Kurzgeschichten > Sonstiges
04.11.2009

Meine Gesellschaftskritik
(Autor: )

Piepmatz DesignDas hier ist keine Kurzgeschichte oder irgend so ein Quatsch in der Art. Ich brauche solche Dinge nicht und ich frage mich, wer so etwas überhaupt braucht. Was soll mir das bringen, irgendwelche erfundenen Geschichten aufzuschreiben? Soll ich etwa durch sie unterhalten werden? Die Realität finde ich unterhaltsam genug und ich wüsste auch schon, in welcher Kategorie man hier eine Geschichte zum wahren Leben eintragen müsste. Es wäre eine Horror- und Gruselgeschichte.

Die Menschen fröhnen dem Konsum und merken dabei gar nicht, in was für einer verkorksten Welt sie eigentlich leben. Tausende von Werbeprospekten bekommt ein einzelner Haushalt täglich, ach was schreibe ich, stündlich in den Briefkasten geworfen, so dass er zwischen den Papiermassen gar nicht mehr die eigentliche Post findet. Aber was soll's? Meistens handelt es sich dabei eh nur um Rechnungen, da das einzige, was die anderen wollen, doch nur unser Geld ist. Der Mammon herrscht über uns alle; wir können ihn nicht besiegen, da er so stark in unseren kapitalistischen Köpfen verankert ist.

Das menschliche Miteinander ist heutzutage ein Gräuel geworden. Niemand hat mehr Zeit für den anderen, jeder ist nur ständig im Stress und nicht mehr in der Lage, den Leuten zuzuhören, denen wirklich zugehört werden müsste, weil sie kurz davor sind, innerlich zu zerbrechen. Nein! Zeit hat niemand mehr, lediglich dafür, im Fernsehen stundenlang sinnlose und hirnzerfressende Doku-Soaps zu verfolgen. Das ist so eine verkehrte Welt, es ist einfach nicht zu ertragen.

Die Technik hat heutzutage alle in Besitz genommen. Es gibt kein Leben mehr ohne sie. Ständig klingelt irgendwo ein Handy mit einem der grauenhaften und nervigen Klingeltöne. Es ist einfach nicht zum aushalten. Sowas wie persönliche direkte Kommunikation gibt es doch in der heutigen Zeit gar nicht mehr. Es wird telefoniert, gesmst, gechattet und was weiß ich, aber dass sich wirklich zwei Menschen gegenübersitzen und sich beim Sprechen in die Augen schauen, da ist nur im Notfall dran zu denken. Das macht man wirklich nur, falls der Handy- oder Laptopakku mal leer ist oder der PC lahmgelegt ist, weil er nun einfach mal zu langsam ist für diese resourcenintensiven Betriebssysteme, die heutzutage auf dem Markt sind.

Dann sollte man auf jeden Fall die Entwicklung bei Fernsehgeräten, DVD-Playern, Rekordern, Hifigeräten und sonstigem Zeug nicht vergessen. Wer blickt denn da überhaupt noch durch? Man wird täglich mit neuen Techniken überfordert, bei denen man nicht mal weiß, ob sie sich überhaupt durchsetzen. Ein Hochschulstudium mit anschließender Doktorarbeit, der die Professur folgt, wäre auf jeden Fall vonnöten, um durch dieses massive Dschungeldickicht durchzublicken. Sollte man dann z. B., wider Erwarten, alle Funktionen seines Hi-Tech-Fernsehgeräts beherrschen, dann wird man direkt wieder vom Fernseher weggelockt. Man muss nämlich stundenlang vor etlichen Briefen verschiedenster Anbieter sitzen, die einem Schlüssel für Pay TV-Kanäle und sonstigen neumodischen Fernsehkram anpreisen. Wer da nicht den Überblick verliert, der kommt von einem anderen Planeten.

Dadurch, dass die technischen Geräte schneller veraltern als man sie kaufen kann, gibt es unglaublich hohe Schrottberge. Unser Planet versinkt im Müll. Nicht nur Technikschrott, sondern auch andere Konsumgüter, die sinnlos gekauft werden und eher gestern als morgen in der Tonne landen, vermüllen unsere Erde. Von der Luft möchte ich gar nicht reden. PKWs, LKWs usw. verpesten täglich unsere Umwelt, dass ich gar nicht dran denken möchte, wie das alles enden wird. Das Thema Klimaerwärmung sollte in diesem Zusammenhang jedem Menschen ein Begriff sein.

Flugzeuge fliegen sekündlich von diversen Flughäfen unserer Welt ab und leisten ihren Beitrag zur Luftverschmutzung. Billigste Flugtickets sorgen zudem noch dafür, dass immer mehr Menschen fliegen möchten. Demzufolge werden mehr und mehr Flüge angesetzt, die zum Kollaps beitragen. Jeglicher Komfort während der Flugreisen kann man als Gast natürlich vergessen, aber wen interessiert es, angenehm zu reisen, wenn man es doch billig kann.

An allen Ecken und Kanten ist die Politik gefordert, einzugreifen, aber was soll man schon erwarten, denn unsere Regierung wird aus Menschen gebildet und die sind, wie wir alle wissen, alles andere als perfekt. Also möchte ich an dieser Stelle einmal nicht draufhauen, sondern um ein bisschen Nachsicht mit unseren fehlbaren Regierenden bitten. Wählen kann man also, was man will, Optimalismus wird immer fern sein.

So, das hat gut getan. Das musste mal raus. Na ja, so schlecht ist das Leben eigentlich gar nicht, aber hier und da muss man schon mal sagen, was man denkt. Ich fühle mich jetzt jedenfalls erstmal frei und welches Gut könnte kostbarer sein als die Freiheit.




Ihr Kommentar ...


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Kommentar von droegi:
(12.11.2009 um 09:05 Uhr)

Du scheinst ja ganz schön viel arbeiten zu müssen z. Z. Da hast du dir dein bevorstehendes freies Wochenende redlich verdient. Dann musst du dich mal richtig entspannen. Relaxe, indem du ein heißes Bad nimmst und dabei wunderschöne Musik hörst. Deutschen Schlager z. B.

Kommentar von jarmila:
(08.11.2009 um 14:07 Uhr)

hi droegi,
ja..danke..dir auch ein schönes wochenende.
ich hab gearbeitet an demselbigen.
in fünf tagen ist dann auch mal wieder freies We für mich...
jo..wir lesen uns..
lg
Jutta

Kommentar von droegi:
(07.11.2009 um 16:26 Uhr)

Ich freue mich sehr über dein Lob, jarmila bzw. Jutta. Da hast du allerdings recht, dass die Erfindung des Internets in diesem Zusammenhang durchaus hilfreich ist. Ich wünsche dir noch ein wunderschönes Wochenende. Ich hoffe, man liest wieder voneinander.

Kommentar von jarmila,:
(05.11.2009 um 08:21 Uhr)

das hast du gut gemacht, droegi.
da sprichst du mir in vielen dingen aus der seele.
vor allem der letzte absatz deines textes gefiel mir.
ich finde auch, dass das leben richtig toll sein kann, wenn man mit den dingen, die auf einen herunterprasseln umzugehen weiß.
wenn man weiß, was man an sich heran lässt, wem man vertrauen kann, aus welchem blickwinkel man das leben betrachtet.
Diese meine Anmerkung wäre z. B. ohne die moderne technik des internets nicht möglich...lächel.
lieber gruß
Jutta 





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