Dem Himmel so nah!
(Autor: Andre777) Gsf Science Fiction 2010
Dem Himmel so nah
Es war ein wunderschöner Tag, der Himmel umwölbte diesen schönen Fleck Erde mit dem strahlendsten blau das er zeichnen konnte. Die Ruine lag im gleißenden Sonnenschein hoch über dem weißen Bergdorf irgendwo auf Rhodos.
Die Atmosphäre war geprägt von Kindern die auf der Straße Fußball spielten, von Hunden und Katzen die sich auf dem kleinen Marktplatz nahe der Dorftaverne tummelten.
An der kleinen Telefonzelle stand ein junges Mädchen das in Ihrem weißen Kleid sicher grade Ihren Liebsten in einem fernen Ort anrief. Die alten Damen saßen im Schatten der großen Olivenbäume am Rande des Platzes. Und die Männer unterhielten sich lautstark, tranken Frappé oder Weißwein.
Die Szene brannte sich in meinen Kopf ein und ich versuchte den Moment einzusaugen. Ein leichter Wind streifte mein sonnengebräuntes Gesicht und ich meinte eine ganz leise Stimme zu hören:„Andre"...Ruhe..dann wieder ganz leise"Andre...komm zur Burg."
„Wie ich?" schoss es mir durch den Kopf. Hoch zur Burg?Jetzt? Es wurde grade dunkel und ich hatte mir eigentlich grade bei Nikolasis ein kühles Bier bestellt. Aber der Gedanke ließ mich nicht los, so sagte ich dem Wirt Bescheid ich wäre in einer halben Stunde wieder da, nicht wissend das ich in dieser Nacht nicht mehr an diesen Platz zurückkehren sollte.
Ich nahm meine kleine Tasche über die Schulter und stiefelte den schmalen Pfad nach oben. 20min.würde es dauern bis man oben wäre und das dort um die Zeit auch kein Mensch mehr wäre sagte man mir.
Okay ich war mich auch auf eine übernatürliche Art und Weise sicher das es kein Mensch war der mich gerufen hatte und den ich dort oben treffen sollte.
Die Sonne verschwand hinter einigen Wolken als ich auf der Hälfte der Strecke war.Aber der Wind der dadurch aufkam und der Schatten den sie spendeten taten meinem Kopf und meinen Beinen gut. Gleich war ich oben angekommen. Und tatsächlich war um diese
frühe Abendstunde niemand mehr hier oben. Ich konnte kilometerweit sehen. Bis ans Meerauf der einen und weit ins bewaldete Landesinnere auf der anderen Seite.
Von ferne hörte ich eine versprengte Bergziegen Herde die auf der Suche nach essbarem alle Hügel in der Gegend abwanderten.
Ich setzte mich, nachdem ich mir einen ersten Überblick über die alte Anlage verschafft hatte.
Ich merkte das ich müde wurde, griff nach meiner Flasche Wasser, die ich zum Glück noch eingepackt hatte,musste aber feststellen das der steile Aufstieg alle Vorräteverschlungen hatte.
Zwei Minuten die Augen zumachen und sich erholen dachte ich mir noch, aber ehe ich mich versah war ich tief und fest eingeschlafen.
Erschrocken fuhr ich hoch..es regnete..es stürmte..Schnell verkroch ich mich unter einem kleinen Felsvorsprung. Ein Sommergewitter der heftigen Sorte entlud sich über mir, überall zuckten Blitze durch die Nacht und erhellten alles in einer Umgebung von mehreren hundert Metern. Zum Glück war ich noch einigermaßen rechtzeitig ins Trockene gelangt und warm war es trotz des Regens immer noch. Ich hatte gut und gerne 4 Stunden geschlafen und mittlerweile war es dunkel geworden und nur die Lichter des Dorfes unter mir verschafften mir eine Orientierung.
Ich beschloss zu warten bis das Gewitter vorrüber war, um mich dann auf den Rückweg zu begeben.
Ich legte meine Jacke um mich und schlief erneut ein. „Andre"..."Andre"...ein starker Windzug ließ mich aufschrecken. Hatte ich da gerade meinen Namen gehört? Ich schaute mich um.Die Nacht war dunkel, aber das Gewitter hatte sich verzogen und die Sterne funkelten in ihrer ganzen Pracht über mir am weiten Himmelszelt.
„Andre"..."Hallo ist da wer?"flüsterte ich ins Dunkel hinein. Wieder streifte mich ein merklicher kühler Windzug. „Ja Andre ich bin hier" kam es aus der Dunkelheit und scheinbar aus allen Richtungen gleichzeitig. „Wer ist da?" fragte ich merklich angespannt und zögerlich ins scheinbare Nichts. „Ich bin der ich bin"...nun wurde mir alles klar. Ich war nicht alleine und es hatte einen Grund das ich in dieser Nacht genau hier war,genau an diesem Ort.
Schon komisch, dachte ich mir.Da ziehe ich mich auf eine kleine grieische Insel zurück,erklimme eine menschenleere Burg um zur Ruhe zu kommen und abzuschalten und was passiert? Ich begegne Gott..bzw.vielmehr er begegnet mir.
"Hey Gott, also ich habe grade gedacht das..." fing ich meinen zögerlichen Satz an und wurde promt unterbrochen. "Ich weiss Andre,ich kenne deine Gedanken und habe gesehen was du mir sagen willst. Du hattest nicht vor mich zu treffen und wolltest in diesem Urlaub auch eigentlich eher Ruhe vor mir haben. Aber du hast das leise Reden vernommen und bist nun hier, das ist gut und ich freue mich das die Kommunikation zwischen uns zumindest noch ein bisschen funktioniert"
"Gott, kann ich dich sehen?" fragte ich nun schon mutiger und blickte angestrengt in die Dunkelheit.
"Nein Andre, keiner kann Gott sehen, aber du hörst mich und spürst mich" Genau in dem Moment kam ein sanfter warmer Windstoß und liess mich erschaudern. "Wahnsinn, ich habe es gemerkt, aber nun sag mir eines, warum ich und warum hier und heute?
"Weil du mein Sohn bist, du hier zur Ruhe kommst und wir so die Gelegenheit haben mal zu reden. Im übrigen fände ich es schön wenn du nicht immer Gott sagen würdest, das klingt so anoym. Ich kenne dich in und auswendig, ich habe dich geplant und weiss wann dein Leben begann und wann es endet."
"Darf ich Papa sagen?"Nachdem ich es ausgesprochen hatte musste ich daran denken wie mein Vater war, was ich erlebt hatte und wie mein Bild eines Papas war, nicht grade sehr gut.
"Mein Kind ich würde mich freuen wenn du Papa sagen möchtest, aber ich weiss was du mit dem Namen verbindest. Versuchen wir es vorerst doch einfach mit Gott und wenn du soweit bist und mir vertraust darfst du es gerne ändern,okay?
"Klingt gut Gott, aber nun mal raus mit der Sprache, was möchtest du mit mir besprechen wenn du eh schon alles von mir weißt?"
"Andre, ich hatte einfach Sehnsucht nach dir und obwohl ich alle deine Gedanken kenne wollte ich Gemeinschaft mit dir haben. Ich möchte dir Fragen beantworten wenn du das möchtest, aber wir können auch schweigen, ganz so wie es dir lieb ist"
"Du nimmst Rücksicht auf mich und willst Zeit mit mir verbringen obwohl ich mich in letzter Zeit so wenig bei dir gemeldet habe?"
"Hey Andre was denkst du von mir?Ich liebe dich und warte jeden tag auf dich.Klar bin ich enttäuscht wenn du nicht mit mir sprichst, aber du bist ein freier Mensch, so habe ich euch geschaffen."
"Okay verstehe ich"nuschelte ich in mich hinein. Ich konnte das alles nicht fassen. Ich hier auf Rhodos,allein auf einer Burg im Gespräch mit Gott, der sich extra Zeit für mich nahm.Ich überlegt was ich machen sollten, mhm..normalerweise würde ich mir in so einer Situation die so unkalkulierbar ist ersteinmal eine Zigarette anzünden, aber ich denke das war angesichts meines Besuches nicht die beste Idee.
"Rauch wenn du willst Andre ". "Kannst du mir die Lust darauf nicht wegnehmen wenn du schonmal da bist?"
"Klar kann ich, die Frage musst du dir aber selber beantworten, du weisst ja freier Wille..willst du aufhören?"
Ich senkte beschämt den Kopf, ich hatte schon so oft versucht aufzuhören und ich wusste es lag an meiner Einstellung nicht an Gott, das es bisher so schlecht funktioniert hat.
"Hast du den Himmel schon gesehen Andre?". "Klar tausend mal wahrscheinlich, ach den großen Wagen hab ich übrigens mal einer Frau geschenkt, war das okay?" "Andre du hast viel Blödsinn gemacht"sagte Gott und ich hatte das Gefühl das er in dem Moment in dem er es sagte lächelte, nicht gemein oder herablassend, vielmehr verständnis-und liebevoll." Ich meine hast du heute schonmal in den Himmel gesehen?"
Wow, der Anblick haute mich gänzlich um. Das hatte ich nicht erwartet. Ich war oben mitten in der Dunkelheit,keine Lichter einer Stadt erhellten den Himmel, der Mond schien zum greifen nahe zu sein und Millionen und Abermillionen funkelnder Sterne tanzten am Himmel. Ich bekam vor lauter Staunen den mund nicht mehr zu. Nein sowetas hatte ich wirklich noch nie gesehen. Ich fühlte mich plötzlich dem Himmel so nah!

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