05.09.2012

Das Fukushimamonster

()

Die riesige Welle erfasste das Schiff,
seltene Komodowarane waren an Bord,
der Tsunami warf es gegen ein Riff,
es sank dann vor Fukushima
an einen sehr tiefen Ort.


Fast zwei Jahre später

Jack fuhr wieder mal hinaus,
in seine Lieblingsbucht zum Fischen,
holte dort schon so manchen Fang heraus,
um ihn dann lecker aufzutischen.

Doch heute schien gar nichts zu beißen,
nur ein seltsames Blubbern sah er,
auf einmal ein Ruck, die Schnur tat reißen,
erschrocken fiel Jack, Kopf über ins Meer.

Unter Wasser schnaufte etwas fürchterlich,
schnell zog er sich am Felsen nach oben,
sah auf einer Welle diesen dunklen Strich,
die Wasseroberfläche begann zu toben.

Zwei riesige Köpfe schauten ihn an,
sie gehörten zu einem Monstersaurier,
der auch noch zu schnappen begann,
Jacks Anglerglück war heute ein Untier.

Doch ein Kopf knallte in den Sand,
der andere zermalmte tosend sein Nachen,
das er wie immer festgemacht hatte an Land,
Jack schrie:“ Was bist du, ein Meeresdrachen“.

Er rannte angstvoll hoch zur Uferstraße,
Jack dachte dabei an den vielen Müll,
Fukushima, bei so was hatte er ne gute Nase,
das Monster tauchte wieder ab mit Gebrüll.

In den Nachrichten liefen die Geschichten,
Fische mit 258 mal höheren Cäsiumwerten,
Jack musste dringend von der Bestie berichten,
es würde sonst Bewohner der Küste gefährden.

Das Leben hier bei Portland liebt er sehr,
genau wie Jessy seine hübsche Frau,
entschlossen stoppt er erst mal den Verkehr,
sofort bildete sich ein langer Verkehrsstau.

Mit seinem Handy hatte er kein Empfang,
sein Bruder Bill war bei der Polizei,
auf einmal eine heulende Sirene erklang,
ah, ein Streifenwagen kam schon vorbei.

Sie erkannten Jack, den Meeresbiologen,
er berichtete vom schier Unglaublichen,
da sahen sie Autos durch die Luft fliegen,
das Monster hatte sich vorn hochgeschlichen.

Es war bestimmt dreißig Meter lang,
sein Schwanz bewegte sich hin und her,
man hörte einen kreischenden Klang
und Schüsse, die Straße war fast leer.

Etwa zehn Meter weiter oben
wippten ihre beiden Echsenköpfe wild,
im Chaos fing sie noch übler an zu toben,
einer der Polizisten machte erst mal ein Bild.

Jack schrie: “Wir müssen hier weg”.
das Ungeheuer bewegte sich auf sie zu,
viele Tote lagen schon im Straßendreck,
Jack startete das Polizeiauto im Nu.

Er und die Zwei, drehten in Richtung Stadt,
im Rückspiegel waren Rauchwolken zu sehen,
das Monster machte die Autos platt,
Jack sagte:“ Es ist durch Strahlung geschehen”.

“Eine Missgeburt, in der Strahlung mutiert,
wir müssen das Foto der Echse genau ansehen“,
Jack hatte sie verdutzt vors Labor kutschiert,
in dem sie auch Privat ein und ausgehen.

Jack rief:“ Es ist ein Komodowaranweibchen,
typisch die Schnauzen Flecke, gelbgrün,
dazu diese graue Färbung unter dem Leibchen,
in der Größe, da kann uns Unheil blühen“.

“Schüsse auf sie haben ihr nichts getan,
die Strahlung erschuf bestimmt eine Panzerhaut,
hoffentlich hat das Militär einen Plan“,
auf einmal wurde es grollend laut.

Sie liefen schnell runter vors Haus,
sahen Menschen, die um ihr Leben schrien,
ein Zug war entgleist, zwei Meilen voraus,
das Ungeheuer begann durch Portland zu ziehen.

Kampfhubschrauber flogen über ihre Köpfe,
dann Autoquietschen und Schreie “ Jack”,
es war Jessy, im Wind wehten ihre Zöpfe,
er hatte sie angerufen, sie kam her vor Schreck.

“Was ist das für ein Monster”?,
fragte sie benommen,
“CNN spricht vom Fukushimagozillavieh,
ja, es ist mit dem Müll rüber gekommen,
von Japan, eine Echse, das gab’s noch nie“.

“Bill, er hat heut Einsatz im Vorstadtgebiet,
er ist Profi, vier Jahre in diesem Revier,
hoffen wir mal das ihm nichts geschieht“,
dann ein Beben, da kam das giftbissige Untier.

Aus dem einen Maul quoll blutiger Schaum,
Jessy schrie: “Schnell in den Wagen”
der zweite Kopf hieb gegen den Kofferraum,
sie hatten sich sofort seitlich überschlagen.

Zum Glück landeten sie wieder auf den Rädern,
Jessy trat das Gaspedal voll durch,
unverletzt, kaputt waren nur die Federn,
Jack rief: “Uns bekommst du nicht du Lurch.”

Sie kamen nur bis zur nächsten Ecke,
eine Militärsperre hatte Artillerie aufgebaut,
sie denken, sie bringen es so zur Strecke,
das Monster kam und es wurde mörderisch laut.

Das riesige Reptil schüttelte sich bloß kurz,
drehte dann sein Hinterteil zu ihnen,
ließ fahren einen brummenden Furz
und die Stellung zerstob wie wilde Bienen.

Darauf schossen Hubschrauber mit Raketen,
Jack und Jessy rannten Hand in Hand,
Transparente von Sektengurus wehten,
auf einmal krachte eine in die Häuserwand.


Steine und Glas fielen über ihre Köpfe,

Jack hielt schützend beide Hände über Jessy,
 er liebte sie und den Duft ihrer Zöpfe,
fluchte aber über die Situation und das Vieh.

Das Handy klingelte, Bill rief endlich an,
ein Premiereneinsatz, aber es ginge ihm gut,
seine Crew wäre mit NASA und CIA dran,
ein Geschoss aufzubauen mit Atomstromlaserflut.

Es wäre für Meteoritenzerschlagung vorgesehen,
Stromexplosion ohne Strahlung mit Atomlaserkraft,
er und Jessy, sollten flüchten vom Geschehen,
sie hätten es auf die andere Flussseite geschafft.

Der Willametteriver war nicht mehr weit,
das Reptil steuerte auf den Fluss zu,
eine halbnackte Frau schrie: “Mein Kleid”
und schmiss nach der Echse mit ihrem Schuh.

Aus einem Echsenmaul hing das gute Stück,
Jack dachte, das Vieh steht auf "Lady in Red",
er zog sie sofort von der Bestie zurück
und das Ungeheuer wanderte weiter ins Flussbett.

Die Wasseroberfläche toste zu Monsterwellen,
ihre Köpfe wurden zum Schaufelrad,
ein Luxusdampfer tat schmetternd zerschellen,
feiernde Millionäre landeten im Todes Bad.

Jack und Jessy dachten an die Titanic,
die Echse schnappte nach den Passagieren,
viele unbeachtete schwammen in Panik,
so, als würde sie die fetten Happen aussortieren.

Das Ungeheuer tauchte in den Wellen,
da sah man an der anderen Uferseite Militär,
sie taten einen langen Wagenkonvoi aufstellen,
mit einem riesig, glänzendem Metallspeer.

Männer in Raumanzügen und Soldaten,
bis zum Monster war es nur ein kurzes Stück,
sie wollten es mit Atomlaserstrom braten,
Jack dachte, ohne Strahlung welch ein Glück.

Was dann geschah war atemberaubend,
ein heller Blitz schoss aus dem Speer,
das Echsenvieh schrie grässlich schnaubend,

es flimmerte wie ein glühendes Lichtermeer.

 

Das Reptil torkelte, heulte in einem tiefen Ton,
die Köpfe brannten bis zum Kragen,
der nächste Blitz brachte es zur Explosion,

es war wie ein Urknall,

der wahren
Menschheitsklagen.

Keine Macht der Atomlobby
und der Atomindustrie.
Verabschiedet diese Gefahr,
denkt an die Zukunft.
Nur dann sind wir Menschen
und unser schöner Planet,
noch lange da.



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Kommentar von andé:
(05.09.2012 um 12:09 Uhr)

Ich kann meinem Vorkommentator leider nicht zustimmen. Würde der Hobbydichter tatsächlich eine Kurzgeschichte formulieren, so würde er merken, wie unsinnig der Faden gesponnen wird, den er hier so fulminant bis aufs Erbrechen dichtet. Der Autor schreibt an irgendeiner anderern Stelle von der Lust am Dichten. Vielleicht ist er einfach besser beraten mit sehr kurzen Texten zu beginnen.

Kommentar von Heinzelmannberater:
(05.09.2012 um 11:57 Uhr)

Eine superspannende Kurzgeschichte in Gedichtform mit ernstem Hintergrund. Einfach spitze!




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