Interviews mit Sarah Wedler und Nadine d'Arachart

Gsf-Interview mit Sarah Wedler und Nadine d'Arachart

Gsf: Hallo Sarah und Nadine. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir ein Interview mit euch führen dürfen und sind schon sehr gespannt, was Ihr uns zu erzählen habt. Äußerst interessant finden wir, dass Ihr zu zweit arbeitet. Wie, wann und wo habt Ihr zwei euch denn kennengelernt und wie ist es dazu gekommen, dass Ihr zusammen Romane schreibt?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das gemeinsame Schreiben hat sich bei uns eigentlich so ergeben. Wir kennen uns seit der fünften Klasse und haben mit zwölf Jahren angefangen, zusammen zu schreiben. Damals vor allem Fantasy, wir waren beide große Wolfgang-Hohlbein-Fans. Dann haben wir Drehbücher geschrieben und in Eigenregie verfilmt und die kamen so gut an, dass wir mit einem Treatment an einem Drehbuchwettbewerb teilgenommen und prompt einen Preis gewonnen haben. Das hat uns motiviert, uns auch mal an Kurzgeschichten zu versuchen. Letztendlich sind wir dann bei Romanen gelandet und damit sehr glücklich.

Gsf: Im letzten Jahr ist euer Krimi „Die Muse des Mörders“ und der Thriller „Abgründe“ erschienen. Könnt Ihr für uns und unsere Leser kurz umreißen, worum es in den beiden Werken geht?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: „Die Muse des Mörders“ ist ein Remake des Krimiklassikers „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann. In unserer Version geht es um einen Serienkiller, der in Wien sein Unwesen treibt und um die alternde Schriftstellerin Madeleine Scuderi, die gerade tief in einer Lebenskrise steckt, als sie ungewollt zur Muse des Mörders wird.
„Abgründe“ geht mehr in Richtung Thriller als Krimi und spielt in Virginia Beach in Amerika. Öffentlich zur Schau gestellte Frauenleichen werden gefunden. Durch makabere Arrangements offenbart der Killer die dunkelsten Seiten seiner Opfer.
Als Leiter der Mordkommission ist Ethan Hayes mitten im Geschehen und bekommt am eigenen Leib zu spüren was es heißt, sich mit einem Wahnsinnigen anzulegen. Doch seine eigene, finstere Vergangenheit droht ihm im Weg zu stehen.

Gsf: „Die Muse des Mörders“ ist seit Februar und „Abgründe“ seit April 2012 auf dem Markt. Habt Ihr gleichzeitig an den Büchern gearbeitet oder wie ist es zu erklären, dass Ihr in so kurzer Zeit 2 Werke veröffentlicht habt?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: „Abgründe“ war quasi unser erstes Buch und lag lange Zeit als Übung in der Schublade, dann haben wir fast zeitgleich eine Anfrage vom Labor Verlag sowie von Satzweiss bekommen. Für Labor haben wir dann „Die Muse des Mörders“ geschrieben. Und für Satzweiss unser „altes“ Buch komplett überarbeitet. So ist das fast zeitgleiche Erscheinen zu erklären.

Gsf: Wie genau sieht denn eure Zusammenarbeit bei einem Roman aus? Stammen die Ideen und Textformulierungen von euch beiden oder gibt es diesbezüglich eine Arbeitsaufteilung?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Die Handlung stellen wir komplett zusammen auf und auch die Charaktere und deren Lebensgeschichten erfinden wir gemeinsam. Beim Schreiben teilen wir dann auf – entweder nach Kapiteln, den Personen oder anderen Kriterien. Letztendlich überarbeitet jede aber noch mal die Teile der anderen, sodass wir am Ende selber gar nicht mehr sagen können, welcher Satz jetzt von wem stammt.

Gsf: Läuft die Zusammenarbeit immer harmonisch ab oder gibt es hier und da auch schon mal Uneinigkeiten z.B. bzgl. eines Handlungsstrangs o.ä.?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Klar gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten. Aber bisher sind wir uns glücklicherweise immer einig geworden. Auch wenn manchmal eine dritte Lösung her musste.

Gsf: Das Erstlingswerk ist im Labor Verlag und die nachfolgende Veröffentlichung „Abgründe“ ist bei Satzweiss erschienen. Wie kam es zu der Entscheidung, die Bücher bei unterschiedlichen Verlagen herauszubringen?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das kam einfach daher, dass uns die beiden Verlage angefragt haben. Entstanden ist die Zusammenarbeit jeweils durch einen Textbeitrag von uns bei einem Literaturwettbewerb.

Gsf: Bei amazon.de haben wir gesehen, dass es auch eBook bzw. Kindle-Versionen eurer Werke gibt. Wie steht Ihr zu der - relativ neuen - elektronischen Form der literarischen Darstellung? Verkaufen sich die gedruckten oder die elektronischen Fassungen eurer Romane besser?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das ist schwer zu sagen. Wenn wir auf Lesungen Printausgaben von der „Muse“ verkaufen, verkauft sich danach auch „Abgründe“ ganz gut. Generell kommt es wahrscheinlich auf die Werbung an, die man macht und nicht auf das Format. Wir beide lesen selber lieber noch „richtige“ Bücher. Die riechen auch so gut...

Gsf: Im März diesen Jahres erscheint euer nächstes Werk. Könnt Ihr uns bitte sagen, wie der Roman heißt und zu welchem Genre er gehört? Worum geht es grob in dem Buch?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das nächste Buch, das von uns erscheint, heißt „Nebelflut“ und ist ein Thriller. Es geht dabei um die kleine Amy Namara, die vor neunzehn Jahren spurlos verschwand – nun werden ihre blutigen Kleider in einem Fluss nahe Dublin entdeckt. Zeitgleich beginnt eine grausame Mordserie. Schnell wird Amys Bruder Patrick, ein unbescholtener Arzt, zum Hauptverdächtigen. Was keiner weiß: Auch an Amys Schicksal ist er alles andere als unschuldig.
Außerdem kommt noch eine Kurzgeschichtensammlung von uns raus, ebenfalls in diesem Jahr. Da steht der Titel noch nicht ganz fest, der Arbeitstitel jedoch: „Linie 14, letzte Reihe, Ich“. Unsere Kurzgeschichten sind allesamt eher düster und beschäftigen sich mit menschlichen Abgründen und sozialen Themen, häufig mit Randgruppen und Außenseitern, aber auch mit Familien und deren Problemen.

Gsf: Sicherlich seid Ihr sehr auf den Tag gespannt, an dem euer neuer Roman erscheinen wird. Wie erlebt Ihr solch einen Tag, an dem eins eurer Werke erscheint? Wie war es bei den ersten beiden Roman?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das erste Buch haben wir überall mit hingeschleppt. Wir konnten es irgendwie gar nicht glauben. Auch als es dann endlich in der Buchhandlung stand – das ist schon ein unglaubliches Gefühl.

Gsf: Auf eurer Homepage www.write-fever.de haben wir gesehen, dass Ihr eure Romane auch bei Lesungen präsentiert. Sind auch schon für den neuen Roman Lesetermine in Planung? Präsentiert Ihr eure Werke gerne bei solchen Terminen der Öffentlichkeit oder liegt euch eher die kreative Arbeit im stillen Kämmerlein?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: In diesem Jahr stehen bereits zwei Lesungen fest, einmal am 01.03.2013 in der Trauerhalle des Bestattungsunternehmens Fritz (Am Sonnenberg 38, 44879 in Bochum-Linden um 19:00 Uhr) – dort lesen wir noch mal aus der Muse – und dann lesen wir am 07.06. in Witten (Buchhandlung Lehmkul, Marktstraße 5 um 19 Uhr). Aber es folgen natürlich noch mehr. Wir veranstalten gerne Lesungen, weil wir uns da mit unseren Lesern austauschen können. Auch ist es schön, wenn diese von sich aus das Gespräch suchen und Fragen stellen – das ist ein guter Ausgleich zur „stillen“ Heimarbeit.

Gsf: In unserem Autorenportal habt Ihr bereits eure beiden bereits erschienenen Romane eingetragen und wir würden uns natürlich auch sehr darüber freuen, wenn auch euer nächstes Werk demnächst dort zu finden sein wird. Wie gefällt euch das Autorenverzeichnis auf unserem Literaturportal? Was könnte man im Autorenportal bzw. auf unserer Literaturseite eurer Meinung nach noch besser machen?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Sobald Cover und ISBN fertig sind, stellen wir es natürlich gerne rein. Wir finden die Seite wirklich klasse und schön übersichtlich. Verbesserungsvorschläge? Haben wir eigentlich nicht. Wir hatten nur anfangs Probleme, den „Registrierungsbutton“ zu finden, dass lag aber an einer falschen Einstellung von unserem Browser und nicht an der Seite.

Gsf: Was ist für euch die größte Herausforderung bei der schriftstellerischen Arbeit? Was macht eurer Ansicht nach einen guten Autoren bzw. eine gute Autorin aus?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Die größte Herausforderung ist wahrscheinlich, dass man sich selber treu bleibt und sich nicht von anderen Autoren und Büchern, die man liest, beeinflussen lässt. Und was einen guten Autor ausmacht? Wahrscheinlich das Gleiche.

Gsf: Habt Ihr neben eurer Autorentätigkeit noch Zeit für andere Dinge oder nimmt euch das Schreiben zeitlich sehr in Anspruch?

Sarah Wedler und Nadine d'Arachart: Das Schreiben nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, aber ab und zu muss man auch mal abschalten. Wir beide lieben das Reisen  - daher spielen unsere Romane auch an den unterschiedlichsten Orten - und wir gehen regelmäßig ins Kino. Sehr regelmäßig. Es ist schon fast eine Sucht...

Gsf: Wir bedanken uns ganz herzlich für die Beantwortung der Fragen und wünschen euch noch viel Freude bei allem, was mit eurer Autorentätigkeit zu tun hat, und viel Erfolg für eure Veröffentlichung im März. Hoffentlich werden wir noch viel von euch hören bzw. lesen.


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