17.01.2011

Die Drachenära (Der Drachensohn und Freundschaft)

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Es ist passiert, es ist passiert,
gestern, und doch war es wie heute, oder nicht?

Zuerst waren es zwei, dann vier,
einer zu viel, einer zu wenig,
der Knall weckte mich aus meinem Wachtraum
und ich sah wie mein Freund leblos zu Boden fiel.

Fünf Meter stand ich weg,
mein Freund hielt mich immer fern von seinen Geschäften,
ich wusste was er tat, ich wusste wie er es tat,
und mit wem er seine Geschäfte und Verbindungen hielt,
aber er hielt mich immer raus.

Ich soll sehen, nicht hören und zu viel wissen,
ich wusste recht wenig über sein Leben außerhalb der Straßen und Höfen,
seine Familie war mir Fremd, wir trafen uns immer im Freien.

Mein Anruf genügte nicht,
er war tot bevor er rot überströmt kontrolllos auf dem Bodem mit dem Hinterkopf aufschlug.
Die Retter kamen zu spät, und ich weiß,
mein Gebet wird ihm auch nicht helfen,
niemand auf Erden konnte das, er wollte auch nicht,
er erkannte nichts unmoralisches an seiner Tat,
das war seine Arbeit, sein täglich Brot,
welches er mit mir brach und aß.

Er sagte nur "Sie alle schaden sich selbst,
nicht ich, kein Zwang, es ist ihr Eigenzwang
und Drang, dass es bei allen so weit kommt,
dass er oder sie ohne meinen Stoff nicht leben kann."

Der Zweck heilt die Mittel,
behelligt sein täglich Leben,
keine Reue, kein Gewissen,
er ist frei davon, es ist sein Ding,
nichts wozu ich etwas sagen soll.

Er ist intelligent, sogar sehr,
er nannte es kontra-produktiv.
wobei kontra bei ihm unkennbar klein geschrieben wird.
Niemand steht darauf ihm etwas schulden zu müssen,
ihn um etwas zu bitten,
wobei ich der Einzige bin, der die Ausnahme ausmacht.
Nur eine Bitte schlägt er mir ab,
kontra ist passiv,
bekommt Geltung wenn jemand traut ihm schaden zu wollen.

Sein Beitrag zur Gesellschaft ist alles andere als kontra, behauptet er,
ohne jede Rechtfertigung,
er drückte es folgendermaßen auf,
"Sie beschuldigen mich!
Dabei verlangen sie den Stoff.
Ich schenke ihnen nichts und gönne ihnen nichts.
Sie bezahlen für ihre Sucht und Traumreise.
Die Straße ist mein Reisebüro und meine Jackentasche ist mein Katalog.
Sie kommen, bezahlen und bedanken sich dafür, wenn sie für Geld etwas von bekommen.
Eine Hand wäscht die andere. Wobei ich mir die Hände wasche, und einige meiner Kunden früher oder später in der Gosse sitzen."

Er war frei von Schuld, immer,
das war seine Lebensweise und Weisheit.
Er war ein Freund, ein Kumpel, fast wie ein Bruder zu mir.
Nie erhob er seine Stimme oder seine Faust,
er war immer da, hat mich beschützt.
Und jetzt liegt er da. Da liegt er.
Immer lagen die anderen auf dem Boden.
Nie trug er eine Waffe.
Alle wussten wozu er fähig war,
und die Kunden brauchten ihn.
Der Knall weckte mich auf,
der Antagonist des Dramas war verschwunden.

Blaue Geister erleuchten die dunkle Nacht der Innenstadt,
die Nacht war kurz,
plötzlich kalt, der Sommer ging in wenigen Sekunden auf Winter über.
Als wurde die Zeit beschleunigt,
öffne ich die Augen und liege auf meinem Bett.
Es ist leise, der Mondschein fällt durch das Fenster auf mich.
Blutflecken? Warum Blutflecken?
Blutflecken von vorhin?
Ich hatte schon vergessen was geschehen war.

Ich liege auf meinem Bett und denke an die Zukunft und an die Vergangenheit.
Wie kannte ich ihn?
Was werde ich seinen Eltern sagen?



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