30.08.2011

Die sprechende S-Bahn

() Humor & Satire 2011

Bild zu Unlängst fuhr ich mit der Berliner S-Bahn in die Stadt. Nichts Besonderes, auch die Störungen nichts Besonderes. Seitdem wir eine Verkehssenatorin haben, die mal eine Sozialarbeiterin im Altenheim war, geht es im Berliner Nahverkehr eher etwas bedächtiger zu. Ich zweifle da nicht an ihrer fachlichen Kompetenz. Sicher ist sie früher auch mal S-Bahn gefahren Na gut, jetzt aber zu meinem Erlebnis. Es bagann mit einer Durchsage am Bahnhof: Der Z... nach Alex... hat voraussichtlich zr.. Mi..Ver....... Die Punkte stehen für unverständliches Knacken und Rauschen. Also wir waren alle umfassend informiert. Dann kam sie, die S-Bahn, nach ca. 30 Minuten. Na gut, dachte ich mir, geht noch. Einen Platz bekam ich auch. Es war interessant. Der Vorbesitzer meines Platzes hatte Döner gegessen, Bier getrunken (früh um 08:00 Uhr!!) und die BZ gelesen, das war zumindest den Resten auf und unter der Bank zu entnehmen. Als ich mich darüber aufregte und versuchte etwas aufzuräumen, kam sie das erste Mal, diese Stimme: "Hab dich nicht so, was soll ich denn sagen, so was passiert mir jeden Tag." Ich erschrak, niemand sagte etwas. Mein Gegenüber las eine Zeitung. Die beiden Omis auf der anderen Seite analysierten gerade einen Arztbesuch . "Na guck nicht so, ich bins, deine S- Bahn. Warum fährst Du eigentlich mit? Am Ostkreuz ist sowieso Schluß, mein Radsatz vorne links macht nicht mehr mit. Die Idioten haben zwei Inspektionen ausgelassen.Einfach die Protokolle getürkt" Ich hatte mich wieder gefasst. "Woher weisst Du das ?" meine schüchterne und leise Frage. Mein Gegenüber sah erschrocken auf, dachte, er sei gemeint.  "Weiss ich eben, mir tut doch schon alles weh ! Ach ja, ich werde entgleisen und dann gibt es richtig Streß!" "Das kannst Du nicht machen!" meine erschrockene Antwort. "Doch, kann ich, alles Idioten. Die denken, ich fahre so einfach vor mich hin. Aber auch so als Zug hat man eine  Seele. Diese Trottel trampeln schon zu lange auf uns rum." Ich war sprachlos. Noch zwei Stationen, was sollte ich tun. "Pass auf.. meldete sich mein Zug wieder,..ich hab da so eine Idee! Du ziehst jetzt die Notbremse, ich blockiere den Radsatz, vorne links, dann fliegt ihr ein bischen durcheinander, Du sagst, welche Katastrophe du verhindert hast. den Rest macht das Bundesaufsichtsamt und wir haben Ruhe, können endlich mal in die Werkstatt. Ihr müsst dann allerdings eine ganze Zeit auf eure S-Bahn verzichten." Ich überlegte . Das geht nicht, dachte ich. Noch eine Station ! "Na los, du hast keine Zeit mehr." Ich sprang einfach auf, zog die Notbremse und es kam alles so, wie mir mein Zug gesagt hatte. Als mich die Bundespolizei abführte, hörte ich noch ein leises "Danke, machs gut." Es war mein Zug, der genau 50 Meter vor dem Ostkreuz zum stehen kam.  Den Rest kennen Sie, liebe Leser. das war vor ca. zwei Jahren, seit dem gibt es keinen vernünftigen S-Bahnverkehr mehr in Berlin, der Vorstand musste gehen, der Bahnchef auch. Nur die Sozialerbeiterin, die ist immer noch Senatorin. Ja, was man so alles bewirken kann, wenn man mal mit diesen technischen Geräten spricht , und übrigens : Ich war neulich in Stuttgart. Mir war so , als ob mir der Bahnhof was sagen wollte ? Aber das kann ich auch nur geträumt haben.  



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  • S-Bahn, Verkehr, unfähige Politiker, Berlin , Bahnhof, Nahverkehr , Deutsche Bahn
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