Warum bin ich eigentlich hier? oder -einfach- menschlich
(Autor: Frollein)
Warum bin ich eigentlich hier?
Um mich demütigen zu lassen? Warum lasse ich mich eigentlich darauf ein, obwohl ich weiß, dass es mir nichts bringt? Weil es mich glücklich macht, zumindest für den Moment. Warum ziehe ich die Probleme der anderen immer an und warum hört mir fast keiner zu. Warum habe ich dafür so ein Gespür. Ich habe das Gefühl ich erwarte zu viel von den anderen, also die selbe Aufopferung die ich ihnen entgegen bringe. Warum zieht mich die Gefahr und die Versuchung so magisch an. Ich liebe Abenteuer, bin neugierig und mag Geheimnisse. Obwohl ich weiß, das ich verletzt werden könnte und Schmerz ertragen müsste, mache ich es trotzdem und gehe der Gefahr auf den Grund.
Aber warum?
Ist die Liebe ein Abenteuer? Ist die Liebe überhaupt? Warum heißt die Liebe eigentlich so, nur weil sie die Menschen irgendwann mal so genannt haben. Die Liebe ist nicht greifbar, kein Ding, kein Gegenstand. Aber warum werden wir dann so von ihr verletzt? Warum Verfolgt sie uns auf schritt und Tritt und warum zum Teufel, hat sie so unzählig viele Gesichter, die an jeder Ecke lauern? Kann sich die Liebe bei uns Entschuldigen und können wir ihr Verzeihen schenken? Wenn Liebe so schön ist warum ist dann der Kummer, den man manchmal verspürt so schmerzhaft? Dieser Schmerz gehört zur Kategorie Verlustschmerz. Karl Rahner, ein berühmter Theologe des 20. Jh. hat gesagt, wenn ein Mensch von uns geht und stirbt, nimmt er ein Stück unseres Herzens mit. Das ist bei jeder Trennung das gleiche. Nicht nur beim Tod. Aber wer schon einmal einen geliebten Menschen hat sterben sehen, der weiß, wie sich das anfühlt, welchen Verlustschmerz das verursacht, das Herz förmlich brechen lässt. Dasselbe passiert beim Liebeskummer. Schmerzen, die denen der Trauer sehr sehr nahe kommen. Du starrst vor dich hin, spürst, wie Tränen sich in den Augenlidern, wie das Wasser an einer Staustufe sammeln. Du bekommst einen Kloß im Hals und das Gefühl plötzlich keine Luft mehr zu bekommen, zu ersticken. Jeder Schluck wird eine Tortur - du merkst, wie sich die Gesichtsmuskeln zu entspannen beginnen, die Mundwinkel werden locker und hängen langsam nach unten. Du machst unruhige ungewollte Bewegungen, verlierst die Kontrolle über deinen Körper und dann fehlt nur ein Gedanke an das Desaster und du fängst an bitterlich zu weinen und du windest dich, weil du Schmerzen hast am ganzen Körper. Deine Atmung verkrampft sich, du gerätst fast in Panik und schlägst dir ins Gesicht. Reiß dich gefälligst zusammen, schreist du in den Spiegel. Alle schönen Momente schießen dir in den Kopf wie ein vorgespulter Film rasen sie an dir vorbei und plötzlich reißt der Film. Die Leinwand wird schwarz und es erscheint der Moment des Streits, der Auseinandersetzung, der Enttäuschung. Du bist wieder in Trance und in sekundenschnelle schießen wieder die Tränen in die Augen. Große salzige Tränen kullern schwerfällig an der Kontur deiner Wangen hinunter. Es ist zu spät sich zu entschuldigen, es ist vorbei, ich muss sterben denkst du. Es stirbt ein Teil von dir aber nur in Raten. Du kannst die Liebe nicht einfach loslassen. ist Es die Liebe die du nicht loslassen kannst, die dich enttäuscht, verletzt, im Stich lässt?
Ist es der Mensch?
Kann er es überhaupt sein. Aber der Mensch ist doch nur eine Hülle aus Fleisch, Knochen, Blut, adern, Haut, Fett, Organen. Wie kann der Körper Lieben. Es ist wohl mehr der Geist, der dieser Hülle innewohnt. Dieser Geist sagt etwas, handelt nach bestimmten Mustern, beeindruckt dich, wirkt durch sein individuelles Handeln und Sprechen eine enorme Anziehung aus, abgesehen von der Sexuellen. Liebe ist Sucht. Man kann einfach nicht anders. Man braucht den Mensch zu diesem Körper und den Geist, der diesem Körper inne Wohnt um glücklich, zufrieden und gesund zu sein. Also ist Liebe = Glück? Wohl nicht, wenn sie auch solches Unglück mit sich bringt.
Liebe ist eine Erfindung der Menschheit, so wie die Zeit.
Zeit hat keine Bedeutung, die Uhr ist eine Erfindung des Menschen und es ist vollkommen egal wie spät es ist, welche Jahreszeit oder wie alt ein Mensch ist. Wir sind alle gleich. Wir sind abhängig von der Routine, bilden wir uns ein zu sein. Aber Routine ist der Tod jeder Beziehung, (eine Hommage an Hr. Dr. Hein) in jeder Beziehung sozusagen. Es ist egal ob in der Beziehung mit einem Partner, mit der Familie, den Kindern oder in der Arbeit. Der moderne Titel für diese Routine die der Tod jeder Beziehung ist, lautet Burn-out-Syndrom. Alltagstrott vernichtet die Individualität, die Spontaneität, die Freiheit des Körpers und des Geistes besonders, die Kreativität, die Rhetorik.
Es ist der Grund, warum die Menschheit eines Tages aussterben wird, sie richtet sich selbst zu Grunde. Sie lässt sich gehen und vernachlässigt ihre Umwelt, ihre Mitmenschen, ihre Gesellschaft, die Politik, sie wird schlicht und ergreifend stinkend faul, sie verschuldet sich, streitet sich, verwahrlost sozial, kann sich nicht mehr unterhalten, verliert ihre Sprache. Sie übersieht wie schön unsere Welt sein kann, dass sie uns glücklich machen kann uns bedingungslos liebt und sich uns hingibt. Sie ist aufrichtig und ehrlich, sie lügt uns nicht an und sie zeigt sich uns von ihrer Guten Seite und wenn ihr etwas über den Kopf wächst, dann gibt sie ihre Meinung ohne zu zögern ehrlich, klar und deutlich kund. Wir sollten uns ein Beispiel an ihr nehmen, sie ist ein gutes Vorbild. Wir müssen uns dazu überreden lassen, auf die Straße zu gehen, für unsere Rechte zu kämpfen unsere Gefühle preis zu geben, dass uns jemand zuhört unsere Gefühle ernst nimmt, sich nicht lächerlich über uns macht. Wir müssen langsam aufstehen, positiv sein, unseren Weg gehen und kämpfen, sonst verlieren wir in jeder Hinsicht und werden enttäuscht. Von uns selbst.
Das ist die größte Erniedrigung, die ein Mensch verspüren kann, zugeben zu müssen, "ja, ich habe versagt, bei mir selbst".
Aber warum geht man weiter, setzt immer wieder einen Fuß vor den anderen, will, dass das Leben weitergeht? Warum wünscht sich eine Frau, die unter unbeschreiblich schrecklichen Schmerzen ein Kind zu Welt gebracht hat, wieder ein Kind zu bekommen. Vielleicht nicht gleich im ersten Moment, aber später? Sie hat vergessen wie schlimm es war. Warum klettert ein Junge wieder zu hoch auf dem Baum, obwohl er schon einmal ausgerutscht ist und sich bei dem heftigen Aufprall auf dem Boden den Arm zertrümmert hat? Warum geht ein Schiffbrüchiger wieder auf ein Schiff? Man sagt oft der Mensch hätte seine Instinkte verloren. Im Vergleich zu Tieren vielleicht ja. Aber was ist denn Sexualität? Warum spielen die Sinne verrückt, ist man nicht zurückzuhalten, wenn man auf einen "paarungsbereiten" Partner trifft.
Über die Niederlage siegen zu wollen, sich etwas zu beweisen, es immer und immer wieder zu versuchen, ist das nicht auch ein Instinkt? Stärke zeigen, Zähne zeigen, kämpfen mit dem Gegenüber, nicht aufgeben, zu siegen, das Recht des Stärkeren zu verteidigen. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor, hört man das nicht immer in der Tierwelt? Haben wir also tatsächlich keine Instinkte?
Wieder zum Anfang.
Warum zieht mich die Gefahr und die Versuchung so magisch an? Ich liebe Abenteuer, bin neugierig und mag Geheimnisse. Obwohl ich weiß, das ich verletzt werden könnte und Schmerz ertragen müsste, mache ich es trotzdem und gehe der Gefahr auf den Grund. Aber warum?
Warum bin ich eigentlich hier?
Ihr Kommentar ...
Kommentar von Lebenskünstler:
(07.06.2010 um 19:05 Uhr)
Da kann ich nur zustimmen. Am besten gar nicht so viele Fragen stellen, denn die meisten davon lösen sich von alleine.
Kommentar von dars_weda:
(26.02.2010 um 13:51 Uhr)
Man merkt, dass du dir sehr viele Gedanken machst, wenn man deinen Beitrag liest, Frollein. Du wirst zwar nicht die Antwort auf alle deine Fragen finden, aber ich glaube, das Schreiben ist eine gute Möglichkeit, seine Gedanken zu sortieren.

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