15.11.2007

Der Fall Susanne Schäfer

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Susanne war mal wieder sauer, warum musste sie immer die Fehler anderer ausbügeln? Nun saß sie schon wieder alleine im Büro. Alle anderen haben pünktlich um 17 Uhr das Büro verlassen. Um zwei Minuten vor 5 kam ihr Chef ins Büro gestürzt und meinte nur „Ah Frau Schäfer gut das sie noch da sind ….“ dann fing die Schimpftriade an. Ihre Kollegen haben nur die Köpfe eingezogen und haben sich still und leise aus dem Büro geschlichen, damit sie nicht auch noch was abbekommen würden.

Nun saß sie also alleine im Büro, wälzte sich durch den Berg von Unterlagen, welche ihr Chef ihr auf den Tisch geknallt hatte. Ihre Konzentration ließ auch so langsam nach, die Zahlen verschwammen ihr vor den Augen. Sie sah auf die Uhr des PC´s, mittlerweile war es schon fast 21 Uhr und sie war noch lange nicht fertig. Susanne stöhnte leise auf und murmelte „Es nützt ja alles nichts“, dann stand sie auf und ging in die kleine Küche um sich einen Kaffee zu holen. Sie stutzte kurz, da bereits eine Kanne mit dampfenden Kaffee neben der Kaffeemaschine stand. War noch jemand anders hier? Sie ging in den Flur und blickte sich um. Alle anderen Büros waren dunkel, vielleicht hatte ja nur jemand den Kaffee vergessen. In der Küche schenkte sie sich eine Tasse Kaffee ein und schlenderte zurück in ihr Büro.

Bevor sie an ihrem Platz ankam, ging auf einmal der Monitor eines Arbeitskollegen an. Sie ging näher um zu sehen, was dort passiert. Gerade als sie den Ausknopf betätigen wollte, änderte sich das Bild. Auf einem blutroten Hintergrund stand „ICH WARTE AUF DICH“. Stirnrunzelnd betrachtete sie das Bild. Holger war schon ein komischer Kerl, was sollte man von ihm sonst erwarten. Susanne schaltete den Monitor aus und setzte sich auf ihren Platz. Mit beiden Händen hielt sie den Kaffee und atmete den aromatischen Duft ein und trank dann einen Schluck.

Mit einem Seufzen stellte sie den Kaffee ab und widmete sich wieder den Unterlagen und stutzte wieder einmal. Zwischen den Akten waren überall Zettel zwischen den Seiten zu sehen. Wo kamen diese auf einmal her? Sie blätterte die Zettel durch. Auf allen stand derselbe Text: „Ich warte auf dich. Komm zu mir. Ich kriege dich“ Susanne stand auf und drehte sich einmal im Kreis während sie sich im Büro umsah „Ist da jemand?“ Stille „Das ist nicht lustig, wer ist da. Kommen sie sofort raus, oder ich rufe die Polizei.“ Wieder bekam sie keine Antwort, das einzige was sie hörte war ihr rasender Herzschlag.

Sie ging hinaus auf den Flur und machte überall Licht an, jemand war noch hier und war in das Großraumbüro geschlichen um die Zettel zu platzieren, während sie sich den Kaffee geholt hatte. Sie schaute in jedes Büro, doch sie konnte nirgendswo etwas Ungewöhnliches erkennen. Und ging somit wieder in ihr Büro. Gerade als sie sich setzen wollte, sprang der Drucker an. Susanne stand wieder auf und ging zum Drucker. Sie schlug sich eine Hand vor den Mund vor lauter entsetzen. „Susanne ich will dich! Susanne ich krieg dich! Susanne ich warte auf dich! Susanne komm zu mir!“ So ging es Seite für Seite weiter.

Dann ging das Licht aus. Es war stockfinster, Susanne fing an am ganzen Leib zu zittern. Dann hörte sie ein Geräusch, Schritte die immer näher kamen, Susanne hockte sich hinter den Drucker. Ihr Herz pochte so laut, so das sie glaubte, es wäre für niemanden zu überhören. Sie hoffte jedoch, das man sie weder sehen noch hören konnte. Die Schritte waren im Büro angekommen und man hörte eine flüsternde Stimme „Susanne wo bist du?“ Sie hielt den Atem an. Im nächsten Moment hörte man einen riesen Knall und Geschepper. Susanne wagte für einen kurzen Augenblick aus ihrem Versteck heraus zu sehen, damit sie wusste was passiert ist.

Sie sah einen riesigen Schatten welcher nun einen Monitor nach dem anderen erhob und durch die Luft warf. Schnell sank sie wieder in den rettenden Schatten zurück. Der Lärm wurde unerträglich laut. Im nächsten Moment zersplitterte ein Monitor direkt neben ihr an der Wand und Susanne schrie panisch ihre Angst heraus und sprang auf um wegzurennen. Das Schattenwesen sah Susanne wegrennen und verstellte ihr schnell den Weg. Dann nahm er einen Stuhl der neben ihm stand und schleuderte diesen in Susannes Richtung. Wieder schrie Sie auf und rannte in die hinterste Ecke des Büros. Gerade als sie sich wieder umdrehte, warf die Schattengestalt einen PC nach ihr. Es ging so schnell das Susanne nicht mehr ausweichen konnte. Sie wurde mit voller Wucht von dem PC getroffen und gegen das Fenster geschleudert.

Halb bewusstlos, hielt sie sich mit ihrer noch verbliebenen Kraft am Fenstergriff fest. Erschrocken stellte sie fest, dass ihr Blut aus dem Mund das Kinn hinab lief, sie wischte es sich mit einer Hand ab und starrte entsetzt auf ihre nun blutige Hand. Somit bemerkte sie nicht, dass das Schattenwesen gerade einen neuen PC nach ihr warf. Diesmal wurde sie mit voller Wucht am Kopf getroffen, das Fenster gab nach und Susanne fiel zusammen mit dem PC aus dem 6. Stockwerk. Nach wenigen Sekunden prallte Sie unten auf. Im gleichen Moment, seufzte der Schatten erleichtert auf und löste sich langsam in Luft auf.

Am nächsten Tag nachdem die Polizei alles genau untersucht hatte, wurde der Bericht geschrieben:

Nach Aussage der Arbeitskollegen, war Frau Susanne Schäfer schon seit längerem depressiv und genervt von ihrem Job. Als der Chef der Firma „Versicherungen Köster" Herr Köster Frau Susanne Schäfer am 21. Mai 2004 aufforderte die Akten des Falls „Sicherheitstechnik Ricken“ neu zu bearbeiten ist sie so erbost darüber gewesen, das sie abends als niemand mehr im Gebäude war das Großraumbüro Nummer 624 vollends zerstört hat. Nach dieser Tat ist ihr wohl klar geworden, was sie getan hat und hat Selbstmord begannen, indem Sie sich aus dem Fenster gestürzt hat.



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