Interviews mit Markus Walther

Gsf-Interview mit Markus Walther

Gsf: Hallo Herr Walther. Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie sich zu einem Interview mit uns bereit erklärt haben. So können unsere User und Besucher etwas über Sie und Ihre Autorentätigkeit erfahren. Nun sollten wir die Leser nicht weiter auf die Folter spannen und direkt mit der ersten Frage beginnen: Wann haben Sie entdeckt, dass Sie gerne schreiben und ab welchem Zeitpunkt sind Sie der Schriftstellerei intensiver nachgegangen?

Markus Walther: Das weiß ich noch ganz genau. Also: das war um 12:32, an einem 27. Mai im Jahre ... -ähm- oder war’s am 26. November? Mist. Gleich bei der ersten Frage blamiere ich mich bis auf die Knochen.
Aaalso, erste Schreibversuche in Form eines Heftromans habe ich schon zu meinen Schulzeiten begonnen. Und weil diese Texte so schlecht waren, wäre das beinahe auch das Ende der kreativen Schreiberei gewesen. Anfang der Neunziger Jahre bat mich jedoch ein Freund, dass ich für ihn ein Textprogramm ausprobieren solle.
Ich entschied mich für die Methode „Learning by doing“ und tippte statt eines Blindtextes eine kleine Story. Sie trug die Überschrift „Der Vampir“, war genau eine Din-A4-Seite lang und wurde zur Keimzelle meiner „Microfiction“.

Gsf: Wie man auf Ihrer Seite www.din-a4-story.de sehen kann, haben Sie eine besondere Vorliebe für kurze Geschichten entwickelt. Worin liegt Ihrer Ansicht nach der Reiz an kurzen Werken? Stimmt der Spruch \'In der Kürze liegt die Würze\'?

Markus Walther: Kurzgeschichten haben keine festen Regeln. Eigentlich haben sie nur eine Regel: Sie sollten lesenswert sein. Das Experimentelle hat somit ebenso seinen Platz, wie das Unterhaltsame. Sie darf witzig sein. Sie darf philosophisch sein. Aber sie darf niemals berechenbar sein.
Ich mag es, dass ich auf diese Weise mit meinen Lesern spielen kann. Dabei kann ich von SciFi über Fantasy bis zum Krimi oder Lovestory alle Genres durchwandern. Wer sich auf meine Bücher einlässt, weiß wirklich nie, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.
Hoffe ich ...

Gsf: Sie haben die beiden Werke \'Guten und böse Nachtgeschichten\' und \'Kleine Scheißhausgeschichten\' geschrieben. Worin unterscheiden sich die beiden Geschichtssammlungen inhaltlich voneinander?

Markus Walther: Brave Leser sollten die „Nachtgeschichten“ bitte auf den Nachttisch platzieren. Dort fühlen sie sich wohl. Wenn es dunkel wird, wispern sie leise: „Lies eine Seite. Nur eine. Oder vielleicht auch zwei, aber das genügt schon. Du wirst überrascht sein, wie viel zwischen die Zeilen passt. Ein Tag, ein Jahr, manchmal ein ganzes Leben oder auch nur ein Augenblick.“
Die Kleinen Scheißhausgeschichten sagen ... das auch. Sie möchten nur an einer anderen Örtlichkeit anspruchsvolle Kurzweil vermitteln.

Gsf: Haben Sie neben den beiden Büchern noch andere veröffentlicht, in denen die Leser kurze Geschichten vorfinden oder planen Sie eine weitere Publikation?

Markus Walther: Zwei/drei meiner Kurzgeschichten wurden bereits in Anthologien veröffentlicht. Demnächst erscheint im Wortkuss-Verlag das Projekt des Autorenforums Zeilenweise: „Das Haus am Zeilenweise-Platz“. Ein Benefiz-Buch über ein Haus voller Kurzgeschichten, in dem ich auch eine Wohnung belegen durfte.
Für das Autorenforum Federfeuer bereite ich zur Zeit die Veröffentlichung des „Schreibk(r)ampf“-Manuskripts im Georg von Toyberg-Verlag vor. Halb Ratgeber, halb Anthologie wird sich dieses Buch gleichermaßen an Autoren, Verleger und Leser richten.
Eigene Buchprojekte laufen zur Zeit natürlich auch: Mit „EspressoProsa“ werden meine Din-A4-Stories in die dritte Runde gehen. Ich hoffe, dass ich das Team vom Acabus-Verlag dafür begeistern kann. Den Erscheinungstermin visiere ich für 2012 an.
Etwas mehr Zeit muss ich mir mit meinem anderen Buch lassen. „100 Seiten von Pandora“ ist mein Versuch Kurzgeschichten zu schreiben, die ein Stückchen Seele berühren. Und zwar da, wo es weh tut.

Gsf: Wie steht es bei Ihnen mit der Interesse an längeren detailreicheren Stories? Haben Sie bereits einen Roman geschrieben und wenn ja, worum geht es in diesem?

Markus Walther: Die ersten Zeilen zu einem Horror-Roman habe ich geschrieben. Sie wispern und flüstern täglich von der Festplatte: „Schreib mal eine Seite. Oder vielleicht auch zwei ... Und mach gefälligst hinne!“.

Gsf: Durch eine Einladung haben wir erfahren, dass Sie auch Lesetermine wahrnehmen, bei denen Sie Ihre Werke präsentieren. Was macht Ihnen mehr Spaß: Das Schreiben im stillen Kämmerlein oder das Vorlesen vor Publikum?

Markus Walther: Hm. Man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Ich lese für mein Leben gern vor. Die unmittelbare Reaktion des Publikums ist ein Geschenk. Spontanes Gelächter, herzlicher Applaus oder (hoffentlich an der richtigen Stelle) betroffenes Schweigen, sind für mich wirklich des Künstlers schönster Lohn.
Andererseits ist das Schreiben ein sehr wichtiger Teil meiner Persönlichkeit. Gedanken auf Papier zu bannen, übt auf mich eine ungebrochene Faszination aus. Insbesondere mit dem Wissen, dass ich es schaffe, andere damit zu erreichen.

Gsf: In Ihrem Autorenprofil auf unserer Seite kann man lesen, dass Sie sich gerne der Malerei widmen? Welche Kunstepoche spricht Sie besonders an? Welche Motive wählen Sie am liebsten?

Markus Walther: Besonders angetan hat es mir die Popart. Aber eigentlich mache ich meinen Geschmack nicht an einer Epoche fest. Mir gefallen Bilder - oder sie tun es nicht. Allerdings kann ich in den seltensten Fällen etwas mit abstrakten Gemälden anfangen. Ich kann den Verdacht nie ganz ablegen, dass mich die Künstler solcher Werke etwas veralbern wollen.
Ich selbst verwende gerne Tusche. „Pointillismus“ nennt man die Technik, in der ich meine Bilder gestalte. Leider habe ich keine Zeit mehr dafür, da diese Technik äußerst zeitintensiv ist.

Gsf: Gibt es Überschneidungen bei Ihren Interessen? Verbinden Sie die Kunst mit Ihrer literarischen Tätigkeit, indem Sie beispielsweise Ihre Gemälde bei Lesungen ausstellen oder Ihre eigenen Bücher illustrieren?

Markus Walther: Bislang hat sich die Gelegenheit dazu nicht ergeben. Meine letzten „Austellungen“ (wenn man das überhaupt so nennen darf) liegen viele Jahre zurück. Und die Covergestaltung überlasse ich lieber den Profis.

Gsf: Haben Sie noch Zeit für andere Interessen oder beansprucht Sie die Literatur und die Kunst dazu zu sehr?

Markus Walther: Manche Leute sammeln Briefmarken, Telefonkarten oder Bierdeckel. Jeder sollte etwas sammeln. Ich sammele Zitate. Das hat ganz praktische Gründe: Sie brauchen keinen Platz, kosten nichts und stauben nicht ein.

Gsf: Welche anderen Seiten außer www.din-a4-story.de möchten Sie an dieser Stelle den Lesern empfehlen?

Markus Walther: Ich könnte jetzt meine Zitate-Homepage erwähnen: www.zitatus.com – aber das wäre plump. Ne, mach‘ ich nicht. Ich empfehle www.globaltalk.de – da findet man das ein oder andere Essay von mir.

Gsf: Würden Sie den Besuchern unserer Seite auch dazu raten, sich auf unserem Literaturportal zu registrieren?

Markus Walther: Ja. ... weil Gsf sehr engagiert das Web mit dem Thema Literatur bereichert.

Gsf: Noch eine abschließende Frage: Welche Ziele haben Sie sich mit Ihrer Tätigkeit als Schriftsteller gesetzt? Welche Zukunftspläne haben Sie diesbezüglich?

Markus Walther: Meine Nische in der Bücherwelt ist die Kurzgeschichte. Für gewöhnlich machen hier in Deutschland Agenturen, Verlage, Buchhandlungen und vor allem die Leser einen riesen Bogen um diese Nische.
Wenn es mir gelänge, einen riesigen Wegweiser aufzustellen, der mit seiner Pfeilspitze auf diese Nische deutet, dann ...
Ja. Das könnte ein Ziel für mich sein.

Gsf: Wir bedanken uns vielmals für das informative Interview und hoffen, dass man von Ihnen noch viel hören und lesen wird.

Markus Walther: Ich bedanke mich auch. Es war mir ein Vergnügen.


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