand schon bereit,
das Monster erschien jetzt vom Bild
und grunzte“ Sie ist abgelaufen deine Zeit.”

Die Schlangen fesselten Arme und Beine,
John schrie als er den Spinnenkopf sah,
er wurde eingerollt, wie mit einer Leine
und er hörte nur noch “Ich bin Tarantula”.

Ihr spitzer Stachel drang in seine Augen,
er spürte Schmerz, Blut und Dunkelheit,
seine Innerein tat sie schmatzend einsaugen,
bis John wandelte, zum leblosen Kleid.

Bald stand er auch hinter Glas als Dieb,
seine Sucht brachte ihm kein Glück,
die maßlose Gier, die ihn in eine Falle trieb,
machte aus ihm ein Anschauungsstück.

Der nächste kommt bestimmt bald,
er wird auch ihn angstvoll anschauen,
die dämonische Spinne wartet eiskalt,
sie kann in Ruhe John verdauen.

Die Fenster und Türen sind wieder frei,
die Falle Tarantula ist neu gestellt,
die Moral dieser makabren Gruseldichterei,
Mensch verdiene ehrlich dein Geld.





















Literatur News

Social Media

Letzte Einträge

Mein Werk eintragen!

- neu - bearbeitet

Gsf Buchtipp



Rezension

Aktionen / Gewinnspiele



Mein Gewinnspiel starten

Worthupferl


Mehr Worthupferl? Klick!

Verwandte Leseranfragen

Keywords

  • Stichwörter

  • Falle, Tarantula , Spinne
nach oben