07.01.2013

Staub der Geschichte

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Bild zu Leseprobe

Mia Becker ist eine junge Studentin. Sie ist 25‭ Jahre ‬und lebt in einem kleinen Ort bei Hamburg. Mia studiert Geschichte. Daher ist es auch nichts ungewöhnliches, dass sie während den Ferien die Geschichten der Menschen studiert, indem sie einige Wochen in ihrem natürlichen Umfeld verbringt. In diesem Jahr soll es etwas ganz besonderes werden. Sie hat eine Einladung von der ebenfalls 25jährigen Nadja von Martinshuber. Sie ist ihre Mitbewohnerin im Studentenwohnheim und studiert ebenfalls wie Mia Geschichte. In der vergangenen Nacht hat Mia sehr wenig geschlafen; so aufgeregt war sie. Denn Nadja hatte ihr am Tag zuvor gesagt, dass sie die Ferien auf dem Sommersitz der Familie verbringen werden. Eine kleine Burg von der man einen herrlichen Ausblick auf Seen und Wälder hat. Am frühen Morgen machen sich die beiden jungen Frauen auf den Weg zur Burg Eulenhof. Sie kommen erst am späten Nachmittag dort an. Mia ist erhaben über diesen Anblick: eine breite Grundstückseinfahrt offenbart sich ihr mit zwei riesengrossen Stahltoren. Gehalten von je einem Basaltsteinpfosten. Eine drei Meter hohe Mauer umschließt das ganze Grundstück. Das Gemäuer dürfte um die fünfhundert Jahre alt sein. Nadja ist amüsiert von Mia´s Blicken, die ein solches Grundstück noch nicht aus der Nähe hat studieren dürfen. Das hat sie nun vor in den drei Wochen, die sie hier verbringen möchte.
"Nun, hast du es dir so vorgestellt?", fragt Nadja.
"Nein, das nicht", erwidert Mia.
"Dann lass uns mal hinein gehen."
Ohne Worte und noch immer aufgeregt, folgt Mia Nadja ins Haus. Im Haus warten Nadja´s Eltern bereits auf die beiden. Nadja fällt ihrer Mutter in die Arme, denn sie hat sie nun seit fast 6 Monaten nicht mehr gesehen. Mia und Nadja studieren in Hamburg und Nadja´s Eltern wohnen in Starenberg.
"Guten Abend Fräulein Mia", sagt Nadja´s Mutter.
"Ich glaube sie möchten sich gerne noch etwas frisch machen vor dem Abendmahl."
"Ja, gerne Frau Baronin", sagt Mia.
"Martinshuber einfach Martinshuber", erwidert Nadja´s Mutter.
"Nadja zeige Mia bitte ihr Zimmer!"
Die Mädchen gehen eine lange und breite Treppe hinauf ins Obergeschoss. Im Treppenaufgang hängen Gemälde von Nadja´s Vorfahren. Oben angekommen gehen sie einen langen Flur entlang. Fast am Ende des Flures angekommen, sagt Nadja zu Mia:
"Das ist es nun dein Zimmer. Meines ist gleich nebenan. Wir sehen uns dann unten."
Mia öffnet die beiden rießig großen schweren Türen und betritt den Raum, in dem in der Mitte der Wand zwischen zwei großen Fenstern ein Himmelbett steht. Am anderen Ende ist ein großer Kamin in dem das Feuer vor sich hinknistert. Gleich neben dem Kamin geht es durch eine weitere Türe ins Badezimmer.
"So lässt es sich leben!", denkt sich Mia und geht ins Bad um sich frisch zu machen nach der langen Anreise.
Als Mia nach dreißig Minuten herunter kommt wird im Esszimmer gerade aufgetischt. Nadja´s Mutter, eine Frau mittleren Alters, gut gekleidet mit schulterlangen blonden gelockten Haaren, kommt ihr entgegen.
"Na, Fräulein Mia. Sie kommen gerade recht. Nehmen sie bitte Platz neben Nadja."
Mia setzt sich zu Nadja an den Tisch. Nach dem Essen gehen alle in den Salon und reden über die lange Fahrt und über das Studium.
"Fräulein Mia, sie studieren wohl auch Geschichte wie Nadja?", fragt Nadja´s Mutter.
Mia nickt bejahend mit dem Kopf und fügt hinzu:
"Ich interessiere mich um die Geschichte von Schlössern und Burgen."
Nadja lacht beherzt.
"Und was glaubst du da zu erfahren?", will sie wissen.
"Findest du es nicht spannend, was in einem alten Schloss oder einer Burg schon alles geschehen ist?", erwidert Mia.
Nadja streicht sich durch ihre rotblonden Haare und sagt fast gelangweilt:
"Was soll daran spannend sein? Da haben über die Jahrhunderte Könige, Ritter und Kaiser gewohnt."
Dann beginnt Nadja ein wenig über die Geschichte des Anwesens zu erzählen
"Hier zum Beispiel haben vor uns nur unsere Vorfahren gelebt. Die einzige Person, die hier lebte und nicht aus unserer Familie stammt, war Fiona Mayer. Sie..
"Nadja, bitte!", unterbricht Frau Martinshuber ihre Tochter.
"Ja Mutter! Es ist sowieso Zeit zum schlafen gehen."
Mia schaut Nadja fragend an.
"Komm Mia, gehen wir zu Bett!", fordert Nadja ihre Studienfreundin auf und zieht sie an der Hand hoch.
Mia sagt nur noch kurz "Gute Nacht" und geht mit Nadja nach oben.

Mia fragt Nadja auf dem Weg zu den Schlafräumen, wer Fiona Mayer gewesen sei, weil ihre Mutter so reagierte, als sie den Namen hörte. Doch Nadja gibt ihr keine Antwort auf diese Frage. Mia fragt nicht weiter nach und geht zu Bett.
Eine Stunde später, es ist gerade Mitternacht, wird Mia durch ein Geräusch aus ihrem Schlaf gerissen. Sie hört ein seufzendes Weinen aus dem Badezimmer kommen. Langsam geht sie zum Bad hin um zu schauen, wer dort weint.
Als sie die Türe öffnet ist da niemand zu sehen. Nur das Weinen hört man und der Spiegel an der Wand ist beschlagen. Sie rennt schreiend in Richtung Nadja´s Zimmer, um ihr davon zu berichten. Doch Nadja kommt ihr schon entgegen mit den Worten:
"Warum schreist du so?"
Mia, immernoch aufgelöst, geht mit ihr in das Badezimmer um es ihr zu erklären. Doch dort ist alles so, als wäre es die letzten vier Stunden nicht mehr benutzt worden. Der Spiegel ist trocken und auch von der weinenden Frau ist nichts mehr zu hören.
Mia zittert am ganzen Körper.
"Ich bin mir sicher, dass ich hier noch eben eine Frau habe weinen gehört und der Spiegel war vorhin beschlagen bevor ich zu dir rannte!", erzählt Mia.
Nadja nimmt sie in die Arme um sie zu beruhigen, denn Mia ist noch immer außer sich. So tief hängt ihr der Schock in den Knochen.
"Du musst geträumt haben!", meint sie zu Mia.
"Wenn du möchtest kannst du bei mir schlafen."
Mia nimmt dieses Angebot gerne an. Ein wenig unheimlich ist ihr das ganze schon und darum geht sie mit Nadja in deren Zimmer.
Die jungen Studentinnen kuscheln sich beide gerade gemütlich unter die Decke in Nadja´s breitem Bett, als sie plötzlich schwere Schritte im Flur hören. Gefolgt von einem Rascheln als würde eine Kette den Boden entlang schleifen.
"Hörst du das auch?", flüstert Nadja.
"Ja", erwidert Mia nur kurz mit gesenkter Stimme.
Plötzlich öffnet sich wie von Geisterhand die schwere Zimmertüre. Eine grosse Gestalt betritt das Zimmer, geht quer durch den Raum zur Türe die das Nachbarzimmer von diesem Zimmer trennt und verschwindet durch diese.
Im gleichen Augenblick donnert die große Türe wieder in ihr Schloss.
"Hast du das gerade auch gesehen?", will Mia von ihrer Freundin wissen.
"Ja, das habe ich!", flüstert Nadja.
Beide ziehen sich die Decke über den Kopf und zittern so sehr, dass das Bett unter ihnen anfängt zu vibrieren.
"Ich weiß nicht, was das war. Ich bin heute auch zum ersten Mal über Nacht hier. Wir haben die Burg erst dieses Jahr von meinem Großonkel Alexander von Eulenhof übernommen."
In diesem Augenblick ist es ruhig im Haus. Das einzigste was man noch hört, ist ein lautes Schlagen der großen Standuhr im Erdgeschoss........



Texte: © Copyright by Texte: © Copyright by Paul G.Rother, buchautorrother@web.de

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