26.04.2014

Unter zwei Flaggen

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Schön wie Semiras langes Haar weht,

wenn sie im Hafen nach den Schiffen schaut,

 Jack weiß, dass sie hier jeden Tag steht,

und auf seine wohlbehaltene Rückkehr baut.

 

Ihr Freund Jack, dieser furchtlose Mann,

fuhr angeblich raus, um neue Wege zu erkunden,

die Seefahrt zog ihn schon immer in den Bann,

mit dem Meer war er seit Kindheit verbunden.

 

Fast drei Monate blieb er jetzt schon fort,

im Jahre 1578 mit seinem getarnten Schiff,

nur Semira kannte seinen Aufenthaltsort,

die Insel, seine Piratenbucht am Teufelsriff.

 

Denn Jack war in Wirklichkeit ein Pirat,

seine wandelbare Galeone hatte 12 Kanonen,

mit der er sogar den Handel des Königs vertrat,

und sie versteckte unter Gewürze und Bohnen.

 

   Nur sie wussten vom doppelten Spiel,

deswegen hatte Semira Angst um ihn,

denn wenn diese Täuschung auffiel,

würden sie ihn vor den Henker ziehen.

 

Doch auch heute kam er nicht,

sein Schiff war gerade wieder im Wandel,

schwarze Segel schimmerten im Morgenlicht,

und die Piratenflagge ersetzte die vom Handel.

 

Die Kanonen wurden schussbereit vorbereitet,

vor die verdeckten Luken geschoben,

da war nämlich ein Schiff, was vor ihnen reitet,

die Wellen hatten es förmlich emporgehoben.

 

Es glich einer exotischen Handelsbrigg,

man vermutete an Bord goldene Schätze,

Jack war stolz auf seinen Piratentrick,

schnell schickte er die Männer auf ihre Plätze.

 

Doch diese Brigg wurde zum Ungetüm,

 ihre Segel schillerten auf einmal sonderbar,

wandelten zu einem seltsam flimmernden Grün,

und aus dem Schiff wurde ein Riesenkalmar.

 

Lange Tentakel schnellten nach vorn,

 von einem Riesenkraken mit Schiffsrumpf,

auf ihnen saßen Sirenen mit Schuppenhorn,

 ihre Schreie klangen meeresgrollend dumpf.

 

Jack dachte sofort an den Piratenkraken,

seine Kanonen feuerten donnernd auf ihn,

dieser tat schon seit Ewigkeiten jagen,

konnte seine Beute stets in die Tiefe ziehen.

 

Der Krake war aus einem Fluch geboren,

Meerhexen hatten ihn damals verwünscht,

 rächenden Zauber heraufbeschworen,

denn er, der Pirat hatte eine ihrer gelyncht.

 

Er musste nun die Schiffe für sie versenken,

als grausames Piratenmonster der Meere,

sie zu den hübschen Meerfrauen lenken,

in ihre magisch, tiefdunkle Sphäre.

 

Aber Jack drehte sein Schiff rasch bei,

die Kanonen zerfetzten zwei Tentakel von ihm,

es folgte ein schrecklich gurgelnder Schrei,

und lange Zungen sah man über Wunden ziehen.

 

Die Meerhexen fauchten beim Lecken,

Jack ließ erneut auf ihn feuern mit Getöse,

der Krake tat sich vergebens strecken,

 mit Sirenengeheul sank er in voller Größe.

 

Doch nicht verborgen blieb das Geschehen,

denn in der Nähe war ein königliches Schiff,

Jacks Sieg über die Kreatur wurde gesehen,

bevor er verschwand hinterm Teufelsriff.

 

Man hatte seine Schiffstarnung erkannt,

doch Jack ward als Held gefeiert, wie nie,

 zum Admiral der Königsflotte ernannt,

damals einmalig, trotz vergangener Piraterie.

 

Denn sie hatten so viele Schiffe gelassen,

im Kampf mit dem schrecklichen Piratenkraken,

deswegen konnte der König es kaum fassen,

und wollte Jacks Dienste für immer haben.

 

Semiras Ängste waren so auch verflogen,

eine Admiralshochzeit stand ins Haus,

glücklich sind sie dann in ein Schloss gezogen,

 mit zwei Flaggen und die Geschichte ist aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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