10.12.2016

Auf der Straße dunkelster Macht (Geister-Rap)

()

 

Jerry lachte,

als er an den gestrigen Abend dachte,

der Musiker war bei Rockband-Freunden eingeladen,

die oft mit schaurigen Geistern in Verbindung traten.

 

Diese Typen hatten so ein altes Ouija-Brett,

und mit Whisky, ein wenig Marihuana, war das Spiel ganz nett,

um die andere Seite fragend, Lust-grölend anzurufen,

cool, in dunklen Gothic-Fan-Welten, zu grooven.

 

Und dieses tief-düstere Irgendwo gehörte den Toten,

die, mit seltsam-verzerrten Stimmen, drohten,

sie würden Jerry bald höllisch begrüßen,

ihm die Fahrt, in den dunkelsten Tod, versüßen.

 

Tags darauf saß er wieder in seinem Shelby Mustang

und die Heimfahrt auf dem Highway begann,

hundertfünfundzwanzig Meilen bis runter nach Maine,

was dann geschah konnte er nicht verstehen.

 

Obwohl vorhin noch eine zarte Morgensonne schien,

sah man nun unheilverkündend-Dunkles vor sie ziehen,

die Straße wandelte in eine schwarz-wabernde Gischt

und Jerry brauchte volles Mustang-Licht.

 

Aus dem Radio dröhnte dann auf einmal dieses Lied,

mit geisterhaft-düsteren Beat:

Willkommen auf der Straße dunkelster Macht,

wir haben unsere Wächter mitgebracht“!

 

Halb erstarrt kam er ins Schwitzen,

sein Scheinwerferlicht verfing sich in grellen Blitzen,

die Alleebäume wurden monströse, schemenhafte Kreaturen,

auf lila-gleißend, glühenden Fahrbahnrandspuren.

 

Jerrys Hände verkrampften, doch er musste weiter lenken,

und an „Highway to Hell“ von „AC/DC“ denken,

eine seiner Lieblingshits, gefühlte tausend mal nachgespielt,

doch nie hatte sich das Grauen dermaßen echt angefühlt.

 

 Aus hellem Tag wurde stockfinstere Nacht, er glaubte es kaum,

alles wirkte total abstrus, wie in einem bösen Horrortraum,

denn Jerry konnte den Wagen nicht mehr anhalten

und links und rechts tanzten flackernde Monster-Gestalten.

 

Diese schienen neben dem Mustang her zu schweben,

dicht an dicht, es würde keinen Ausweg geben,

verdammt, diese Straße führte Jerry niemals nach Maine

und hinter ihm stürzte alles ein, er konnte nicht mal drehen.

 

Jerry versuchte sich an den Spieleabend zu erinnern,

grübelte über das Geisterstimmen-wimmern,

warum wurde er, zu dieser schrecklichen Farce, auserwählt,

oh, verflucht, hatte er etwa vom schwarzen Engel erzählt ?

 

Und wieder dröhnte aus dem Radio dieses Lied,

mit dem bekannt-geisterhaft-düsteren Beat:

Willkommen auf der Straße dunkelster Macht,

wir haben unsere Fänger mitgebracht“!

 

Dieser Engel war eine pechschwarze Statue gewesen,

sie sah schön kultig aus, für Gräber, eben besonders erlesen,

mit Gwen, eine seiner Gothic-Groupies, hatte er sie geklaut,

einfach, von solch uraltem Stein, des Friedhofs, abgebaut.

 

Jerry wusste noch wie leicht die Engelsfigur war,

für Einmeter-siebzig Höhe wahrlich sonderbar,

Mond und Sterne verschwanden in dieser Nacht,

so hatten sie die Schöne ungesehen nach Hause gebracht.

 

Natürlich waren sie dann lachend, halb-betrunken,

mit Joint und Cola-Wodka in ihr Liebesspiel versunken,

als grummelndes Rauschen überging in schrillen Geistergesang

und die Statue sich drehend zu verwandeln begann.

 

Zum schwarz- wirbelndem Rauch, in dem ein Totenengel flog,

und Gwen zu sich, an ihren lila-langen Haaren, zog,

sie kreischte dämonisch, alles bebte,

ehe sie, mit Jerrys Gothic-Liebelei, davon schwebte.

   Seit jener Höllennacht wurde Gwen nicht mehr gesehen,

er behielt es aber für sich, dieses makabere Geschehen,

denn Jerry fand später den alten Grabstein unverändert vor,

mit samt unversehrter schwarzer Engelsfigur.

 

Und wieder dröhnte aus dem Radio dieses Lied,

mit dem bekannt-geisterhaft-düsteren Beat:

Willkommen auf der Straße dunkelster Macht,

wir haben dir den schwarzen Engel mitgebracht“!

 

Auf einmal saß der schwarze Engel im Mustang,

geisterhaft-glimmend, neben Jerry, und sang,

Gwens Lieblingslied:„Lullaby“, von „The Cure“,

der Wagen begann zu schlingern, blieb aber in der Spur.

 

Jerry konnte weder bremsen noch drehen,

er flehte um Vergebung, um ein Verstehen,

sah auf einmal Gwen, vor ihm, im irrsinnigstem Wahn,

in voller Fahrt war er funkensprühend durch sie gefahren.

 

Schwarzer Engelsdunst rotierte nun,

etwas zischte, bald wäre er am Ziel, könne ewig ruhen,

Gwen hätte das Totenbett, für beide, schon gemacht,

erwartete ihn am Straßenende dunkelster Macht.

 

Wo das gleißende-lila Licht den Highway verengte,

irgendetwas, spukend heiß, seine Sinne versengte,

teuflische Kreaturen krochen durch ihn, wie gefräßige Spinnen,

er konnte dem jüngsten Gericht nicht mehr entrinnen.

 

Rauch-wirbelnd wurde Jerry mitgerissen,

gestreift von Engelsflügeln, süßen Erinnerungsküssen,

Gwens, vertraut hauchendem, Lippenmund,

bis hin, zur schwarzen Leere, zum brodelnden Höllenschlund.

 

Dabei dröhnte aus dem Radio dieses Lied,

mit dem bekannt-geisterhaft-düsteren Beat:

Hier endet die Straße dunkelster Macht,

der schwarze Engel hat sein Werk vollbracht,...

 

...und schallendes Gelächter zog tosend durch die Nacht,

mit höllisch schwarzer Engelsmacht...!



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  • Stichwörter

  • Gothic- Fans , Seance , Geister-rufen , Schwarzer Engel , Dunkle macht , Höllenfahrt
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