15.11.2007

Drachenreiter

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In dem kleinen Dorf brach eine Panik aus, die Prophetin Leyla hatte die Wahrheit gesprochen, doch nun war es zu spät. Schon vor über einer Woche hatte Leyla die Dorfbewohner vor den gefürchteten Drachenreiter gewarnt. Sie hatte gesagt, dass diese kommen würden und alles Leben das sie vorfinden würden, zerstören würden. Viel zu wenig der Leute aus dem Dorf hatten ihren Worten Beachtung geschenkt und waren mit ihr fortgegangen.

Nun versuchte Henry, die Dorfbewohner zur Ruhe zu bringen. Er wusste, wenn sie jetzt panisch in alle möglichen Richtungen davon stürmen würden, wären sie verloren. Somit versuchte Henry sie nun in geordneten Reihen den steilen Bergpfad hochzuschicken. Er schaute zurück, vor noch wenigen Minuten hatte man nur viele kleine Punkte am Himmel gesehen, nun konnte man die Umrisse von Drachen erkennen, die sich dem kleinen Dorf näherten. Wieder trieb er die Dorfbewohner zur Eile an, sie mussten es einfach bis zu Verlassenen Herberge schaffen. Leyla hatte gesagt, dort wären sie in Sicherheit.

Während dessen stand Leyla auf dem Hügel vor der Verlassenen Herberge und starrte angestrengt in Richtung der Drachen. Ab und an sah sie nach den Dorfbewohnern, die nun doch endlich zur Vernunft gekommen waren und flohen. „Diese Narren, es werden nicht alle schaffen. Hätten sie doch schon früher auf meine Worte gehört.“ Sie drehte sich zu dem Mann neben sich um „Wie weit sind wir, Karly?“ Der junge Mann sah sich kurz um und antwortete dann „Es kann nicht mehr lange dauern, in der unteren Etage ist alles verriegelt, die letzten Lebensmittel wurden vor einer Stunde verstaut. Probleme gibt’s nur noch bei den Treppenaufgängen, es kann aber nicht mehr lange dauern.“ Leyla nickte ihm zu und ging ins Haus. Sie brauchte nun Ruhe, sie musste zu Kräften kommen um den bevorstehenden Kampf zu überstehen. Sie ging in ihr Quartier, eigentlich war es nur eine Abstellkammer, aber immerhin hatte sie sich einen Schlafplatz darin schaffen können. Leyla verriegelte die Tür, setzte sich auf ihren Schlafplatz, schloss die Augen und sprach die heiligen Formeln.

Nach knapp einer Stunde erhob sie sich und spürte die neu entstandene Energie in sich. Sie ging in den großen Saal, wo sich alle versammelt haben. Als Karly sie erblickte ging er zu ihr. Sie war wieder einmal erstaunt, in seiner Rüstung die er angelegt hatte, sah er so gut aus. Manchmal hasste sie ihre Gabe, da sie schon wusste was geschehen würde. Sie schüttelte den Kopf um sich wieder aufs wesentliche zu konzentrieren. Sie besprachen gerade ihre Vorgehensweise als die ersten Dorfbewohner die Verlassene Herberge erreichten.

Leyla winkte ein paar Leute zu sich heran, die die Dorfbewohner in Empfang nehmen sollten. Karly ging mit seiner Truppe in Aufstellung um alles zu überwachen. Sekunden später vernahm man die ersten Todesschreie. Leyla sah in die Richtung der furchterregenden Schreie. Die letzte Gruppe der Dorfbewohner rannte in wilder Panik auf die Verlassene Herberge zu, doch immer wieder stießen riesige Schatten aus der Luft herab. Schrecklich große Krallen zerrissen die Dorfbewohner ohne große Anstrengungen. Wieder andere Dorfbewohner fielen mitten im Lauf um und bewegten sich nicht mehr. Leyla schrie zu Karly herüber „Sie benutzen ihre Giftpfeile! Geht in Deckung“ Nicht einer der Dorfbewohner schaffte es bis zur Herberge. Der letzte der noch auf den Beinen war, fiel keine 10 Meter vor der rettenden Tür zu Boden.

Leyla sah aus den Augenwinkeln, wie eine Tür aufgerissen wurde und eine Gestalt – es konnte nur Karly sein – raus rannte. Auf die gefallene Gestalt zu. Seine Männer gaben ihm Deckung indem Sie ihre Pfeile abschossen. Karly erreichte den gefallenen hob ihn sich über die Schulter und rannte wieder zurück in Sicherheit. Er hatte es geschafft. Augenblicklich wurden alle Türen verriegelt und Leyla sprach augenblicklich die heiligen Bannzauber aus. Dann ging sie in den großen Saal, dort sah sie viele der verängstigten Dorfbewohner, die sich in den hintersten Ecken versteckten. Karly kam auf sie zu „Es war Henry, er hat es leider nicht geschafft. Im Morgengrauen schlagen wir zu. Jetzt sollten wir uns ein wenig ausruhen.“, nach diesen Worten ging er wieder.

Leyla zog sich in ihre Kammer zurück um sich für die große Schlacht vor zubereiten. Doch sie konnte sich nicht entspannen. Immer wieder sah sie zur Tür herüber. Irgendwann klopfte es dann tatsächlich. Leyla sprang auf um die Tür zu öffnen. Karly stürmte rein und zog sie an sich und überschüttete ihr Gesicht mit tausend Küssen. Ihr Schicksal erfüllte sich. Zwischen den Küssen flüsterte sie „Schenk mir nur diese eine Nacht“ Karly grinste sie an und erwiderte „Mein ganzes Leben, bis ich nicht mehr bin“ Leyla konnte ihn nicht ansehen, vielleicht konnte sie dem Schicksal entkommen. Doch zuerst würde sie diesen Moment voll auskosten und genießen, dachte sie sich, während Karly sie zärtlich auf ihr Nachtlager zog.

Kurz vor dem Sonnenaufgang versammelten sich alle die sich freiwillig gemeldet hatten im großen Saal und besprachen nochmals ihre Taktik. Sie würden aus dem Hinterhalt angreifen und nicht offen in die Schlacht ziehen. Wieder bezogen alle ihre Plätze. Im Vorbeigehen flüsterte Karly Leyla ins Ohr „Hab keine Angst ich werde dich beschützen“ Sie schaute ihn nur erschrocken an und versprach sich selbst alles zu tun um IHN zu schützen. Als alle Pfeile in Öl getränkt waren, öffneten sich die Türen. Die Drachen standen in einiger Entfernung der Herberge, die Drachenreiter standen jedoch nicht allzu weit entfernt. Leyla sprach einen Blendzauber aus in der gleichen Sekunde wo dieser die Drachenreiter traf begann der Angriff. Viele der Pfeile trafen sofort ihr Ziel, doch die meisten Reiter verstreuten sich in alle möglichen Richtungen und riefen ihre Drachen. Nur wenige Sekunden später saßen viele auf dem Rücken der Echsen und verschossen aus sicherer Entfernung ihre Giftpfeile.

Dann endlich geschah es, der erste Drache stürzte vom Himmel und blieb reglos liegen. Dieses Erlebnis gab allen die Hoffnung wieder, das sie es schaffen konnte. Leyla sprach einen Zauber nach dem anderen aus, doch immer wieder blickte sie zu Karly. Als nach ein paar Minuten kein Drache mehr zu sehen war und nur noch vereinzelte Drachenreiter ihre Pfeile vom Boden aus verschossen, rief Karly zum Angriff. Alle stürmten aus ihren Verstecken und rannten voller Hass auf die letzten Drachenreiter zu. Karly führte den Angriff an, wütend hackte er mit seinem Schwert auf die Reiter ein. Als er den letzten in den Tod schickte, stieß Leyla ein Gebet aus. Man konnte das Schicksal besiegen! Mit Freudentränen rannte Leyla auf Karly zu um ihn in die Arme zu schließen.

Auch Karly lachte sie stolz über ihren Sieg an und breitete die Arme aus um sie aufzufangen. Als sein Lächelns plötzlich verschwand und Entsetzen machte sich in seinen Augen breit. „LEYLA, pass auf“ Er sprang auf sie zu und stieß sie zur Seite. Im selben Augenblick wurde er von 2 riesigen Krallen gepackt und in der Luft zerrissen. „NEINNNNN“ schrie Leyla und Wut machte sich in ihr breit, all ihre Energie ballte sich zusammen und traf den letzten verbliebenden Drachen. Mit lauten Getöse zersprang dieser in tausend Teile.

Verzweifelt sank Leyla wieder zu Boden. Man konnte das Schicksal doch nicht besiegen und dabei hatte sie sich doch geschworen auf ihn aufzupassen. Jubelgeschrei erklang um sie herum, die Dorfbewohner lachten und tanzten ihre Freude über den Sieg laut heraus. Leyla jedoch fiel in tiefe Verzweiflung und Tränen rollten ihre über die Wangen, aber wenigstens hatte er diese eine Nacht geschenkt.



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