18.08.2010

Die Legende des Büffelkriegers

() Gsf Western Beitrag 2010

Dies geschah in der alten Zeit,ehe die Indianer auf die Weißen getroffen waren.Damals lebten unzählige Stammesgruppen in verschiedenen Dörfern.Die Hütten waren damals noch aus Lehm.Die Gruppe der Kaimanen machten sich auf den Weg zur Winterjagd.Sie waren auf der Suche nach Büffeln,nur zu dieser Zeit waren diese sehr selten in der Nähe.So suchten sie in allen Richtungen,konnten aber einfach keine Spuren der Tiere entdecken.Als dies mehrere Tage erfolglos anhielt war somit eine Zeit des Hungers eingeläutet.

Die Kinder weinten und die Gesichter der Frauen waren von großer Sorge gezeichnet.Einem Krieger schmerzte es so sehr diesem großen Leid zuzusehen und auf Besserung nur zu hoffen,daß er zum Oberhäuptling ging und zu ihm sprach:"Befehle den Häuptlingen und Männern sie sollten tun was ich ihnen sage.Mein Herz zerbricht ,wenn ich an das Leiden der Menschen denke.Ich bin zwar nur ein normaler Krieger,aber vielleicht vermag ich euch zu helfen.Laß eine neue Hütte errichten,außerhalb des Dorfes.Dort wollen wir uns treffen.Ich möchte versuchen etwas zu unternehmen,ehe alle vor Hunger sterben."
Der Oberhäuptling sah den Krieger lange Zeit prüfend an und überlegte, wie er auf diese kühne Aufforderung reagieren sollte.
Da er selbst kaum mehr dem Leid seines Volkes zusehen konnte und keine Vision oder ähnliches zur Lösung des Problemes kommen wollte,antwortete er dem Krieger mit einem überraschenden und kurzen:"So soll es geschehen."

Als sie nun die Hütte bauten fiel auf,daß der Krieger nicht im Dorf war.Er pflegte am Abend rasch wie der Wind zu verschwinden und kam erst bei Tagesanbruch wieder zurück.Manchmal wenn er in seiner Hütte saß, griff er hinter sich und holte ein kleines Stück Büffelfleisch hervor.Er reichte es einem Hungernden und sprach:"Wenn du genug haben solltest und noch etwas übrig ist,gib es an jemanden weiter der ebenfalls hungrig ist."
Der Beschenkte hielt das Fleisch in den Händen und dachte:Das ist doch nie genug um meinen Hunger zu stillen!Doch wenn er davon gegessen hatte war er bald gesättigt und reichte es weiter.
Immer blieb etwas übrig und sättigte zahlreiche Stammesbrüder und Schwestern.Das sprach sich natürlich herum.So kamen die Leute und wollten ihm viele Geschenke machen.
Er dankte ihnen und als sie alle versammelt waren sprach er zu ihnen:"Ihr Häuptlinge,ihr Ältesten und Stammesmitglieder.Ihr habt gut daran getan all diese Gaben zu opfern.Ich werde sie dem Geist des Tierreiches übergeben damit unser Leiden bald ein Ende haben kann."

Die nächsten vier Tage und Nächte verschwand der Krieger wieder,aber er kam immer in derselben Nacht zurück.Er sagte den Leuten er sei weit fort gewesen.Sehr weit fort.In der letzten Nacht kündigte er ihnen an daß die Büffel nun nahe seien.Er stieg auf den Hügel hinter dem Dorf und opferte einige Adlerfedern,blaue Perlen und etwas indianischen Tabak.Danach kehrte er ins Lager zurück.Dort sprach er zu den Leuten:"Wenn etwas zu dem Opferplatz kommt stört es nicht,jagt es nicht fort.Bleibt stehen und seht zu!"

Am nächsten Morgen bei Tageseinbruch eilten alle aus ihren Hütten und liefen zu dem Hügel mit dem Opferplatz.Während sie da standen kam ein großer Büffel zu dieser Stelle.Er verweilte dort eine kurze Zeit,sah sich um und galoppierte am Dorf vorbei.Da sprach der Krieger zu den Leuten:"Das war es was ich gemeint habe.Das war der Anführer der Büffel.Wohin er läuft,dorthin wird ihm die ganze Herde folgen.
Er wählte einen Jungen aus und schickte ihn an die oberste Spitze des Hügels.Nur Sekunden später kam dieser aufgeregt zurück und rief:"Hinter dem Opferplatz ist eine ganze Herde zu uns unterwegs!"Darauf hin befahl der Krieger:"Bereitet euch vor auf eine erfolgreiche Jagd!Aber laßt nichts draussen zurück.Bringt alles ins Lager.Nicht nur Fleisch und Häute,sondern auch Beine und Köpfe.Alle Teile.Die besten Fleischstücke tragt ihr in die neue Hütte,denn dort werden wir ein großes Fest feiern!"

Die Büffel kamen über den Hügel und wurden von zahlreichen Kriegern umzingelt.Sie töteten so viele sie konnten und brachten diese dann ins Lager.Jeder Mann brachte sein Rippenstück und ließ es in der besagten Hütte.Die anderen Teile lagerten im Dorf,wie man ihnen geheißen hatte.Dann kehrten sie zu der Hütte zurück,blieben dort vier Tage und Nächte.Die Rippen wurden gebraten und sie feierten ausgiebig.
Der Krieger prophezeite ihnen es werde drei Jagden geben und sie sollten dabei soviel Fleisch holen wie sie nur konnten."Aber"sagte er "wenn ihr die Büffel erlegt müßt ihr darauf achten,daß alles Fleisch mitgenommen wird.Der Geist des Tierreiches mag Menschen nicht die Büffelfleisch verschwenden.Aus diesem Grund rate ich euch:zieht guten Nutzen aus eurer Jagdbeute."
In den Nächten in denen sie feierten,pflegte er wieder fortzugehen.In der vierten Nacht sprach er zu den Leuten:"Morgen kommt die Herde und ihr könnt auf die Jagd gehen.Aber seid vorsichtig und tötet nicht das Kalb das ihr bei der Herde finden werdet und verschont auch dessen Mutter!"
Am nächsten Morgen gingen sie auf die Jagd und ließen das Kalb und das Muttertier am Leben.

Die Männer begriffen nun was sie an diesem Krieger hatte.Er war wirklich großartig.Er hatte für den Stamm viel getan und sie gaben ihm die besten Pferde zum Geschenk.Er dankte ihnen,aber die Geschenke wollte er nicht annehmen.

Nach dieser zweiten Jagd feierten sie wieder ein großes Fest.

Nach vier Tagen,als sie zum dritten Mal auszogen, um Büffel zu jagen, schlug der Wind um.Ehe der Stamm an die Herde herangekommen waren,witterten die Tiere sie und stoben in wilder Flucht davon.Wahrend die Büffel davon gallopierten rannte der Krieger auf die Spitze des Hügels zu dem Opferplatz.Er trug einen Stab bei sich und rief:"Ska-a-a-a!"
Da machten die Büffel auf der Stelle kehrt und kamen zurück.Mitten durch die Schar der Jäger hindurch stürmten sie.Und die Leute konnten viele von ihnen töten.Er wollte ihnen zeigen,daß er Macht besaß über die Büffel.

In der kommenden Nacht verschwand der Krieger und trieb die Büffel zurück.Am nächsten Morgen ließ er die Leute sich umsehen und fragte,ob sie etwas sähen."Ja",antworteten diese,"aber keine Büffel."
Am folgenden Tage verlegten sie ihr Lager und zogen nach Osten,ihrer Heimat zu.Sie hatten soviel trockenes Fleisch,daß sie nicht alles aufeinmal mitnehmen konnten,sondern noch einmal zurückkommen mußten,um den Rest zu holen.Als sie nach Osten zogen, hatten sie kein frisches Fleisch mehr.Nur getrocknetes,aber manchmal wenn der Krieger von seinen Ausflügen zurückkam,brachte er ihnen ein Stück Fleisch.Ein kleines Stück,und teilte es unter den Leuten auf,und sie warfen es in ihre Kessel und kochten es.Jeder aß,und trotzdem konnten sie nicht alles aufessen.Es blieb immer noch etwas übrig.

Plötzlich wurde der Krieger sehr schwach und krank.Als nun seine Zeit gekommen war,trauerte der ganze Stamm.Seine Gabe war einzigartig und hatte sein Volk mehrmals vor dem sicheren Hungerstod bewahrt.

Dies ist eine wahre Geschichte,wie sie unter der Stammesgruppe der Kaimanen erzählt wird.

Sie ist wirklich geschehen,vor langer langer Zeit...

                 



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