Donnerstag, 24 Mai 2012
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Spiegelherz
(Autor: )




Innerer Teufel

Piepmatz Design

Ich setzte mich. Nalo reichte mir Tee und Gebäck, während wir der Geschichte lauschten, die uns der nächtliche Gast erzählte: „Vor 16 Jahren begann all das hier. Mit der Geburt meines dritten Kindes änderte sich für diese Welt alles.

Meine beiden Kinder Demrion und Akari, waren sehr begabt mit der Magie und versuchten es meinem Gatten immer wieder zu beweisen. Als jedoch Takion geboren war, verblüffte er uns sehr schnell mit magischen Kräften, die unser aller Vorstellungskraft überstiegen. In der Begeisterung für sein überbegabtes Kind, verlor Gonderan den Blick für seine beiden anderen Kinder. Von uns ungeahnt, stieg Demrion immer tiefer in die Dunkle Magie ein. Er konnte es nicht ertragen, Dass seine Schwester immer öfter weinte. Ein unaufhörlicher Hass auf seinen Bruder und seinen Vater stieg ihm zu Kopf. Er wollte Genugtuung für seine Schwester. Akari, die nicht unterscheiden konnte zwischen Gut und Böse, schloss sich ihrem Bruder an. Schnell zogen vier Jahre ins Land und aus dem einst kleinen Baby war ein kleiner Junge geworden, der sich schnell an magische Riten gewöhnte und schnell daran teilnahm. Ich war so stolz auf den Jungen. Manchmal, wenn ich alleine mit ihm war, zeigte ich ihm Zauberkunststückchen. Damals stellte ich ihm Lyllewyn vor. Sie war meine Seelenpartnerin.  Als sie den Jungen berührte, hatte sie eine Vision von dem Krieg, der unsere Königreiche entzweien sollte. Gonderan handelte sofort, als ich ihm davon erzählte. Er wusste, dass er nicht viel Zeit hatte zu warten. Er beschloss also mit dem Königreich Lorian ein Bündnis einzugehen um den Krieg zu verhindern. Doch nicht allzu lange später wurde er von seinem eigenen Sohn getötet. Als ich Takion in die Hände des Jaldrian von Lamystra gab. War ich mir nicht sicher, was geschehen würde. Es war eine Verzweiflungstat. Ich verließ in jener Nacht das Imperium und lies Lyllewyn zurück. Demrion töte damals die letzte Waladras Elfe dieser Generation und so erhoben sich mit Lyllewyn die neuen Waladras Elfen. Lyllewyn ging mir nach um eine Erklärung aus mir heraus zu bekommen, doch alles was ich tun konnte war sie zu verletzten. Ich hatte sie damals aus den Augen verloren. Sie suchte sich Zuflucht bei der Königin von Lorian. Danach hörte ich lange zeit nichts mehr von Magiern, Elfenflüsterern oder meinem Sohn. Ich ging ins Exil, tief ins Reich der Zwerge. Ich hatte geglaubt, dass ich dort vor meiner Vergangenheit sicher sein würde, doch irrte ich mich auch darin. Bald schon hörte man das Kampfgeschrei, das Lorian überrollte, hinter den Rinora-Wasserfällen. Seit beginn dieses Jahres, zogen mich die Stimmen meiner Vergangenheit nach Lorian. Ich hörte die Rumore über Aijako von Lorian und den Elfen, die zurückkehrten. Ich hielt es nur für Gerüchte. Doch als ich Lastia aufsuchte um Lyllewyn zu sehn wurde mir klar, das die Prinzessin keinesfalls ein Hirngespinst oder gar simples Gerücht war. Ich durchsuchte das Land nach Jaldrian von Lamystra, doch nirgends war auch nur ein geringster Hinweis auf seinen Aufenthaltsort. So unauffindbar wie er, war auch mein Sohn. Aber als dann Jaldrian von Lamystra starb, fühlte es sich an, als würde auch ein Teil von mir sterben. Ich verfolgte die Spur und beobachtete im Wald die Prinzessin, wie sie zusammen mit meinem Sohn auf dem Weg nach Shunia einen Plan schmiedeten.  Ich entschloss mich hier her zu kommen um mich davon zu überzeugen, dass dieser Krieg beendet werden könnte.“ Als sie stoppte öffnete ich kurz das Fenster. Ich sah in den Himmel. Ich musste erst einmal verdauen, was ich gehört hatte. Naria schlürfte gemächlich an ihrem Tee. Während ich zu gehört hatte, vergas ich die Zeit völlig. Es dauert nicht lange, bis Naria ihre Geschichte fortsetzte: „Was ich damit sagen will, ist das Demrion, mag er noch so furchterregend sein einen Schwachenpunkt hat. Sein Schwachpunkt ist seine Schwester Akari. Ihr habt sicherlich noch nicht viel mit ihr zu tun gehabt, was daran liegt, dass Demrion sie immer außen vorhält. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sich Akari in Jonia aufhält. Sie trägt dein Diadem, Aijako. So wie ich meinen Sohn Demrion kenne, wird er nicht sehr berechnend vorgehen und diese Stadt angreifen. Wenn ihr euch aus der Stadt schleicht und Akari gefangen nehmt, könnte ich Demrion zwingen aufzugeben.“ Ich wandte mich um und sah ihr genau in die Augen. „Glaubst du wirklich, dass ich oder dein Sohn einen solch feigen Weg gehen würde? Wir werden ihm mit erhobenem Haupt entgegen treten.  Ich will dem Verbrecher in die Augen sehen, wenn er untergeht. Ich will ihm auf die letzte Reise all den Kummer mit geben, den er uns die letzten Jahre über beschert hat. Ich will ihm niemals vergeben“ Meine Worte erschraken mich selbst, doch war ich so sehr von ihnen überzeugt, dass der Schrecken augenblicklich verflog. Ich erkannte, dass Demrion es nicht anders gemacht hatte, als er Tak gegen mich stellte. Nalo hatte ihre Teetasse fallen lassen. Ich stürmte aus dem Zimmer in die Dunkelheit der Nacht. Ich stieg auf das Dach eines umliegenden Hauses und erkannt um mich noch immer die kämpfenden Feuerelfen, deren Flammen wie Sterne in der Nacht aufflammten und dann erloschen. Etwas an Narias Geschichte machte mich wütender als jemals zuvor. Es war eine Wut, die ich nicht nur auf Demrion und Akari projizierte, sondern auch auf Tak und alle Magier des Imperiums. Für einen kurzen Moment hasste ich sogar meine Eltern, dafür, dass sie eine Allianz mit dem verdorbenen Imperium schließen wollten. Meine Gedanken verbitterten. Alixa trat an meine Seite. Sie sagte nichts, sondern starrte nur mit in die Ferne. Leise fragte ich: „Wir werden die Stadt nicht zum schweben bringen, nicht wahr?“ Alixa nickte stumm und sah weiterhin in die Ferne. Ich setzte mich auf den Dachfirst und vergrub mein Gesicht in den Händen. Fassungslos blieb mir nichts als die dunkle Erinnerung an jeden neuen Tag in Quellsore. Mein Leben war nicht leicht gewesen. Man hatte mich gemieden, wie ein Pestopfer und hatte mich geärgert nur weil ich anders war. Ich erinnerte mich an die fröhlichen Tage, als Bregon noch unter uns weilte. Er gab das Gefühl zu einer Familie zu gehören, ein Gefühl, das mir ebenso schnell wieder entrissen wurde, wie es zu mir kam. Ich ballte meine Hände zu Fäusten und schlug damit auf die Ziegel des Daches ein, so fest, dass sie zerbarsten. Ich sprang vom Dach, eilte in das Haus und holte meinen Bogen. Ich postierte mich bei den anderen auf dem Wall. Meine Wut entflammte die Pfeile. Ein Feuerregen ging auf die Magier herab. Man hörte überall die jammernden Schreie der Zurückgeschlagenen. Ich hielt mich nicht zurück. Mit einem unaufhaltbar starken Windstoß fegte ich die Zelte der Besatzer weg. Aus den eigenen Reihen hörte ich missmutige Rufe. Ich sei zu grausam. Ich hätte vergessen, dass ich nur gegen Soldaten ohne weitere magische Kräfte kämpfe.  Durch die Stimmen hörte ich auch die meiner Freunde. Ich ignorierte sie. Calina sagte leise: „Sie weiß nicht mehr, was sie tut. Aijako hat verlernt zu vergeben.“ Wutentbrannt richtete ich meinen Pfeil auf das Mädchen. Jaara trat an meine Seite und schlug mir mit voller Wucht ins Gesicht. Ich sackte ein. Wutentbrannt schrie ich: „Habt ihr euch alle gegen mich verschworen? Seht ihr denn nicht was dort draußen geschieht? Öffnet den Soldaten doch gleich das Tor, es hätte dieselbe Wirkung.“ Ich sprang auf und hechtete aus der Menge. Ich lief und lief und versuchte die anderen so weit wie möglich hinter mir zu lassen. Mir hätte klar sein sollen, dass ich einen nicht abschütteln konnte. Aus dem Schatten trat Tak auf mich zu, sah mir tief in die Augen und fragte: „Was ist mit dir los Aijako?“

Er packte mich an den Schultern und drückte mich gegen eine Hauswand. Ich versuchte noch immer seinem Blick auszuweichen.  Er sah mir nun direkt in die Augen. Ich bin mir nicht mehr sicher, wer zuerst zurück wich, er oder ich, doch es geschah. Ich ließ meinen Bogen sinken und starrte auf den sternklaren Himmel. Tak sah mich an und sagte dann jedoch tonlos: „Wenn du nur sehen könntest, wie du dich verändert hast, seid du den Spiegelkristall hergegeben hast. Ich kenne das Gefühl sich alleine zu fühlen. Mein Leben lang war ich alleine weil Demrion mir alles genommen hatte..“ Störrisch warf ich ihm entgegen: „Demrion ist die Wurzel alles Übels, erkennst du das denn nicht? Uns bleibt keine andere Wahl, wir müssen ihn aufhalten und das wird einfach nicht ohne Blutvergießen möglich sein. Das weißt du doch auch genauso gut wie ich.“ Tak erschauderte sichtlich, als ich diese Worte aussprach. Ich sah ihn steif an und verzog meine Mine nicht. Sein Blick riss ab. Stumm starrte er auf meine Füße. Ich hatte das Gefühl für Zeit verloren. Nach einer Weile sagte er plötzlich: „Ist dir denn nichts mehr von dem wichtig, das du dir einmal zum Ziel gesetzt hast?“ Seine Bewegungen sprachen Bände. Drohgebärden drückten seine unaussprechbare Hilflosigkeit aus.  Ich hatte Tak noch nie so gesehen, doch empfand ich bei dem Anblick nicht das Geringste. Hämisch lachte ich über meine eigenen Ziele und spottete: „Ein friedliches Königreich? Das ist doch in Zeiten wie diesen nur eine Phantasie. Eine Phantasie wie sie in einem Buche stehen könnte. Doch das ist nichts für das reale Leben. Es ist nichts für dich und mich!“ Tak wandte sich von mir ab und versuchte zu gehen. „Wenn du jetzt gehst, darfst du nie mehr zurückkehren, das weißt du doch sicher, oder?“, drohte ich ihm. Tak wandte sich um und warf mir mit tränennassen Augen entgegen: „ Was sollte mich hier halten? Aijako, gibt es irgendetwas, das mich auch nur im Entferntesten aufhalten könnte? Würde es denn irgendwen kümmern, wenn ich jetzt gehen würde?“ Ich sah ihn noch immer durchdringend an. Dann versetze ich ihm den letzten Stoß: „Was weiß ich? Um ehrlich zu sein interessiert es mich auch nicht, ob es irgendjemanden schert, wenn ein dreckiger Magier unsere Seite verlässt! Auf einen toten Magier mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an.“ Die Tränen in Taks Augen versiegten augenblicklich. Er wandte sich ab und ging langsam davon, als sei nie etwas zwischen uns vorgefallen. Ich konnte die Spannung in der Luft beinahe greifen. Es interessierte mich nicht. Tief im inneren hatte ich das Gefühl, dass Tak auch nur einer der Magier war, die unser Königreich zerstören wollte. Das Gefühl, das zurück blieb, als Tak ging kannte ich nicht. Ich konnte nicht beurteilen, ob es mir gefiel, oder nicht. Ich setze mich auf den Staubigen Boden der Gasse und lehnte mich an die Hauswand an. Tränen liefen mir über die Wangen. Ich wusste nicht weshalb. Emotionslos, vergoss ich Tränen und wunderte mich darüber kein wenig. Aus der Dunkelheit, trat auf einmal ein wunderschönes Geschöpf auf mich zu. Es war eine Waladras Elfe, wie sie im Buch stand. Das lange blonde Haar fiel ihr sanft um den Körper. Ihre zarten Flügel glänzten im Mondlicht und ihre Augen strahlten diese unheimliche Geborgenheit aus. Ohne es zu wollen wich ich vor dem strahlenden Antlitz zurück. Ihre zarte Stimme war wie ein Liebesgeständnis an die Welt selbst. In ihren zarten Lauten sagte sie auf Navial: „Du gleichst deiner Mutter bis aufs Haar. Das Aussehen alleine, macht aus dir doch keine Königin. Tief in dir schlummerte diese wachsende Dunkelheit, die nun ans Tageslicht gekommen ist. Gegen die du nicht einmal versucht hast zu kämpfen. Du tust mir Leid, Prinzessin. Meine Bestimmung war es dich davor zu schützen, doch gelang es mir nicht. Ich habe deine Mutter enttäuscht.“ Fauchend fragte ich: „Wer bist du? Was weißt du denn schon von meiner Mutter? Du, eine Waladras Elfe, die unser Königreich doch auch nur im Stich lassen will. Ihr alle seid gleich.“ Mit ungereizter harmonischer Stimme sagte sie: „ Mag sein, dass mein Volk nicht immer weise handelte, doch eines weiß ich genau. Meine Seelenpartnerin Alkena hat sich für ihre Tochter etwas anderes gewünscht. Ich hatte es vergessen und trat dir in einer Form das erste Mal gegenüber, in der man nur noch verbittert war. Keiner möchte, dass du irgendwann einmal so endest.“  Ich schloss die Augen und sagte dann: „Jeder möchte, dass ich die Hoffnung bin, die uns alle befreit. Jeder möchte, dass ich sein Engel bin, aber es interessiert keinen, dass ich innerlich brenne. Ich verbrenne förmlich. Ich war mein Leben lang alleine und nun, da ich endlich weiß wer meine Eltern sind, bin ich es noch mehr als jemals zu vor. Die Leute sind zu sehr beschäftig damit zwischen den Zeilen zu lesen und irgendwelche Pläne zu schmieden, dass sie nicht sehen, wie sie mich damit kaputt machen. Ich verlernte zu Lachen. Ich habe verlernt ich selbst zu sein.  Ich bin mir nicht sicher, ob es sich für mich überhaupt lohnt ich selbst zu sein.“ Das Gesicht der Waladras Elfe wurde bleich. Ich erkannt in ihren Augen den Kummer vieler Jahre, etwas, das mir beim ersten Anblick entgangen war. Ich setze meine Worte fort: „Vielleicht schlief irgendwo in mir ein Teufel, der nun heraus gebrochen ist. Vielleicht ist das alles nur ein Teil von dem, was mir geschehen sollte. Mein Weg ist weder richtig noch falsch. Ich weiß nicht ob ich diesen Weg gehen will.“ Mit offenen Armen trat mir die Elfe entgegen. Sie legte ihre Hand auf ihr Herz und sagte: „Der Weg zwischen Licht und Dunkelheit ist schmal, so schmal, dass unsere Herzen jeden Tag aufs neue daran stoßen und dann entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen wollen. Irgendwann wird unser Blick getrübt und wir entscheiden falsch.  Ohne es zu wollen, gehen wir einen falschen Weg und erreichen etwas, das wir nie erreichen wollten. Aijako ich habe mir all die Jahre über die Schuld für den Tod deiner Mutter gegeben. Als du dann neulich nach Desrasete kamst und mit einer solchen Euphorie vom Ende  dieses Krieges sprachst, konnte ich nicht anders als an deiner Seite kämpfen.  Ich möchte dir dafür danken.“ Die Elfe schloss dir Augen. Sie stand nun nicht mehr weit entfernt von mir. Zögernd machte ich einen Schritt auf sie zu. Dann erklärte sie: „Nalo hat mir erzählt, dass du deiner Mutter nie die Chance geben konntest sich von dir zu verabschieden. Deine Euphorie für das Ende dieses Krieges ist nur eine trügerische Idee, die tief aus deiner Hoffnung entspringt. Du wurdest nun so oft zurück geschlagen, dass du nicht mehr sicher weißt, ob es noch Hoffnung gibt, doch die gibt es. Schließe deine Augen und konzentriere dich auf dein Herz, spüre, wie es schlägt, langsam und ruhig, fühle den Rhythmus, zwischen ihm und der Welt.“  Ich schloss die Augen und ließ mich von der verträumten Stimme leiten. Immer lauter werdend hörte ich dann eine freundliche, sehr tiefgehende Stimme. Anfangs waren ihre Worte unverständlich und chaotisch, doch mit der Zeit wurden sie immer klarer.  Die Stimme war mir bekannt und  ich wusste, aus tiefstem Herzen, dass ich sie nun zum letzten Mal hörte. In Gedanken sagte ich ruhig: „Ich hab dich enttäuscht, nicht wahr Mutter?“ Eine kurze Stille trat ein. „wie hättest du mich je enttäuschen können? Du bist meine Tochter ich liebe dich und ich bin stolz auf alles, was du je getan hast. Ich habe dich immer begleitet und auch in Zukunft werde ich dich begleiten, wenn auch in einer anderen Form. Alixa, meine Seelenpartnerin, hat ihre Aufgaben bald erfüllt und damit wird sie bald diese Welt, so wie wir sie kennen verlassen. Und ich werde nichts mehr haben, das mich an dir festhalten lässt, mein Schatz. Doch es werden neue Waladras Elfen auserkoren und mit ihnen eine neue Macht. Ich bewundere dich dafür, dass du den Spiegelkristall aufgegeben hast. Es war so heldenhaft von dir.“, beruhigte die Stimme mich. Ich genoss die wohlige Stimme meiner Mutter, doch schnell überkam mich wieder die Schuld, die ich begangen hatte: „Aber damit habe ich doch das Aufgegeben, das es mir ermöglicht hatte Demrion zu besiegen ohne der Dunkelheit zu verfallen.“ Ohne auch nur zu Ende gesprochen zu haben widersprach mir meine Mutter: „Der Spiegelkristall ist älter als das Königreich, das mag stimmen, doch gibt es in der Geschichte hunderte von ihnen. Wann immer die letzte der Waladras Elfen stirbt, wählt sie zwei Menschen aus, denen sie ihr Herz schenkt. Dieses Herz, ist ein Spiegelkristall. Tak und du, habt durch den alten Kristall zusammen gefunden und werdet durch den neuen Kristall vereint werden, denn  Alixas Herz liegt in eueren beiden Händen. Lebwohl Aijako, die Welt liegt nun endlich in euren Händen. Vergiss mich nicht.“ Die Stimme verschwand. Als ich die Augen öffnete, war die Waladras Elfe verschwunden. Eine Träne, lief mir über die Wange und ich murmelte: „Vielen Dank Alixa.“ Vom Himmel schoss plötzlich etwas auf mich herab. Ich wich ihm nicht aus. Mit den Händen fing ich das wertvolle Bruchstück auf. Als es meine Finger berührte hörte ich die trauernden Gedanken des Jungen, der mir so viel bedeutet. Ein Gefühl der endlosen Grausamkeit überkam mich. Ich machte mir Vorwürfe, wie ich nur so grausam sein konnte jemanden zu verletzen, der mir so viel bedeutet. Ich wollte keinen Schuldigen suchen. Ich suchte die Schuld alleine bei mir. Ich stand auf und kehrte zu Nalos Haus zurück. Ohne ein Wort zusagen, legte ich mich in mein Bett und begann fürchterlich zu weinen. Ich weinte mich in den Schlaf. Wieder einmal traumlos, verging die Nacht






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