22.12.2009

Der verbotene Zauber

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Es war wie in einem Alptraum. Als würde die Welt kopfüberstehen. Alles hatte sich zum Schlechten gewendet. Doch all meine sehnlichsten Wünsche waren Hoffnungslos. Ich erwachte einfach nicht aus diesem angsteinflößenden Traum, um wieder sorglos glücklich zu werden. Die Tatsache war eindeutig. Es war die volle Realität. Ich habe meine gesamten Zauberkräfte verloren. Kräfte, die stark genug waren, um Berge zu versetzten. Kräfte, die so gigantisch waren, dass man seine sehnlichsten Wünsche herbeizaubern konnte. Ich hatte die Fähigkeit, Gefühle von Menschen zu verändern, Sachen unsichtbar zu machen und Gegenstände fliegen zu lassen. Und ich konnte sogar in die Zukunft sehen. Das Begehrteste was eine Hexe je erlernen konnte. Da diese Fähigkeit sehr selten vorkam, war ich umso stolzer auf mich. Trotzdem wurde ich, als ich noch meine Kräfte besaß, aus den vielen Visionen nicht schlau. Ich sah hellrote Flammen, die sich an Gegenstände umzingelten und nach ihnen griffen. Dann noch das Meer, das kein Ende in Sicht hatte. Wahllos wurden die Gegenstände angekettet in das eiskalte blaue Nichts reingeworfen, sodass das Wasser nach allen Seiten hoch spritzte. Und dann hörte ich im Hintergrund grauenvolle Schreie, die endlose Qualen zu erzählen versuchten. Doch da war auch jubel und Fröhlichkeit, die von vielen anderen Menschen kamen. Vor allem ärgerte ich mich darüber, dass ich nicht wusste, welche Gegenstände es waren. Sie waren in meinen Visionen ungenau und verschwommen. Doch sie erinnerten mich vage an wehrlose Puppen…

Trotz all der merkwürdigen Visionen, die die Zukunft voraussagten, kümmerte ich mich nicht darum. Ich war davon überzeugt, dass mein Geist von starken Gefühlen verwirrt war und deswegen die unerkennbaren Visionen hervor brachte. Starke, unwiderstehliche Gefühle, die ich im ganzen Körper spürte. Tausende Schmetterlinge im Bauch, die sich ungeduldig hin und her bewegten. Mein Blut, das vor Aufregung rasend durch meine Adern floss. Und dann noch mein pochendes Herz. In unmittelbarer Zeit, da war ich mir ganz sicher, würde mein Herz aus meiner Brust rausspringen. Das wilde gepoche wurde die Ursache sein.
Und an alldem war nur er schuld. Mein edler Ritter.Joshua ist ein einfacher Bauer, doch trotzdem hat er mein Herz erobert. Sein kräftig gebauter Körper, die breiten Schultern und seine wilde Mähne ließen in sehr männlich wirken. Doch die tiefblauen Augen ließen seine weichen gefühlvollen Seiten zeigen.Ich musste zugeben, dass ich öfters beobachtet hatte, wie tapfere Ritter wunderschöne Prinzessinnen um ihre Liebe kämpften und um ihre Hand anhielten. Mich selber kribbelte es jedes Mal vor Aufregung, wenn ich solche romantischen Szenen zu sehen bekam. Deswegen verhielt sich Joshua wie ein lebendiger Ritter und behandelte mich wie ein wertvoller Schatz. Ich liebe es zu sehen, dass mich jemand so sehr begehrte. Seine Liebe war ehrlich und treu. Deswegen fiel es mir leicht, ihm eines Tages zu erzählen, was ich wirklich war. Eine Hexe mit enormen Kräften und einer unbegrenzten Macht. Er ließ sich alles in Ruhe erklären und blinzelte nicht einmal erschrocken zurück. Er blieb bei mir und unvorstellbarer weise wuchs seine Liebe zu mir noch mehr.

Ich dachte, dass die Liebesgefühle die Folge hätten, schlecht erkennbare Visionen zu bringen. Ich hatte oft gehört, dass durch starke Gefühle oder Stimmungsschwankungen die Fähigkeiten beeinflussen könnten. Das war für mich eine logische Erklärung.

Jetzt aber konnte ich mich für meinen Leichtsinn Ohrfeigen. Wie Blind mich auch die Liebe gemacht hat, das war keine Entschuldigung dafür, dass ich den Geheimnissen meiner Visionen nicht nachgeforscht hatte. Die Zukunft war unklar und verschwommen, weil es die echte Realität war. Und es vor allem mich betraf.

Der Teufel selbst hat grausame Geschöpfte auf die Welt gesetzt. Sie sollten alle schnellstens vernichtet werden, egal wie blutig und grausam es Enden würde. Die Hauptsache war, dass die grauenhaften Wesen sich nicht vermehrten. Die Geschöpfe wurden, wie Gegenstände, verbrannt oder ertränkt. Jeder Bürger glaube an die Werke des Teufels und sahen als ihre persönliche Aufgab, diejenigen zu vernichten, die es nicht Wert waren zu leben. Hexen und Zauberer. Ich war also auch in Verdacht. Doch Hexe hin oder her, ich habe niemanden leid angetan. Da waren sogar die Menschen noch bösartige als ich.Joshua war felsenfest von meiner Unschuld überzeugt. Er wollte mich beschützen. Koste es was es wolle.

Ich bekam starke Schuldgefühle, wenn ich daran zurück dachte, wie achtlos ich meine Zauberbücher und anderen magischen Utensilien zu Haus liegen ließ. Aber wer würde darin stöbern um nach den mächtigsten Zauber zu suchen? Den Verbotenen Zauber.
Nur gebildete Hexen und Zauberer konnten die vielen Symbole und Zeichen in den Büchern lösen. Aus Sicherheit, damit menschliche nicht in die Versuchung kamen, Zaubersprüche auszuüben.Ich wusste nicht, wann er meine Visionen sehr ernst nahm. Seit wann hat er gelogen und war nicht der gleichen Meinung mit den starken Liebesgefühlen? Jedenfalls hat er seit dem unbekannten Zeitpunkt angefangen in meinen Zauberbüchern recherchieren.
Er suchte nach dem mächtigsten und gefährlichsten Zauber. Mächtig und Verboten, da der Zauber auch von nicht Magier ausgeführt werden konnte. Er hatte alles schlau geplant, sodass ich überhaupt nichts mitbekam. Die Bücher standen immer an der gleichen Stelle-in meinen Bücherregal wahllos reingestopft.

 Jetzt war ich vor dem endlosen Meer, das so oft in meinem Visionen kam. Kraftlos, ohne jegliche Magie, ließ ich alles auf mich einwirken. Es war vollkommen anders als normaler Mensch zu sein. Ich fühlte mich schutzlos und mein Verteidigungsinstinkt war zunehmend gestiegen. Das Gefühl Angst war vollkommen neu. Ich konnte mich nicht mehr mit Magie wehren. Ich war schwach und hilflos auf dieser ungerechten Welt.
Doch alldem war ich noch am Leben.

Das größte Geschenk, das ich von meinem einzigartigen Joshua bekam, war mein recht zu leben. Er opferte seines mit dem Verbotenen Zauber. Der Zauber war höchst gefährlich. Es hatte die Kraft, die ganze Magie einer Hexe auf sich zunehmen und selber ein magisches Wesen zu werden. Der Zauber wirkte sofort und ich verlor meine Kräfte und war seitdem keine Hexe mehr. Er dagegen, war ein mächtiger Zauberer, stellte sich freiwillig vor dem Gericht und wurde als schuldig gesprochen. Ein Geschöpft des Teufels, der zu tote Verurteilt wurde. Somit wurde meine Unschuld bewiesen.

Genau wie in meinen Vorhersehenden, wurde er angekettet ins Meer geworfen. Wie in Zeitlupe sank er zum Meeresgrund. Kein einziger Schmerzensschrei oder eine um Entscheidung kamen über seine zarten Lippen. Ich schaue weit hinaus und prägte mir sein Gesicht für immer in meinem Herzen.

Das war der größte Liebesbeweis, das eine wunderschöne Prinzessin jemals von seinem furchtlosen Ritter bekam.



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