02.10.2008

Der Angriff der Orks

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Sie versammelten sich zu Tausenden im riesigen Palast ihres großen Herrschers Hiberus Drakus. Vor Jahrhunderten hatte er die Herrschaft über die Orks erlangt. Seitdem gehorchten sie seinen Befehlen, waren ihm stets zu Diensten und fürchteten keine Schlacht. Selbst vor dem Tot hatten sie keine Angst, denn es war eine Ehre für sie, für Ihren mächtigen Anführer zu sterben. Nun standen sie alle in der riesigen arenaartigen Halle und schauten zu dem Thron, auf dem Hiberus Platz genommen hatte, um seinen Worten zu lauschen.

Seine Stimme war gewaltig. Jeder der ca. 8000 Orks, egal an welcher Stelle des riesigen Palastes er sich auch befand, konnte seinen Herrscher problemlos hören, während er seine Worte an seine Untertanen richtete: "Es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir bereit sind... bereit für den großen Kampf. Die Menschen haben lange genug über diese Welt geherrscht. Wir sind nun an der Reihe, diesem Missstand ein Ende zu bereiten. Zieht nun alle in den Krieg gegen die Menschheit, um ihr ein Ende zu bereiten. Morgen werden wir über diese Welt herrschen!"

Ein lauter synchroner jubelartiger Kriegsschrei entrann aus etlichen Kehlen, bevor die Orks sich siegessicher auf den Weg nach Dratlorien machten, um ihrem Reich Yeikubien die Weltherrschaft zu verschaffen. Zuvor mussten sie allerdings eine schwere und blutige Schlacht durchleben, in der sich die Menschen nicht freiwillig ergeben würden.

Der Weg war weit. Obwohl sie mit schnellen Pferden unterwegs waren, brauchten die Untertanen von Hiberus drei Tage und Nächte, um das Menschenreich zu erreichen. Sie mussten damit rechnen, dass die Bewohner Dratloriens mittlerweile von ihrer drohenden Ankunft unterrichtet waren, da die Menschen Späher rund um ihr Reich verteilt hatten. Also näherten die Orks sich vorsichtig ihrem Ziel, dem Regierungssitz des Menschenherrschers Odrian.

Aus ca. einem halben Kilometer Entfernung sahen die Yeikuber schon, dass sie mit ihrer Vermutung Recht hatten. Tausende von berittenen Menschenkriegern hatten sich aufgereiht und waren mit Bogen, Schwertern und Katapulten bewaffnet. Auch die Orks waren mit Spießen, Äxten und Schwertern bestens bewaffnet. Darüber hinaus hatten sie mehrere große Katapulte aus Yeikubien mitgebracht, um die Menschen mit brennenden Wurfgeschossen in die Knie zu zwingen. Nachdem die Orks sich weitere 200 Meter genähert hatten, flog ein einsamer Pfeil in ihre Richtung, der an dem Schild eines Eindringlings abprallte. Damit war der Kampf eröffnet.

Der Anführer der Orks, ein direkter Bevollmächtigter von Hiberus namens Tscheikus, gab einen furchterregenden lauten Schrei von sich. Daraufhin stürmte die Menge der Angereisten auf ihren Pferden entschlossen in Richtung des Menschenvolks. Währenddessen schossen die Menschen eine schier unendlich erscheinende Anzahl von Pfeilen auf die Krieger aus Yeikubien. Viele der Orks wurden dabei getroffen und aus ihren Satteln befördert, bevor sie auf dem staubigen Boden landeten und dort verstarben.

Als die überlebenden Orkkrieger schließlich auf die Menschen trafen, begann ein blutiger Kampf. Die Yeikubier stachen mit ihren Spießen auf ihre Gegner ein, während die Menschenkrieger weiterhin Massen von Pfeilen mit Hilfe ihrer Bögen in Richtung der Orks abschossen. Beide Seiten benutzten auch ihre Schwerter, um ihre Feinde zu besiegen und somit das Ziel des eigenen Volkes zu erreichen. Mit ihren Äxten setzten die Bewohner Yeikubiens den Menschen, die selbst nicht über solche Waffen verfügten, heftig zu. Die Orks schlugen damit nicht nur auf ihre Gegner ein, sondern sie warfen die Äxte auch auf ihre Widersacher. Sie wollten um jeden Preis die Herrschaft über die Welt erlangen, was die Menschen mit all ihren zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern versuchten.

Nachdem bereits viele Krieger aus beiden Lagern das Zeitliche gesegnet hatten, kamen die Katapulte zum Einsatz. Die Orks entzündeten ihre Wurfgeschosse mittels Fackeln und befördeten diese mit Hilfe ihrer Katapulte in die Menschenmenge. Die Menschen benutzen daraufhin ebenfalls ihre Katapulte, die sie mit schweren Steinen luden, um ihren Gegnern den Garaus zu machen. Da sich mit fortschreitender Kampfdauer die Masse der Krieger der beiden Reiche immer mehr vermischte, wurde es immer schwieriger, die jeweils anvisierten Gegner zu treffen. Die Wahrscheinlichkeit, bei den Katapultschüssen Mitglieder des eigenen Heers zu treffen, wurde immer größer, so dass die Katapulte schließlich nicht mehr benutzt wurden.

Mit der Zeit kristallisierte sich heraus, dass es für die Menschen sehr schwierig werden würde, ihre Herrschaft beizubehalten. Nachdem auf beiden Seiten bereits viele Krieger gestorben waren, standen schließlich ungefähr 1000 Orks nur noch einer Hundertschaft von Bewohnern Dratloriens gegenüber. Nur noch ein Wunder konnte die Menschheit retten. Ein lauter Schrei von Tscheikus, der zu den Überlebenden gehörte, war ein Zeichen dafür, nun endlich Odrian vom Thron zu verdrängen und den Orks die langersehnte Herrschaft über die Welt zu verschaffen.

Plötzlich erschien ein unglaublich heller Blitz am Himmel, dem ein heftiger Donner folgte. Das Gesicht des Zauberers Drorlus erschien in einer unfassbaren Größe am Horizont und flößte den Orks riesige Angst ein. Sie erstarrten von einer auf die nächste Sekunde und ließen all ihre Waffen fallen. Ihr Herrscher Drakus hatte ihnen erzählt, dass der mächtige Magier bereits vor langer Zeit von ihm persönlich besiegt worden war. Doch anscheinend gab es kein Mittel gegen Drorlus. Er war offensichtlich allgegenwärtig und unbesiegbar.

Bevor die Orkkrieger realisieren konnten, was geschehen war, folgte ein weiterer Blitz, der aber diesmal nicht mehr am Himmel verharrte, sondern sich in einer rasanten Geschwindigkeit in Richtung der Yeikubier bewegte. Die Menschen, die allesamt von ihrem Freund Drorlus verschont blieben, konnten beobachten, wie jeder Einzelne der gegnerischen Krieger zu Staub verfiel. Dabei bemerkten einige von ihnen nicht, wie sich ein weiterer Blitz in Richtung Yeikubien entfernte, der Hiberus Drakus mitten ins Herz traf und ihn ebenfalls zu Staub verfallen ließ. Das Böse war besiegt. Die Herrschaft der Menschheit war gesichert.



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Kommentar von Edwi:
(30.11.2008 um 18:42 Uhr)

Danke, sani. Ich habe die Geschichte jetzt zu Ende geschrieben! Wie gefällt sie dir jetzt im Ganzen?

Kommentar von sani:
(18.11.2008 um 15:06 Uhr)

Tolle Geschichte bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Erinnert mich eine wenig an den Herr der Ringe und den Film fand ich richtig geil




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