01.11.2013

Die geheimnisvoll dunkle Gräfin

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Es war vor sehr langer Zeit geschehen,

in der Grafschaft von Nottinghamshire,

man hatte es zwar nie in der Gegend gesehen,

aber man sprach von einem blutrünstigen Untier.

 

Denn man fand Männerleichen blutleer,

sie bestanden nur noch aus knochigen Hautfetzen,

 ihre Hälse waren zerlöchert, wie von einem Speer,

die sie fanden packte ein schauderhaftes Entsetzen.

 

Irgendwas hatte diese smarten Burschen angefallen,

hier in den Wäldern um das schöne Southwell,

viele glaubten an ein Tier mit scharfen Krallen,

doch man fand keine Reste von irgendwelchem Fell.

 

Zumeist waren es junge heiratswillige Grafen,

  die im Land um holde Gräfinnen warben,

doch hier fanden sie nur ihren Todeshafen,

wo sie schrecklich massakriert starben.

 

Eine Schöne, war Gertrud, die seltsame Gräfin,

die Hübsche war am Tag niemals zu sehen,

erst als die Sonne vor ihrem Schloss unterging,

sah man sie manchmal völlig verhüllt ausgehen.

  

 Oder sie ritt mit langem Gewand,

 in die Nacht, begleitet nur von ihren Hunden,

es wurde schon getuschelt über sie im Land,

was sie wohl macht in ihren Tagesstunden.

 

Als man keine tierische Kreatur fand,

die so etwas Mörderisches vollbrachte

suchte die Obrigkeit nach Leuten im Land,

nach Verdächtigen, die man sogleich überwachte.

 

Jack galt als hartnäckiger Geheiminspektor,

und wurde auf den mysteriösen Fall angesetzt,

er nahm sich so manch dunkle Gestalt vor,

und kam auf das Grafenschloss ganz zuletzt.

 

Abgelegen stand es auf einem kleinen Berg,

hier lebt also diese schöne Gräfin Gertrud,

 dachte er und staunte über das alte Bauwerk,

an dem wilde Rosen rankten, so rot wie Blut.

 

Es war eine merkwürdige Stille um diese Zeit,

nur der Wind rauschte über den nahen Wald Hang,

zum Eingangstor war es nicht mehr weit,

als auf einmal lärmendes Gebell begann.

 

 Zwei große Wolfshunde hingen an Ketten,

sein Glück, denn er sah wie sie nach ihm sprangen,

 vor Schreck stolperte er über alte Grabstätten,

mit Bildern von Monsterspinnen und Schlangen.

 

Eine Frauenstatue aus Stein entdeckte er dann,

 sie tat das Ende der Gräber lasziv verzieren,

es war ein Hingucker für jeden Mann,

denn sie war nackt dargestellt auf allen vieren.

 

Irgendwas Geheimnisvolles ging hier vor,

 immer noch lief Jack im Schutz der Hecken,

nur Rabenscharen krächzten jetzt im Chor,

aber von der Gräfin war nichts zu entdecken.

 

Nicht mal ein Bediensteter war zu sehen,

Jack dachte, halten etwa alle nachmittagsruh,

nun wollte er durch eine Hintertür gehen,

aber auch die war wie alle Fenster zu.

 

Als auf sein Klopfen keiner reagierte,

holte er seinen Spezialschlüssel heraus,

da er mit diesen erfolgreich probierte,

  stand er bald in einem Art Vorratslagerhaus.

 

Hier hingen lauter Männerkleider,

unzählige Waffen, Säbel und Pistolen,

  Jack dachte an die blanken Totenleiber,

an die Ermordeten, denn sie wurden alle bestohlen.

 

Dann ging er weiter bis vor zum Saal,

in dem er ein groß, bemalten Sarg vorfand,

mit einer Art dämonischen Teufelsmal

und der Frau, die sich draußen krabbelnd wand.

 

 Ein riesiges pulsierendes Etwas lag daneben,

dieses bewegte sich, als würde es vibrieren,

Jack dachte, was ist das für waberndes Leben,

doch ein Schlauch tat zum Sarginneren führen.

 

So was hatte er noch nie gesehen,

inzwischen dämmerte es draußen schon,

 nun wollte er schnell wieder hinausgehen,

da ertönte auf einmal ein höllischer Gong.

 

Fledermäuse schwirrten durch den Raum,

krächzend schallend ging der Sargdeckel auf

und irgendwas Großes mit behaartem Flaum

  kroch auf das schleimige Etwas drauf.

 

Jack sah jetzt eine Frau mit Vampirzähnen,

die mit der schleimigen Masse mutierte,

acht Beine tat er nun an der Schönen zählen,

 eine monsterhafte Vampirspinne, die ihn anstierte.

 

Schnell rannte er los, doch Jack kam nicht weit,

etwas fiel über ihn, tat sich an ihn kleben,

ein dichtes Netz, sein Spinnenkleid,

die Vampirspinne begann ihn einzuweben.

 

Jack fluchte laut, er war nun gefangen,

diese Gräfin Gertrud war eine Monsterkreatur,

wäre er bloß nicht allein hergegangen,

doch zu verlockend war seine erahnte Spur.

 

Er versuchte noch sein Messer hochzureißen,

um die dicken Fäden durchzutrennen,

doch schon waren ihre Vampirzähne am Beißen,

sein ganzer Hals tat vor Schmerzen brennen.

 

Genüsslich schlürfte die Vampirspinne sein Blut,

 und flüsterte zu ihm was von Unsterblichkeit,

Jack schrie nun wegtretend nach Gräfin Gertrud,

und erwachte im gleißenden Licht der Ewigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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