02.11.2009

Das Amulett

() 2. Platz - Gsf 2009 Fantasy Beitrag

Billy war ein ganz normaler Junge. Dachte er zumindest. Bis zu jenem Tag im August, der sein Leben für immer verändern sollte. Alles fing ganz harmlos an. Am Morgen stand Billy ganz gewöhnlich auf und ass sein Frühstück, das aus Brot und einem Glas Milch bestand. Danach ging er ins Badezimmer und putzte sich die Zähne. Nachdem er seine Schulsachen gepackt hatte, zog er seine Schuhe an und lief zur Bushaltestelle. Da der Bus wieder einmal Verspätung hatte, nahm er sein Buch aus der Schultasche und fing an darin zu lesen. Immer wenn er Zeit dafür hatte, las er ein Buch.
 
Plötzlich, als er ganz in sein Buch versunken da sass, kam ein kleines Mädchen angerannt. Es war das seltsamste Mädchen, das Billy je gesehen hatte. Sie trug ein grünes Kleid mit Zotteln dran und hatte einen grünen Spitzhut auf ihren blonden Locken. Ausserdem trug sie spitzte braune Stiefel. Sie keuchte und stolperte genau in dem Moment, als sie bei Billy ankam. Sofort sprang Billy auf und half ihr aufzustehen. Das Mädchen wollte gleich wieder weiterrennen aber sie konnte nur noch ein paar Schritte weiterhumpeln, bevor sie es ganz aufgab. Billy lief zu ihr und fragte: „Hast du dir weh getan? Komm setz dich erst mal hin.“ „Nein, ich kann nicht. Sie sind hinter mir her. Ich muss weg hier!“, rief sie. „Wer sind sie? Und wo kommst du überhaupt her? fragte Billy neugierig und schaffte es doch noch, das Mädchen zum Absitzen zu bewegen. „Ich heisse Thea und komme von Merian. Die Bande des bösen Zauberers ist hinter mir her, da ich das Amulett stehlen wollte.“ Billy schaute sie verwirrt an. Er hatte nicht die Hälfte von dem verstanden, was Thea erzählt hatte.

Wo zum Teufel war Merian und von welchem Amulett redete sie? Und an Zauberer und solchen Kram glaubte er sowieso nicht.“Wie kommst du darauf, dass es Zauberer gibt?“ fragte er deshalb Thea. „Ich bin nicht verrückt, wenn du das jetzt meinst. Merian ist eine Welt, die parallel zu der Erde existiert, einfach auf einer anderen Ebene. Der böse Zauberer Niklas hält meine Schwester Lea gefangen. Die einzige Möglichkeit, Niklas zu vernichten, hat die Macht eines Amuletts. Deshalb habe ich versucht es zu stehlen.“ Erzählte sie. „Und wie kommt es, dass du auf einmal in dieser Welt bist?“ fragte Billy. „Um in eine andere Welt zu gelangen, muss man einen speziellen Spruch aufsagen. Nur wenige kennen ihn und es gelingt auch nicht immer. Wenn ich nur wüsste, wie ich das Amulett stehlen könnte, damit ich endlich meine Schwester befreien kann. Alleine schaffe ich das nie! Letztes Mal bin ich auch nur knapp davongekommen.“ Billy hörte die Verzweiflung in Theas Stimme, als sie das sagte. Da fasste er einen Entschluss: „ich werde dir helfen, deine Schwester zu befreien. Zusammen werden wir es schaffen.“
Thea schaute ihn dankbar an. „Aber es wird gefährlich werden. Ich weiss nicht, was Niklas mit uns anstellt, wenn er uns erwischt.“ Billy blickte entschlossen drein: „Er wird uns aber nicht erwischen, weil wir schlauer sind als er. Gehen wir erst mal zu mir nach Hause. Da kannst du uns mit dem Zauberspruch in die andere Welt bringen.“ Als er mit Thea nach Hause lief sah er gerade noch, wie der Bus an der Haltestelle anhielt.

 „Das ging ja schneller als ich gedacht habe.“ sagte Billy. Kaum zu Hause angelangt, hatte Thea den Spruch aufgesagt. Plötzlich fühlte Billy sich, wie wenn er durch einen engen Schlauch gezogen würde und Farben rasten blitzschnell an ihm vorbei. Auf einmal war es vorbei. Sie standen auf einer Wiese, an deren Rand ein Schloss stand. Das musste das Schloss des Zauberers sein. Es sah nicht gerade einladend aus. „Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir das Amulett bekommen.“ Sagte Billy. „Am besten gehen wir mal näher ran.“ Als sie etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten, sahen sie einen Mann der einen Karren voller Getreide führte. Erfreut lief Thea auf den Karren zu. Der Mann war ihr Onkel. Er musste genau wie alle anderen Bauern der Gegend einen Teil seiner Ernte im Schloss abliefern. Da hatte Billy eine Idee. Der Karren war doch ein perfektes Versteck für ihn und Thea. So konnten sie unbemerkt ins Schloss gelangen. Gesagt getan. Thea und Billy versteckten sich unter dem Korn. Beide waren sehr aufgeregt, ob ihr Vorhaben gelingen würde. Als der Karren beim Schloss ankam, liessen die Wachen die Zugbrücke runter. Die Wachen erkannten Theas Onkel und liessen ihn wortlos passieren. Während Theas Onkel den Karren ablud, gelang es Thea und Billy unbemerkt zur nächsten Tür zu huschen und dahinter zu verschwinden.
 
Sie befanden sich nun in einem langen Gang, der nur spärlich beleuchtet war. Eine Treppe führte weiter nach unten. Nach einigen Minuten machte der Gang eine Biegung. Als Billy um die Ecke linste, sah er zwei Wachen vor einer Tür stehen. „Ich wette, das Amulett ist da drin. Sonst würden sie diese Tür nicht bewachen.“ Thea nickte. „Wir müssen sie ablenken, aber wie?“

Da sah Billy, dass neben ihm eine Tür war. Erdrückte auf die Klinke und tatsächlich öffnete sich die Tür. Schnell huschten sie hinein. In dem Raum waren Rüstungen und Waffen. Sie waren in der Waffenkammer gelandet. Da kam Billy plötzlich eine Idee. Fünf Minuten später hatte jeder von ihnen eine der Rüstungen angezogen. Nun sahen sie aus wie die Wachen aus dem Schloss.
 
Sie gingen hinaus und liefen auf die beiden Wachen zu, die die Tür bewachten. Billy sagte nun mit tiefer Stimme: „Zauberer Niklas hat gesagt, ihr sollt die Wachen draussen beim Burgtor ablösen.“ Die Wachen zögerten, zogen dann aber ab. Erleichtert atmete Billy auf. Sie hatten nichts gemerkt. Nachdem die Schritte der Wachen verklungen waren, öffneten sie leise die Tür.

Der Raum der dahinter lag war fast leer. Nur in der Mitte war ein Podest auf dem ein blau leuchtendes Amulett lag. Schnell gingen sie auf das Podest zu. Da hörten sie Schritte hinter sich. Billy schaute sich nervös um. Es gab keine Fluchtmöglichkeiten. Da zog Thea plötzlich ihr Schwert und stiess es in das Amulett. Dieses explodierte und Billy wurde durch die Luft geschleudert. Als er die Augen wieder öffnete, lag er zu Hause in seinem Bett. War alles nur ein Traum gewesen? Als er auf seinen Nachttisch schaute, sah er dort ein blaues Amulett liegen...

 



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