11.09.2008

Die Suche nach dem Schatz

() Gsf 2008 Beitrag

Vor 7 Jahren hatte ich die Karte vergraben. Der fremde mysteriös aussehende Mann, der mir die Karte damals gegeben hatte, sagte mir, dass ich sie erst wieder ausgraben sollte, wenn ich 18 Jahre alt bin. Nun war es endlich soweit. Meinen Geburtstag konnte ich kaum genießen, da ich den ganzen Tag nur daran dachte, die Karte endlich in meinen Händen zu halten. Schon am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg, um mein Ziel zu erreichen.

Damals war ich mit meinen Eltern nach Ägypten geflogen. Bei unserem Ausflug zu den Pyramiden hatte ich dann meine Chance genutzt. Den Klappspaten, den ich mir vorher in einem Baumarkt besorgt hatte, trug ich bei mir, hatte ihn aber gut in einer Tasche versteckt, damit meine Eltern keinen Verdacht schöpfen konnten. Als wir in einer Pyramide waren, um einen Sakropharg zu besichtigen, lief ich meinem Vater und meiner Mutter in den dunklen Gängen hinterher, bis ich mich schließlich umdrehte und davonschlich, damit ich eine Stelle ausfindig machen konnte, an der ich unbeobachtet war, um meine Karte zu vergraben. Der Boden war damals zwar sehr hart, aber nach ein wenig Anstrengung war mein Werk vollbracht. Ich nahm 3 helle Steine aus der Tasche, die ich vorher zu diesem Zweck besorgt hatte und legte sie auf die Stelle, an der ich die Karte vergraben hatte. Ab diesem Zeitpunkt galt es nur noch zu warten.

Für meine Rückkehr buchte ich dasselbe Hotel, in dem ich damals mit meinen Eltern übernachtet hatte. Diesmal war ich allein. Nach der Ankunft am Flughafen ließ ich mich von einem Taxi zu meiner Unterkunft fahren. Dort angekommen beschloss ich, erst einmal eine Nacht zu schlafen, um mit neuen Kräften mein Vorhaben zu verfolgen. Schließlich war es schon dunkel und eine Suche machte in der Nacht wenig Sinn.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf, frühstückte kurz und machte mich dann sofort auf den Weg. Die Pyramiden waren nicht weit von dem Hotel entfernt. Trotzdem entschied ich mich dafür, ein Taxi zu nehmen, da ich es kaum noch erwarten konnte, endlich die lederne Karte in meinen Händen zu halten. Nachdem ich dem Taxifahrer das Geld gegebenen hatte und ausgestiegen war, sah ich sie sofort vor mir. Das war die Pyramide mit dem heiligen Sarkophag. Hier war ich mit meinen Eltern und hatte meine Karte in Sicherheit gebracht.

Mit schnellen Schritten lief ich hinein, um die Stelle zu suchen, die ich mit den Steinen markiert hatte. Dank meines hervorragenden Orientierungssinns hatte ich keine Probleme, sofort den Gang zu finden, den ich suchte. Es kam mir vor, als war ich erst gestern an diesem Ort gewesen. 7 Jahre lang bin ich in Gedanken immer wieder durch die dunklen Gänge gelaufen, damit ich mein Ziel nicht verfehlen konnte. Ich konnte sie trotz der relativen schlechten Lichtverhältnisse sofort sehen. Sie lagen noch genauso da, wie ich sie hingelegt hatte. Ich ging zu meinen Steinen, nahm sie weg und fing an zu graben.

Derselbe Klappspaten, den ich damals benutzt hatte, verhalf mir dazu, meine Karte wieder auszubuddeln. Es kam mir vor, als wenn ich schneller grub als damals. Dies war sicherlich dadurch zu erklären, dass ich mehr Kraft aber auch mehr Motivation hatte als damals. Es ging diesmal nicht darum, die Karte in Sicherheit zu bringen. Nun ging es darum, sie endlich wieder in meinen Besitz zu bringen und sie zu benutzen... benutzen, um den Schatz zu finden.

"Vergrabe die Karte bis zu deinem 18. Lebensjahr weit entfernt von deiner Heimat. Grabe sie erst dann wieder aus, wenn du volljährig bist. Entfalte sie vorher auf gar keinen Fall." waren die Worte des Mannes, der mir die Karte gegeben hatte. Ich wusste bis heute nicht, wieso ich der Auserwählte war. Auch auf meine damalige Frage, die lautete: "Warum geben Sie mir diese Karte? Wir kennen uns doch gar nicht." antwortete der ältere Herr mir: "Frag nicht, mein Kind. Tu, was ich dir gesagt habe."

Als ich tief genug gegraben hatte, stieß ich mit meinem Spaten auf etwas Weiches, das sich eindeutig anders anfühlte und anhörte als Lehm oder Erde. Es musste meine Karte gewesen sein. Ich suchte den Boden meiner Ausgrabungsstelle mit meinen Händen ab und hielt sie schließlich in meiner Hand.

Ich entfaltete die Karte, nachdem ich das Band entfernt hatte, das darum gebunden wurde. Jetzt sah ich zum ersten Mal, was darauf gezeichnet bzw. geschrieben war. Es waren Linien zu sehen, die mal breiter und mal schmaler waren. Dies mussten Straßen oder Flüsse gewesen sein. In der Mitte der Karte befanden sich viele Bäume. Diese sollten mit großer Wahrscheinlichkeit einen Wald darstellen. In der Mitte des Walds war eine Lichtung zu erkennen, wo ein großes rotes Kreuz eingezeichnet war. Erst jetzt sah ich, dass oben links auf der Karte ein Gegenstand befestigt war. Es war ein Schlüssel, der nach seinem Aussehen zu urteilen sehr alt gewesen sein musste. Am Rand der Karte standen folgende Buchstaben: T, A, U, I, L, S, R, A, A. Was sollten diese Buchstaben bloß bedeuten?

Nachdem ich die Buchstaben in verschiedenen Kombinationen aneinandergereiht hatte, kam ich zu einer einzigen plausiblen Lösung: AUSTRALIA. Mein Ziel war also Australien. Dort musste mein Schatz vergraben sein. Ich besorgte mir diverse Kartenmaterialien Australiens, um herauszufinden, welche Gegend des Kontinents auf der Karte dargestellt werden sollte. Nach tagelangen Nachforschungen fand ich schließlich eine Seite in einem Atlas, die exakt das darstellte, was ich von meiner Karte kannte. Mein Ziel war das Zentrum eines Dschungels am Rande Australiens. Die Reise konnte beginnen.

Ich buchte einen Flug, traf noch ein paar Vorbereitungen und startete schon kurze Zeit später meine Reise. Es war früh morgens, als ich am Flughafen ankam. Dort lieh ich mir einen PKW und begab mich schnurstracks zu meinem Zielort. Unterwegs besorgte ich mir in einem Waffengeschäft noch eine Machete. Diese war dringend notwendig für den Dschungel. Ich hatte davon Abstand genommen, eine solche schon vor dem Antritt meiner Flugreise zu beschaffen, da dies an den Flughäfen bestimmt eine Menge Ärger gegeben hätte.

Nach einigen Stunden Autofahrt erreichte ich den Rand des Dschungels. Hier musste ich meinen Leihwagen parken und meinen Weg zu Fuß forsetzen, da es in dem Dschungel keine befahrbaren Wege gab. Ich nahm meinen Rucksack mit der notwenigen Ausrüstung darin, meinen Kompass und meine Machete aus dem Auto und lief meinem Ziel entgegen. Die Luft in dem Dschungel war sehr tropisch und das Laufen viel mir schon bald ziemlich schwer. Den Spinnen und Schlangen ging ich geschickterweise aus dem Weg, doch plötzlich konnte ich einem Kampf nicht mehr ausweichen. Ich stand vor einem breiten Gewässer, in dem es vor Alligatoren nur so wimmelte. Laut meines Kompasses musste ich durch das Wasser, um zu meinem ersehnten Ziel zu kommen. Ich suchte mir eine Stelle aus, an der nur 2 Alligatoren zu sehen waren, und schritt vorsichtig durch das ziemlich warme Nass hindurch. Das erste Reptil schien mich nicht bemerkt zu haben, doch das zweite hatte es auf mich abgesehen. Ich zückte meine Machete und streckte den Alligator in einem anstrengenden Kampf nieder. Dieses Gefecht erregte soviel Ausmerksamkeit bei dem zweiten Tier, dass auch dieses dazu überging mich anzugreifen. Auch diesen Angriff konnte ich abwehren und den Kampf schließlich gewinnen. Erschöpft setzt ich meinen Weg fort.

Plötzlich sah ich eine Stelle in dem Dschungel, die mir besonders hell erschien. Trotz meines nicht gerade optimalen körperlichen Zustands, verspürte ich eine zweite Luft und begann zu rennen. Schon kurz später war ich da. Ich hatte die Lichtung erreicht. Ich lokalisierte anhand meiner Karte die Stelle, an der sich der Schatz befinden musste und fing mit Hilfe meines Klappspatens an zu graben. Nach einer knappen halben Stunde stieß ich auf etwas Hartes. Es musste eine Schatzkiste gewesen sein. Ich entfernte die Erde um sie herum, so dass ich sie schließlich in ganzer Pracht vor mir sah. Ich holte den Schlüssel aus meinem Rucksack und steckte ihn in das Schloss der Truhe. Es harkte zwar etwas, doch schon bald konnte ich den Deckel öffnen. Goldstücke und Schmuck blitzten mir in der Kiste entgegen. Ich hatte den Schatz gefunden. Ich packte soviel ich tragen konnte in meinen Rucksack und beschloss nach einer kurzen Erholungspause, mich noch vor Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg zu machen.

Trotzdem es schon dämmerte, fand ich den Weg zu meinem Leihwagen ohne Probleme. Aus das Gewässer stellte sich nun nicht mehr als Problem dar, da ich zum Überqueren die Stelle wählte, an der ich meine Widersacher bereits auf dem Hinweg niedergestreckt hatte. Glücklich stieg ich in den Wagen, schaltete das Licht an und fuhr zu dem Hotel, das ich zuvor gebucht hatte. Am nächsten Morgen gab ich das Auto ab, verkaufte die gebrauchte Machete beim Waffenhändler und flog zurück in meine Heimat.



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