06.04.2012

hinterfotzig

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hinterfotzig

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Brav löffelte er seine suppe, diese von seiner frau hingestellte, die immer nach maggi schmeckte, brav hatte er seine schlapfen an, nicht die stiefel, in die er immer beim waldgang steckte.

Er sah sich bereits lauern, seine wut ausüben, lauern aufs wild, auf  rehe, die so wild auf den lichtungen ästen, diese wilden ungestümen freveler des waldes, ausrotten, so dachte er, er müsse sie ausrotten, sein blick gierte auf seine mannlicher 4xb, sein scharfschützengewehr, von befreundeten kameraden hatte er es, auf verschlungen wegen, aus heeresbeständen bekommen, er durfte es nicht verwenden, nicht besitzen, es war ein militärhightech-gewehr, nur für militärische zwecke bestimmt, aber was scherte ihn das, wer sollte fragen, im wald da herrschten sie , die jäger, wie sie sich nannten.

Da kam es schon vor, nein, es war an der tagesordnung, diese miesen kleinen katzen, die trotz verbot in den wald liefen, zu zerschießen, es platzte dann so wuchtig, es zerriss die monster vor seinen augen, sie hatten es nicht anders verdient, fetzen lagen umher.

Er atmete schwer, in vorfreude auf das krümmen seines hartknochigen fingers, des abziehens des carbon-stahl gehärteten abzuges seiner mannlicher, seiner trophäe, die er in der gewehrtasche versteckt, umhängen werde.

Seine frau ermahnte ihn, warme stutzen anzulegen, die nagaparba, es wäre doch schon sehr kalt, er möge an seine gichtanfälle denken.

Vier uhr früh, er trank noch einen vogelbeerschnaps, die kälte des schlucks, die 60 prozent alk, sie gaben ihm wieder den kick, stärkten den willen, im feindlichen wald aufzuräumen, ging er los.

Zusammen mit seinen jägerbrüdern, den kameraden bauten sie den hochstand, holzverschalt, abgedämmt, von diesem sicheren sitz hatte er besten überblick, sah zwei lichtungen ein, hatte die waldtiefe ebenso im blick, ja seine, oft nannten sie sich kriegskameraden, mit denen er gemein hatte, den wald von ungeziefer zu reinigen, diesen herumhüpfenden rehen, hasen, katzen, selten leider nur erwischte er einen verirrten hund, das war dann immer ein hochgenuss, der schuss immer in den kopf, das spritzende blut ließ ihn wie in trance fallen, ein vergnügen der besonderen art.

Das wehklagen der hundebesitzer, auf der suche nach ihrem vieh, er hat gewildert, ich bin von gesetzeswegen verpflichtet streunende hunde im wald, ohne vorwarnung abzuschießen, ließ ihn diebischfreudig werden, sie konnten allesamt nichts machen, er war im recht, ein jäger ist immer im recht, wieoft schon waren eingaben, beschwerden von hundebesitzer im sand verlaufen, auf seine kameradschaftsbündler konnte er sich verlassen, sie saßen an allen wichtigen stellen in behörden und ämtern, zusammen mit den großgrunbesitzern schmetterten sie jede aufregereien der zivilbevölkerung ab, sie waren die herren.

Vorsichtig aus dem wald trabte eine ricke in die lichtung, hoch standen die lauscher, die lichter scharf auf die umgebung gerichtet, er sah sie sofort, ein fettes, breites grinsen auf seinen wulstigen, von beginnendem speichelfluss benetzten lippen, sein stinkgrüner filzhut schob sich durch seine kopfvorwärts bewegung leicht in die aufgedunsene fratze, ein schmieriges heh entfuhr ihm, er legte an, da nahm er das rehkitz wahr, unbekümmert sprang es der ricke, den spiegel im blick, nach, begann zu äsen.

Ein gefundenes fressen, er wurde euphorisch, ein kitz, ein kitz, natürlich durfte er es nicht schießen, natürlich würde er es schießen, es war nie dagewesen, er schoss es, sofort, mit reflexartiger geschwindigkeit zielte er und es knallte scharf, kurz, tot.

 

 

 

 



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Kommentar von Sweder:
(06.04.2012 um 13:35 Uhr)

Die Förster in den alten Kitschfilmen, waren mir noch als Heger und Pfleger ihres Waldes einigermaßen vorstellbar, trotz der Treibjagden, die sie für ihre Brötchengeber organisieren mussten. Mitglieder von Schützenvereinen und Jagdklubs knallen heute mit Hightech Gewehren alles ab, was vier Beine oder zwei Flügel hat. Eine Ladung Schrot hoch in die Luft- in den Entenschwarm und "Hei", wie da lustig die Federn fliegen. Übrigens haben auch die Angler aufgerüstet, bedienen sich der neusten Technik. Die Angel wird in eine am Boden befestigte Halterung gesteckt, dann kann sich der Naturfreund dem Geschäft des Grillens widmen, ein paar Flachen Bier in den Schlund schütten. Fällt ein armes Fischlein auf den heimtückischen Köder herein, zappelt hilflos am Haken, kommt die Elektronik ins Spiel, piept laut "Alarm". Osterfest- Osterhase- Osterlamm-Prost Mahlzeit! Da hat man doch keine Lust mehr Ostergrüße zu versenden, so steigt einem die kalte Kotze hoch!. Trotzdem; für Dich und Deine Angehörigen stressfreie Feiertage wünscht Sweder PS; mein Aprilscherz ist wohl doch etwas janusköpfig, war aber nicht Absicht.




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