20.11.2010

Fluffi und die Suche nach dem Knochen

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Bild zu Fluffi war ein glücklicher Hund. Er hatte seine eigene Hütte und einen riesigen Knochen, den er mit all seinen Kräften tapfer verteidigte. Er lies keinen Menschen und kein Tier nur in die Nähe seiner Hütte, in der er seinen Schatz versteckte. Doch eines morgends passierte etwas schreckliches! Fluffi wachte auf, völlig allein in seiner Hütte. Doch wo war der Knochen? Weg! Völlig verzweifelt durchwühlte er sein Zuhause, doch zu seinem Entsetzen konnte er nichts finden. Nach zwei endlos langen Tagen gab Fluffi erschöpft auf. Er lag nun einsam und traurig in seiner dunklen Hütte. "Was soll ich denn jetzt nur machen?" fragte er sich.

Da erinnerte er sich daran, dass es ja auch noch weitere Tiere um seine Hütte herum gab. "Die werden mir doch nie helfen, so wie ich sie immer angeknurrt habe" dachte er sich. Nach längerem Überlegen kam er kurz zu dem Entschluss doch ein paar Schritte vor seine Hütte zu wagen. Da sah er ein paar Meter von sich entfernt ein kleines Häschen sitzen. Völlig überstürzt lief er zu ihm und rief schon von weitem:"Hast Du meinen Knochen gesehen?". Doch das Häschen ergriff nur angewidert die Flucht. Fluffi stand nun verwundert wieder alleine da. Er lies seine langen Schlappohren hängen und trottete nun ziellos durch die Gegend.

Als er an einer abgelegenen Kreuzung um die Ecke bog lief er einer Katzen-Gang in die Arme. "Was ist denn mit unserem tapferen Wachhund los?" fragte ein Kater mit verfiltztem Fell im abwertenden Ton. "Wollte ein Häschen um Hilfe bitten, und es ist weggelaufen." feixte ein anderer amüsiert. "Haben wohl etwas verloren" provozierte der erste wieder. Fluffi wurde natürlich zunehmend wütender und knurrte in die Runde. "Seht her" rief der Ganganführer, "er meint er könnte uns Angst machen. Hey Junge, schnall es. Hier draussen hast Du keine Chance gegen uns. Wir sind viel zu viele und Du bist alleine." Lachend und gelangweilt zog die Gang ab.

Ganz alleine in einer verlassenen Gasse verkroch Fluffi sich nun in das dunkelste Eck. Er zitterte am ganzen Körper und winselte vor sich hin. Da kam eine streunende Hündin an ihm vorbei und sagte:" Ich glaube, ich kann Dir helfen. Jammere nicht und komme einfach mit. Vertrau mir." Fluffi sah ihr mißtrauisch nach. Als sie fast nicht mehr zu sehen war sprang er doch schnell auf. "Was solls" dachte er," was kann schon schlimmeres passieren, als alleine hier zu versauern."

Eine Zeit lang trottete er der Hündin ohne Worte hinterher. "Wo führst Du mich hin?" fragte er nach einer Weile. Sie antwortete ihm aber nicht und lief unbeirrt weiter. Fluffi zögerte kurz, entschloss sich aber doch ihr weiter zufolgen. Nun standen die beiden in einer großen Sackgasse. Fluffi war das alles auf einmal nicht mehr geheuer, denn er hörte es von allen Ecken und Enden rascheln und flüstern.

Langsam kamen alle Geschöpfe aus ihren Verstecken heraus und beäugten ihren neuen Gast. Fluffi war überrascht so viele verschiedene Gesichter zu sehen. Von Hunden, Katzen, Tauben bis Ratten waren so ziemlich alle Tierarten einer Großstadt zu sehen. Und sie schienen friedlich miteinander zu leben. "Wer sind die alle?", fragte Fluffi verblüfft die Hündin. "Das sind meine Freunde", sprach sie zu ihm. "Sie waren alle alleine, bevor sie hierher kamen. Wenn Du möchtest, können es auch Deine Freunde werden, um gemeinsam Deine Probleme zu lösen." "Ich brauche keine Freunde!", schrie Fluffi enttäuscht, da er mit seinem Knochen gerechnet hatte."Und meine Probleme kann ich alleine lösen!" Er rannte empört wieder auf die Strasse, und bemerkte gar nicht wie traurig die Hündin auf seine Reaktion reagierte.

Fluffi wollte eigentlich nur noch laufen. Er wußte nicht wohin, vielleicht versuchte er auch nur vor sich selbst zu flüchten. Im Inneren wußte er, dass es nicht auf ewig so weitergehen konnte, doch etwas weigerte sich dies einzugestehen.

Plötzlich wurde Fluffi unsanft gebremst. Er bekam keine Luft mehr! Etwas legte sich um seinen Hals. Alles ging so schnell! Als Fluffi seinen ersten Schock überwunden hatte, bemerkte er entsetzt dass er in eine Fangschlaufe eines Hundefängers geraten war. Eine offenstehende Tür eines kleinen Käfiges näherte sich rasant seinen ängstlichen und großen Augen.

Doch auf einmal lies der Druck der Schlinge auf einen Schlag nach. Fluffi blickte sich verwundert um. Was jetzt geschah, konnte er gar nicht glauben. Die Hündin und ihre Freunde näherten sich gefährlich schnell dem Hundefänger, der voller Angst die Flucht ergriff.

Die Augen der Hündin und seine trafen sich und in diesem Moment wusste er es ganz genau. Er brauchte sich nicht mehr auf die Suche nach seinem Knochen zu begeben, denn er hatte etwas viel wertvolleres gefunden. Und dies nennt sich Freundschaft.



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