Donnerstag, 24 Mai 2012
                                            Literaturportal - Gedanken sind frei
Literaturportal
Bescherung Folge unserem Portal auf Twitter  

Spiegelherz
(Autor: )




Neue Kräfte

Piepmatz Design

Plötzlich spürte ich wie Taks Hand immer heißer wurde, darauf zog ich meine schreckhaft zurück. In seiner Hand hatte sich eine Flamme entwickelt, die für Staunen sorgte, als wir den Tunnel hinter uns gelassen hatten.

Als wir Lyios verließen, versiegelte ich das Tor. Jaara und Tak waren in ein Gespräch vertieft. Noch immer konnte sie nicht fassen, was geschehen war. Erst hatte ich in dem versiegelten Saal entdeckt, wie man das Feuer beherrschte und nun Tak. Ich konnte Jaaras aufgebrachte Blicke verstehen, immerhin war das Feuer ihr Element. Als Tak plötzlich aufschrie und Bregons Sessel in Flammen aufging konnte ich die Genugtuung in ihren Worten fast greifen: „Das Feuer, es brennt sich tief in dein Leben. Es verbrennt die Vernunft du musst sie dir selbst bewahren, sonst richtet sich das Feuer irgendwann gegen dich. Nur so wirst du es kontrollieren könne.“ Ich verstand, was Jaara meinte. Auch bei dem Wasser war es so ähnlich. Es trübt die klaren Gedanken und lässt unverständlich handeln. Ich hatte es schon bei Magiern gesehen, die durch die Macht des Wassers zu machtgierig geworden waren. Sie hatten eine ganze Stadt versenkt und sich danach im Wasser selbst ertränkt. Ich rief Cascade und löschte mit ihr zusammen den Brand. Ich machte mir keine Gedanken über das Feuer. Ich konnte es kontrollieren. Ich erklärte mir das Phänomen damit, dass Tak kein Element hatte, also keinen Umgang mit einer Naturgewalt beherrschte.  Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als Tak plötzlich sagte: „Aijako, könnten das die Aufschreibe sein, die Bregon gemeint hatte?“ Er hielt ein in die Jahre gekommenes Buch mit Ledereinband in seinen Händen. Ich begann das Buch zu durchforsten. Es enthielt keine Leeren Seiten mehr. Auf den ersten Seiten war das Ritual der Kristallübergaben genau beschrieben. Auf den nächsten Seiten fanden sich Informationen zu den Spiegelkristallen. Immer wieder sprangen mir einzelne Notizen ins Auge. Es waren Notizen wie Die Waldflüsterer kennen die Legenden.... Sind es Legenden? Was davon ist war?  Oder einfache Worte wie Waldflüsterer und Bäume. Sie stießen mir vor allem ins Auge, weil sie in einer anderen Handschrift geschrieben waren als der Restliche Text. Das Buch hatte eine recht grobe Schrift, was mich darauf schließen ließ, dass es Bregons Handschrift war. Die Notizen jedoch waren in einer geschwungenen zierlichen Schrift geschrieben. Ich erahnte, dass meine Mutter es geschrieben hatte. Ich blätterte zur letzten Seite. Auf der letzten Seite standen viele Namen. Sie waren mir unbekannt, bis auf einen. Ich schmunzelte einwenig, als ich den Namen las.  Ich hatte mich immer wieder gewundert, weshalb Mekron mich unterstütze. Nun war es mir klar. Mekron war ein Waldflüsterer.

Er hatte mir so viel über diese Leute erzählt. Er sagte, dass sie sehr alt werden konnten, doch heute gäbe es sie nicht mehr.  Er sagte, dass man nie wissen konnte ob man sich mit einem Waldflüsterer unterhielt, da sie sich in alles Vorstellbare verwandeln konnten. Nur die Oberin lebte in ihrer gewöhnlichen Gestalt tief in einem der Wälder Lorians. Ich erinnerte mich so plötzlich daran, dass ich auch den Zusammenhang der Alten Magie plötzlich vor Augen hatte. Alte Magie, so nannte man den Zauber der Elfen und Waldflüsterer, sie war unter den Menschen verboten. Ich wunderte mich damals, wie ein Magier des Imperiums so viele dieser Alten Zauber kannte. Aus Mekrons Erzählungen wusste ich, dass die Waldflüsterer immer in Verbindung mit dem Wald stehen mussten. Nun verstand ich auch die obskure Einrichtung in Mekrons haus. Er hatte darauf bestanden, dass nur Pflanzen aus dem Wald und Möbel aus Holz dort waren. Ich musste ihn unbedingt aufsuchen um mehr herauszufinden. Laut den Notizen in diesem Buch kannten die Waldflüsterer das Geheimnis des Spiegelkristalls. Tak hatte mit gelesen. Er sah mich verdutzt an. Dann fragte er mich: „Woher weißt du soviel über die Waldflüsterer?“ Ich sah ihn erstaunt an. Ich war mir sicher gewesen nichts gesagt zu haben und dennoch, kannte er meine Gedanken. Auch Jaara sah ihn nun an als hätte er irgendetwas Erstaunliches gesagt.  Plötzlich hörte ich Taks Stimme: „Warum sehen mich die beiden jetzt so an? Habe ich etwas Falsches gesagt?“ ich sah ihn an und bemerkte, dass er die Lippen nicht bewegt hatte. Wie wild blätterte ich nun in dem Buch herum. Auf einer Seite standen die Fähigkeiten des Spiegelkristalls. In Gedanken las ich einen kleinen Abschnitt: „Haben sich zwei Kristalle durch die Herzen ihrer Träger berührt, werden die Gedankenschleier gelöst und ein Licht durchflutet den Nebel. Die Träger können dadurch Ihre Gedanken lesen.“ Ich deutet Tak die Zeile an. Er schmunzelte. Jaara verstand das Geschehen nicht. Plötzlich stand ich auf. Ich sagte zu Tak in Gedanken: „ Auf diese Art kann ich dir helfen das Feuer zu kontrollieren! Es wird unser Geheimnis sein. Probier es!“ dann sagte ich laut: „Jaara ich wette mit dir, dass Tak ein Kaminfeuer entzünden kann ohne irgendetwas aus versehen anzuzünden. Er kann es genauso gut wie du.“ Spöttisch lachte Jaara: „Das will ich sehen –das kann ja nur schief laufen!“ Ich hörte Taks Stimme in meinem Kopf: „ Aijako, wie soll ich das bitte machen?“ Seine Stimme hörte sich ratlos an. In  ruhigem Ton dachte ich: „Konzentrier dich auf deine Vernunft, ruf dir ins Gedächtnis, was du tun möchtest, verbanne jeden Zweifel aus deinem Kopf und dann spüre das Feuer tief aus dir hervorkochen. Du kannst es ich glaube an dich!“ Tak schloss die Augen. Jaara beobachte jede einzelne Bewegung, in ihre Mine war geschrieben, dass sie sich lächerlich über den Jungen machte. Ich vertraute Tak. Ich musste ihm kein Glück wünschen, da ich wusste, dass er es konnte. Dann öffnete er die Augen. Tak atmete tief ein, streckte seine Hand aus und entwickelte eine kleine Flamme auf seiner Handfläche. Er ließ sie  etwas sprühen und lodern, ehe er sie gezielt auf das trockene Holz im Kamin warf. Zu beginn glimmte ein kleines Feuerchen im Kamin, doch Tak legte seine Hände dem Feuer entgegen. Die Flammen wurden immer größer, bis sie das Holz verschlangen und nun gemächlich vor sich hinflackerten. Tak drehte sich nun um. Ich nickte ihm stolz entgegen auch Jaara war nun verblüfft, es machte sie nicht mehr wütend, dass auch er das Feuer beherrschen konnte. Sie war erstaunt, wie schnell er die Fähigkeit kontrollieren konnte. Tak war anzusehen, dass er am stolzesten war. Seine Blicke dankten mir.  Ich nickte noch einmal. Das Gefühl der Hoffnung erfüllte an jenem Abend meinen Körper so stark, dass ich nicht mehr daran zweifelte neue Kräfte gewonnen zu haben mit denen ich in der Lage war Lorian zu befreien. Ich hatte das Gefühl, dass meine Kräfte fortan jede Minute wuchsen. Ich verbrachte den Abend in Calinas Zimmer. Sie hatte sich bei Jaara einquartiert. Wir planten einen Aufbruch am nächsten Tag.  Als ich in dem großen Bett lag, musste ich wieder an die Worte denken, die in dem Buch gestanden hatten: „ Haben sich zwei Kristalle durch die Herzen ihrer Träger…“ Ich fragte mich, wann es geschehen war, dass Taks Herz meines berührt hatte. Ich machte mir lange Gedanken darüber. Bevor ich einschlief, dachte ich: „Es ist doch eigentlich egal, wann es geschehen ist, ich bin froh, dass es geschehen ist!“ Mit einem Lächeln schlief ich ein. Ich war mir nicht sicher, ob Tak auch diese Gedankensprünge verfolgt hatte, ich war froh mir darüber im Klaren zu sein. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, bei diesen Leuten zu sein. Mekron würde erstaunt sein, wenn wir ihn in den nächsten tagen irgendwann besuchen würden. Ich wollte ihn damit überraschen. Nun da ich sein Geheimnis kannte, würde ich endlich mit ihm frei über die Magie der Elfen reden können. Doch in dieser Nacht ahnte ich, dass es anders kommen sollte. Ich hatte einen sehr unruhigen Schlaf. In meinem Traum kamen wir in das ruhige Quellsore, so wie ich es aus meiner Erinnerung kannte. Doch schlagartig veränderte sich dieser Traum. Ich lief an verlassenen Gebäuden vorbei entlang einer endloslangen Straße. Ich hörte zarte Kinderschreie und rannte ihnen entgegen. Mekrons Haus stand in Flammen umringt von vielen Soldaten des Imperiums. Eine Frau, sie trug einen langen Umhang, stand davor und schrie: „Du Verräter des Imperiums, wo sind die Elfenflüsterer? Sag es mir! Das Dorf wird sonst darunter leiden.“ Ich erkannte Mekron an einem Fenster stehen ich sah, wie er Anstalten machte, den Befehl zu verweigern. Ich schrie laut- doch niemand schien mich zu hören. Ich wiederholte meine Worte. Wieder hatte niemand mein Rufen gehört. Plötzlich schreckte ich hoch. Um das Bett standen  drei bekannte gestalten. Calina eilte an meine Seite und hielt meine Hand. Ich hörte Cascade fragen: „Ist alles in Ordnung mit dir Aijako?“ Ich war noch starr vor schreck. Der Traum hatte sich so wirklich angefühlt. Jaara fragte Calina etwas ärgerlich: „Können wir wieder schlafen gehen? Es war doch nur ein dummer Albtraum, kein wunder bei den Geschehnissen der letzten Stunden…“ Calina schüttelte den Kopf und erklärte dann: „Ein Traum? Mag sein – doch er muss ernst genommen werden! Wen immer wir in Gefahr bringen werden mit unserer Reise nach Quellsore, wir sollten uns sicher sein, ob wir eine solche Last auf uns nehmen wollen. Jaara es war kein normaler Traum. Sie hatte es gesehen, so wie ich, wenn ich sehe, was geschehen wird!“ Bei dieser Bemerkung zuckte Jaara zusammen. Ich ahnte, dass sie Calinas Kräfte fürchtete. Ich atmete tief durch und versuchte den Traum von mir abzuschütteln. Erst jetzt bemerkte, ich dass meine Beine zitterten. Ich verkrampfte die Finger um Calinas Hand.  Sie sah mir tief in die Augen. Ich konnte darin Verständnis und Zuversicht erkennen. Ich schloss die Augen. Wieder sah ich Mekrons Haus in Flammen stehen. Stumme Tränen liefen mir über die Wange. Ich hatte noch nie etwas so schreckliches mit angesehen. Stumm fragte ich mich: „Sollen wir den Weg nach Quellsore wagen? Ich will keines falls, dass irgendjemand wegen mir leiden muss“ Tak sagte in seiner freundlichen Stimme: „Wenn du nicht möchtest, gehen wir einen anderen Weg. Das Königreich hat so viele Straßen, die man begehen kann, doch gehen müssen wir auf jeden Fall. Wir können uns nicht wie Bregon ein Leben lang hier verstecken. Unsere Aufgabe ist es zu handeln, lange genug mussten die Völker Lorians leiden! Die Zeit der Elfenflüsterer ist gekommen, dieser Weg wurde uns bestimmt…“ Tak hatte die Worte nur Gedacht. Er wollte, dass nur ich sie höre. Hatte er sie nur für mich gesagt? Ich war mir nicht klar darüber gewesen, bis er laut sagte: „Wir müssen den Weg unserer Bestimmung endlich gehen. Bregon hat uns nicht umsonst die Möglichkeit zu handeln gegeben. Dass ich den Spiegelkristall tragen darf, ist ein Privileg, das so seine Opfer mit sich bringt. Aijako du entscheidest welchen Weg wir gehen. Ich weiß genau, dass du uns den richtigen Weg führen wirst. Du bist die Prinzessin von Lastia du hast es im Blut!“ Ich zweifelte an seinen Worten. War ich wirklich eine Prinzessin? Damals in diesem Raum glaubten alle daran, dass ich eine Prinzessin sei, nur ich zweifelte daran. Ich war mir sicher, dass eine Prinzessin nicht nur königliches Blut haben musste.  Es waren ihre Taten, die sie auszeichneten. Mit gemischten Gefühlen beschloss ich nach Jonia aufzubrechen. Jonia war nach Lastia die nächst größte Stadt des Königreichs. Ich entschied mich dafür, weil es ein langer Weg bis dort war. Unterwegs hatte ich genug Zeit um heraus zu finden, wie wir die Magier besiegen konnten. Ich dachte plötzlich an die Karibons. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als mir bewusst wurde, was in meinem Traum geschehen sein musste. Die Karibons hatten unsere Witterung aufgenommen und die Magier direkt zu Mekron geführt. Mir wurde bewusst, dass ich in dieser Nacht viele Leben gerettet hatte. Ich danke dem Spiegelkristall insgeheim für die neuen Kräfte, obwohl sie mir Angst einjagten. Neue Kräfte waren es wirklich, die ich entdeckte. Doch nicht nur ich auch Tak bekam immer stärkere Kräfte. Anfangs machte ich mir sorgen, da es schien, dass er die Kräfte nicht unter Kontrolle hatte, doch mein erster Eindruck täuschte. Wir hatten uns entschlossen, die Reise nach Jonia gut vorzubereiten. Wir trainierten Tag ein Tag aus. Als Tak eines Abends die Vorhalle unter Wasser setzte wurde mir bewusst, dass unsere Kräfte kontinuierlich wuchsen. Auch Jaara und Calina verbesserten schnell den Umgang mit Waffen und perfektionierten ihre Kampfstile.

Noch nie hatte ich die Menschen so hart an sich arbeiten sehen. Eines Abends kam der kleine Junge zu Tak, den ich bei meiner Ankunft in Lastia gerettet hatte. Er flüsterte ihm etwas ins Ohr, dabei versteinerte sich Taks Mine. Ich lief zu ihm und wollte wissen, was der Junge ihm gesagt hatte.  Er berichtete: „Mandrael hat mir gerade erzählt, dass die Soldaten aus Lycore zurück gekehrt sind. Sie hatten ein Mädchen bei sich, doch war sie keine der Flüchtlinge aus dem Krieg. Sie war eine Gefangene. Mandrael hatte gehört, wie man sie eine Hexe schimpfte. Das kann aus den Worten der Magier nur eines bedeuten. Auch sie muss ein Elfenflüsterer sein“ Ich nickte und versank in Gedanken, Irgendwie musste man doch das Mädchen retten können. Auch Calina und Jaara überlegte eifrig umher. Während wir einen Gedanken nach dem anderen ausbauten und wieder verwarfen. Streifte Tak durch die Stadt.  Er besorgte sich Pläne des Palastes und Pläne der Kanalisation. Er zeigte uns den Weg in die Verließe. Ich überlegte mir einen Plan, Durch den Weg, der nun freilag, war es nicht schwer zu finden, was ich suchte. Ich suchte nach einer Lücke in der Verteidigung der Festung Lastias. Und nun hatte ich sie endlich gefunden. Es war zwar nur ein kleiner riskanter Weg, doch war er ein Hoffnungsschimmer für das arme Mädchen. Tak prägte sich den Weg ein, dann machten wir uns mit unseren Elfen auf den Weg.

 





Ihr Kommentar ...



security code