Lisa, ich liebe dich!
(Autor: Lyrikeline)
„Ich hasse mein Leben, alles geht schief!“ jammerte Dani. Sina hatte einfach Schluss gemacht. Ohne einen Grund nennen zu können, setzte sie der Beziehung ein Ende. „Warum tut sie mir das nur an?“ Dani war total verzweifelt. Seinen ganzen Frust schrieb er als Blog im Facebook nieder. Dort fühlte er sich wenigstens akzeptiert und verstanden.
Lisa las Daniels Facebookeintrag. So hatte sie ihn noch nie erlebt. Aber sie konnte ihn sehr gut verstehen. Ihr erging es auch nicht anders, als Mario sie damals verlassen hatte. Er machte ihr damals klar, dass sie nicht auf der gleichen Wellenlänge wären. Das war Lisa gar nicht aufgefallen. Die Liebe ließ sie erblinden und alles durch eine rosa Brille sehen. Auch sie wollte nicht mehr leben und verkroch sich in ihrer Wohnung. Doch sie musste da nicht alleine durch. Anstatt daheim Trübsal zu blasen, wurde sie von ihrer besten Freundin Anna dazu gezwungen, raus zu gehen. „Lisa, was bringt es dir, daheim zu versauern? Das Leben findet draußen statt und nicht in deinen vier Wänden, die du als dein Zuhause betrachtest“, waren damals die weisen Worte von Anna. „Und wie recht sie hatte“, fügte Lisa nachdenklich hinzu.
Lisa hatte zu diesem Zeitpunkt Daniel getroffen, ohne Hintergedanken natürlich.
Daniel wurde ein sehr guter Freund für Lisa. Er und Anna standen ihr bei, als sie Liebeskummer hatte. „Nun ist es Zeit, das ich mich bei Daniel revanchiere“, dachte Lisa. Sie wählte Danis Handynummer. „Hallo Lisa“, ertönte Danis traurige Stimme. „Hey Dani. Ich habe deinen Blog auf Facebook gelesen. Ich kann es dir sehr gut nachfühlen.“ Dani konnte diese Worte nicht mehr ertragen und schrie: „Ich kann dieses dumme Geschwätz nicht mehr anhören oder gar ernst nehmen. Denn NIEMAND versteht mich. Wir Männer müssen immer stark sein und dürfen unsere Gefühle nicht zeigen. Doch auch wir Männer haben Gefühle.“ Und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hängte Dani auf. Lisa starrte wie vor den Kopf gestoßen auf ihr tutendes Handy. „Puh“, dachte Lisa, „war ich etwa auch so mies drauf?“ ging es ihr durch den Kopf. Dann wählte sie Jessicas Nummer. Jessica war Danis Schwester. „Hey Sweety“, begrüßte Jessy Lisa.
„Hallo meine Liebe, wie geht es dir?“
„Mir geht es gut, mache mir nur Sorgen um Dani.“
„Ja, wegen ihm rufe ich auch an. Er drückte mich vorhin einfach weg. So ausgerastet ist er noch nie. Ich mache mir echt sorgen um ihn. Weißt du eine Idee, wie wir ihn aufmuntern könnten?“
„Nein, ich habe schon alles versucht.“
„Meinst er würde mich wegschicken, wenn ich einfach so auftauche?“
„Ich weiss es nicht. Du könntest es aber versuchen. Nicht mal mit mir möchte er reden. Ich bin echt verzweifelt. Wenn du es versuchst, halte mich bitte auf dem Laufenden.“
„Ja sicher Liebes, werde ich machen.“ Sie verabschiedeten sich und legten dann auf.
Da Lisa schon immer sehr spontan war, machte sie sich sogleich auf den Weg. Sie hatte momentan Urlaub, und da sie sowieso nicht wusste, was sie in dieser Zeit machen sollte, kam ihr diese Abwechslung gerade recht.
Es war Sommer, sehr warm, da wollte Lisa versuchen, Daniel ins Freibad zu locken. Als sie ankam, klingelte sie an der Haustüre und Markus, Daniels WG Mitbewohner, machte auf. „Hallo Lisa, du möchtest sicher zu Dani. Der hat sich in sein Zimmer verkrochen. Von ihm hörst und siehst du praktisch nichts mehr.“ „Hallo Markus, ja ich weiß, darum wird es Zeit, das er mal aufgerüttelt wird“, entgegnete Lisa Markus keck und klopfte an Danis Zimmertüre. „Wer ist da?“ „Dani, ich bin es Lisa, darf ich reinkommen?“ „Wenn es unbedingt sein muss“, gab Dani abweisend zur Antwort. Lisa öffnete die Tür und ihr blieb fast die Luft weg. Die Luft stand richtig in diesem Zimmer. „Puh, Dani, wie wäre es mal mit lüften?“ zündete Lisa Dani an und machte Anstalten das Fenster zu öffnen. „Ich habe dich nicht gebeten hier zu erscheinen, also musst du mir auch nicht vorschreiben, wie ich zu leben habe“, gab Dani angenervt zurück. Lisa beeindruckte das wenig und öffnete stattdessen das Fenster und ließ die wärmende, wohltuende Sonne und frische Luft rein. Dann rupfte sie an Danis Decke und stichelte: „So Dani, jetzt raus aus den Federn, dann ziehst du dich an und wir gehen raus an die frische Luft.“
„Warum lässt du mich nicht einfach in Ruhe? Ich hab echt kein Bock auf sowas.“
„Als ich Liebeskummer hatte, warst du auch da. Und jetzt bin ich für dich da. Freunde sind nun mal füreinander da, in guten wie in schlechten Zeiten. Und nun mach, dass du endlich in die Gänge kommst.“
„Ja schon gut, du hast mich überredet.“ Dani sah ein, dass Lisa sich nicht so schnell abwimmeln lies, was ihm auch recht war. Endlich mal jemand, die wirklich sich um ihn kümmerte. Zehn Minuten später war Dani fertig.
„Und jetzt?“ fragte Dani ungeduldig. „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein ...“ versuchte Lisa kläglich zu singen. Bei diesem Gesang musste sich Dani beherrschen, nicht gleich loszuprusten. Also grinste er verschmitzt. „Komm wir gehen an den See, das Wetter ist so schön“, säuselte Lisa Dani ins Ohr.
Sie suchten sich ein schönes Plätzchen am See. Dani war irgendwie dankbar, liess Lisa nicht locker. Seit mehr als drei Jahren sind sie nun schon Freunde. Auf sie war immer Verlass, sie war immer für ihn da.
„Kommst du auch ins Wasser?“
„Hmm?“
„Erde an Dani? Bist du da? Ich fragte, ob du auch ins Wasser kommst.“
„Ähm, ja ok. Sorry ich war mit meinen Gedanken abgelenkt.“
„Solange es nur deine Gedanken sind und nicht dein Herz, das abgelenkt ist“, antwortete Lisa verschmitzt und setzte ihren verliebten Blick auf.
Lisa läuft langsam ins Wasser, ihr ist es aber zu kalt und wollte wieder raus, da packte Dani sie plötzlich von hinten:
„Wohin so schnell? Ich dachte du willst ins Wasser? Ist es dir etwa kalt? Da weiss ich eine Abhilfe“, kicherte Dani und sprang mit Lisa gemeinsam ins kühle Nass.
„Ihhh Dani, das war fies, na warte ...“ drohte Lisa Dani mit ihrem linken Zeigefinger. „Attacke!“ schrie Lisa plötzlich und fing an wie wild mit ihren Händen das Wasser in Richtung Dani zu spritzen. Das liess sich Dani nicht gefallen. Es folgte eine regelrechte Wasserschlacht. Die beiden lachten viel. Sie verschonten einander nicht.
„Hihihi, ich habe schon lange nicht mehr so einen Spass gehabt“, versuchte Dani Lisa zu sagen doch es kam nur: „Blubb, ich habe Blubb, Spass Blubb gehabt“, dabei raus, da ihn Lisa immer noch voll mit Wasser spritzte. Dann gab Lisa auf: „Puh, ich mag nicht mehr und zwischen meinen Fingern beginnen sich schon Schwimmhäute zubilden. Und irgendwie habe ich einen Bärenhunger.“ Sie gingen zurück an ihren Platz, trockneten sich ab und schlenderten dann zum Restaurant.
Die Schnipo war im Nu gegessen. Durch Wasser und Luft bekam man ja natürlich Hunger.
Lisa legte sich danach bisschen in die Sonne. Dani legte sich daneben. „Süß sieht sie ja aus“, sinnierte Dani, während er beobachtete, wie sich ihr Brustkorb hob und senkte beim Atmen. „Sie ist ein so lieber Schatz, durch sie fühle ich mich besser“, verfolgte Dani weiter seine Gedanken. „Wer ist ein lieber Schatz?“ blinzelte Lisa von der Sonne geblendet. „Oh, habe ich das etwa laut gesagt?“ versuchte sich Dani verlegen rauszureden. „Ja hast du, hatte mich gerade gewundert.“ Dani machte sich gedanklich eine Notiz: „Nicht mehr laut denken, wenn jemand dabei ist.“ „Und, wer ist nun dieser Schatz?“ hackte Lisa nach. „Ähm, eine gute Freundin von mir“, stotterte Dani verlegen. Er wollte nicht, dass er Lisa vergraulen könnte, wenn er ihr zu Nahe treten würde. Dafür ist ihm ihre Freundschaft viel zu wichtig. Lisa machte sich keine weiteren Gedanken und meinte stattdessen: „War doch eine gute Idee an den See zu gehen, mir scheint als würde es dir schon viel besser gehen.“
„Ja, fühl mich wirklich schon besser.“
„Du würde es dir was ausmachen, wenn ich langsam nach Hause gehen würde? Ich müsste nämlich noch was lernen.“
„Kein Problem Lisa, Studium hat natürlich Vorrang.“
Sie packten ihre Sachen zusammen, trennten sich und jeder ging seines Weges. Die Ruhe genoss Dani sehr, um über den Nachmittag nachzudenken. Man bekam das Gefühl, Dani sei ein Tagträumer, der gerne seinen Gedanken nachhing. Was man ihm nicht verübelte, denn was man in dieser Welt so zu sehen oder zu hören bekam, rief den Wunsch auf, sich in eine Traumwelt flüchten zu können.
„Ich bin sehr froh, kenn ich Frauen wie Lisa, sie ist humorvoll, süß, intelligent und sie hat ein sehr ansteckendes Lachen. Und das Wichtigste, ich fühle mich sehr wohl in ihrer Gegenwart und verspüre den Wunsch, sie mehr zu sehen. Ob das wohl Liebe ist? Seit mich Sina verlassen hat, habe ich keine Ahnung, wann es wirklich Liebe ist und wann es nur eine Traumvorstellung ist.“
Als Dani zu Haustür reinkam, warteten Markus und Linus bereits auf ihren Mitbewohner. „Hey Dani, du strahlst so über das ganze Gesicht. Wie ist die Kleine so? Ist sie heiß oder ist sie heiß?“ fragte Linus begierig Dani. „Linus, du denkst doch auch nur immer nur an Sex. Und übrigens heisst sie Lisa.“ „Dani, im Gegensatz zu dir bin keine Jungfrau mehr. Das ist schon lächerlich genug, du bist jetzt 30 und immer noch eine Jungfrau,“ bemerkte Linus herablassend und lachte schäbig. „Ach halt doch die Klappe Linus, ich bin halt anders. Ich warte halt auf die grosse Liebe“, konterte Dani mit einer Bestimmtheit, die sogar Linus ins Straucheln brachte denn er gab es dann auf, Dani zu kritisieren und auszulachen. Aber eine komische Grimasse konnte sich Linus nicht verkneifen. Das liess Dani völlig kalt, er verschwand lieber in sein Zimmer, startete seinen Rechner und machte sich Gedanken, was er an diesem Tag in seinen Blog schreiben würde. Er schrieb über den Tag, wie lustig er war. Und dass es ihm dank einer sehr guten Freundin wieder besser gehe.
Linus hatte auch ein Profil im Facebook und las den Blog von Dani und er wusste, dass es Lisa war, die Dani half, wieder auf die Beine zu kommen. Er war eifersüchtig auf Dani. Linus konnte von sich nicht behaupten, dass er mit Freunden gesegnet wäre. Auch wenn er im Facebook über 100 „Freunde“ hatte, so war nicht ein einziger sein bester Freund oder für ihn da gewesen, wenn es ihm schlecht ging. „Ich möchte auch mal dieses Gefühl erleben können, wie es ist, geliebt zu werden“, dachte Linus und heckte einen teuflischen Plan aus.
Dani ging duschen und liess seinen PC laufen. Dies nutzte Linus eiskalt aus, schaute nach der Lisa in der Freundesliste. Gab sich als Dani aus und vereinbarte ein Treffen auf den nächsten Tag fest. Markus, der Dritte im Bunde, war in seinem Zimmer und hatte von alldem nichts mitbekommen.
Dani dachte die ganze Zeit an Lisa. Ja, das war er sich nun sicher, er war verliebt in Lisa. Und er musste es ihr mitteilen, bloß wie? Er liess seine Gedanken schweifen und schon bald wusste er, was zu tun war.
Während Dani einen Liebesbrief an Lisa schrieb, bereitete Linus in seinem Zimmer alles vor für seinen teuflischen Plan. Auf seinem Tisch legte er ein paar Utensilien bereit, die er anderer Tags gebrauchen würde: Klebeband, Augenbinde, Halstücher, den Schlüssel seines gemieteten Abstellraumes, kaum 2 Straßen von seinem Wohnort entfernt, eine Videokamera und ein scharfes Messer.
Der nächste Tag brach an, die Sonne reckte und streckte sich schon ein bisschen über den Horizont und kitzelte Grashalmen, Blumen und Bäume. Die Vögel begrüßten schon eifrig den neuen Tag mit ihrem wunderschönen Gesang. Alles sah so friedlich aus an diesem Tag. Wirklich alles? Nein da war doch was. Ja dieser Tag sollte für Linus ein unvergesslicher Tag werden.
Lisa freute sich Dani wieder zu sehen, denn wenn sie sich erst tags zuvor sahen, so vermisste sie ihn schon. Es war was passiert, in ihrem Innern, was sie nicht für möglich gehalten hätte. Dass aus Freundschaft auch Liebe entstehen könnte. Sie brauchte an diesem Tag länger als sonst, um sich schön zu machen, denn sie wollte sicher sein, dass es Dani gefiel.
Dann machte sie sich auf den Weg zu Dani's WG. Vor dem Haus wurde sie von Linus bereits erwartet.
„Hallo Lisa, Dani bat mich, auf dich hier zu warten. Ich sollte dir ausrichten, dass er eine Überraschung vorbereitet hätte und ich sollte dich zu ihm führen.“
„Ok und wohin bringst du mich denn hin?“
„Lass dich überraschen! Er hatte mich beauftragt, dir die Augen zu verbinden und dich dann zu ihm zu bringen.“
Gesagt, getan. Er verband Lisa die Augen und dann führte er sie in seinen Abstellraum. Mitten im Raum stand ein ausgeleiertes altes Bett. Das Kopfende und Fußende war aus Stahl, unter der Matratze war ein Bettrost mit grossen Sprungfedern. Auch die Matratze war mit kleinen Sprungfedern gefüttert und hie und da schaute auch eine aus dem Bettfutter raus. Er setzte Lisa auf die Bettkante und bat sie, sich hinzulegen.
Dann nahm Linus die mitgebrachten Halstücher und band Lisa an Beinen und Händen am Kopfende und Fußende fest.
Lisa fand das ziemlich komisch und fing an sich unwohl zu fühlen. „Dani bist du da?“ Da er aber keine Antwort gab, wurde Lisa panisch: „Linus, wo ist Dani?“ „Dani ist nicht da Lisa“, gab Linus zu Antwort und fügte hämisch hinzu: „Er weiss gar nicht, dass du da bist. Jetzt habe ich dich für mich alleine.“ Lachend klebte er Lisa's Mund zu, damit sie nicht um Hilfe schreien konnte.
Lisa zitterte am ganzen Körper, ihr Herz raste und fing an wie wild sich zu bewegen. Das machte Linus richtig heiß und er lachte immer hämischer und lauter. Lisa's Haare standen zu Berge wegen des grässlichen Lachens. Das Blut in ihren Adern drohten zu gefrieren so kalt lief es ihr über den Rücken runter.
Linus genoss es sichtlich, dass er Macht hatte, Macht über einen Menschen, die geliebt wurde.
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Dani war endlich auf den Beinen, er hatte einen schönen Traum gehabt. Er gestand Lisa in diesem Traum seine Liebe und sie waren glücklich miteinander, bis er aufwachte. Da er diesen Traum auch wahr haben wollte in seiner realen Welt, nahm er all seinen Mut zusammen und rief auf Lisa's Handy an. „Hallo, hier ist Lisa“, ertönte Lisa's Stimme, „Hallo Lisa, hier ist Dani“, wollte Dani gerade beginnen, als es weiter ging. „Du bist leider auf meinem Telefonbeantworter gelandet, wenn du aber mir eine Nachricht hinterlassen möchtest, dann sprich nach dem Piepton.“ Piep! ... „Hallo Lisa, hier ist Dani, ich wollte hören, wie es dir geht. Mir geht’s sehr gut. Ich möchte dir gerne etwas sagen, aber das möchte ich dir lieber persönlich sagen, würde dich gerne wiedersehen. Bitte melde dich, sobald du diese Nachricht gehört hast. Bis bald und ich denke an dich.“
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Wenn Dani doch bloß wüsste, dass Lisa ihm Näher war als er dachte.
„Ich beneide Dani, er hat Freunde, die für ihn da sind und Freundinnen hatte er auch welche. Er hat alles, was sich zu leben lohnt. Aber ich, ich habe nichts und niemanden. Auch wenn es den Anschein hat, als hätte ich viele Freunde im Facebook oder an der Uni, so ist niemand für mich da. Man schaut mich von oben herab an und lacht hinter meinem Rücken über mich. Sogar Dani und Markus machen mit. Sie nennen mich Freak und einen Spinner, weil ich anders bin. Das Einzige was ich mir wünsche ist jemanden, die mich liebt und so nimmt, wie ich bin. Bin ich denn so anders? Da du nicht antworten kannst, mache ich das für dich: Ich sehe vielleicht anders im Gesicht aus wegen des Geburtsfehlers, den ich hatte, aber mich deswegen auszulachen und zu verletzen habe ich nicht verdient.“
Man merkte es an ihm an, er war durcheinander, verletzt und wütend auf die ganze Welt. Geistesabwesend spielte er mit dem Messer in seiner Hand und versank in seine Gedankenwelt.
Auf dem Schulhof in einer Pause spielten die Jungs hinter dem Schulhaus auf dem geteerten Platz Fußball. „Darf ich auch mitspielen?“ „Hey Jungs“, schrie Marco, der beliebteste Junge der ganzen Schule, „schaut mal wer mitspielen will, unser Alien.“ Alle lachten darauf hin. Sie wollten dazugehören, oder hatten einfach Angst nicht selbst auf der Abschussliste zu stehen. Damit Linus verstand, dass er nicht dazugehörte, brüllten alle im Chor: „Alien! Alien! Alien!“
„In der Schule waren die so fies, dass ich mich daheim nur noch verkroch und lieber meine Hausaufgaben gemacht hatte und immer mehr als sein musste nur, um nicht raus gehen zu müssen. So wurde ich in der Schule immer besser meine Noten steigerten sich stetig. Also wurde ich auch noch als Streber runtergemacht. Das war das Los der unbeliebten Kinder. Dafür wollte ich nur so akzeptiert werden, wie ich nun mal bin.“
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Dani machte sich sorgen, sonst würde sich Lisa immer melden auf seine SMS oder Anrufe, aber bisher meldete sie sich einfach nicht. Darum rief er Lisa's beste Freundin Anna an.
„Hallo Anna, hier ist Dani, weisst du, was mit Lisa los ist? Sie reagiert nicht auf meine Anrufe oder SMS?“
„Hallo Dani, du ich habe auch keine Ahnung, was los ist mit ihr, sie meldet sich auch nicht bei mir. Ich mache mich langsam sorgen, so nachlässig kenn ich sie gar nicht.“
„Ich werde sie suchen gehen und wäre für jede Hilfe sehr dankbar.“
„Klar Dani, da bin ich dabei. Wo sollen wir mit der Suche beginnen?“
„Am besten von meiner Wohnung aus“, warf Dani ein, verabschiedete sich und tippte bereits die nächste Nummer in sein Handy ein. „Hey Markus, Dani hier, könntet du und Linus mir helfen, Lisa zu suchen?“
„Sicher Dani, was Linus betrifft da weiss ich nicht, da ich ihn seit heute Morgen nicht mehr gesehen habe.“
„Dann versuch ihn bitte zu erreichen, ich werde noch weiter Leute um Hilfe bitten“, und mit diesen Worten legte er schon wieder auf. Auch Dani's Schwester machte bei der Suche mit.
„Hallo Leute, schön das ihr mir hilft, Lisa zu finden. Wir suchen hier in der näheren Umgebung. Markus, was ist mit Linus?“
„Ich weiss es nicht. Erreichen konnte ich ihn nicht und auch in der WG ist er nirgends. Aber ich habe was in seinem Zimmer gefunden. Hier!“
„Was ist denn das?“
Markus händigte Dani einen Zettel aus.
„Das ist Linus Handschrift. Was er wohl vorhat? OK, lassen wir uns aufteilen. Markus und Anna, ihr sucht auf dem Campus alles ab, Alexandra und Michael, ihr sucht am See und näheren Umgebung.“
Die anderen sind sofort aufgebrochen. „Und wir zwei suchen hier in der Gegend.“ Jessy und Dani begannen, seine Nachbarn zu befragen.
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Lisa versuchte vergeblich, sich zu befreien. Linus band Lisa's Hände ziemlich fest ans Bettgitter. Da konnte man sich nicht einfach so befreien. Linus versicherte Lisa, wenn sie nicht schreien würde, würde er ihr das Klebeband vom Mund nehmen.
„Hilfe!!!!! Hilfe!!!“
„Du blöde Bitch, du hast mir versprochen, nicht zu schreien!“ wetterte Linus wütend und klebte den Mund von Lisa wieder ab. „Du kannst lange schreien, dich hört hier niemand.“
Linus Gedanken scheinen wieder zu schwinden ...
Abschlussabend einer Klassenfahrt, es war Tanzabend. Linus stand in der Nähe des Buffets und starrte in die Menge. Er war das erste Mal verliebt und wartete auf seine Freundin. Dann sah er sie, mit Mirko, einem ausgewachsenen, gutgebauten sportlichen Jungen. Knutschend tanzten sie eng umschlungen. Er ging auf die Zwei zu und fragte nach dem Grund, warum sie ihn so hintergangen hätte. Als Antwort bekam er folgende: „Linus, du bist zwar ein ganz Lieber aber das reicht mir nicht. Bei mir muss alles stimmen. Dazu gehört auch das Aussehen.“ Linus verließ darauf hin wutentbrannt den Raum mit gebrochenem Herzen. Er schwor sich, dass er nie mehr so leiden müsste.
Linus rammte das Messer in die Komode, die neben dem Bett stand. Lisa schreckte auf.
„Das Einzige was ich möchte ist, geliebt zu werden. Einmal in meinem Leben so richtig die Schmetterlinge im Bauch spüren, wissen, dass es jemanden gibt, die auf mich wartet und mich so akzeptiert, wie ich bin. Warum du hier bist, fragst du dich sicher. Ich habe es mitgekommen, wie Dani über dich schwärmte und von Liebe redete. Dann bin ich halt eifersüchtig geworden und wollte ihm dieses Glück zerstören. Aber ich kann es nicht übers Herz bringen.“
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Alexandra und Michael suchten das ganze Seeufer und Umgebung nach Lisa ab, aber ohne Erfolg, sie brachen ihre Suche ab und gingen zurück zu Dani's WG. Auch Markus und Anna hatten kein Glück an dem Campus und der näheren Gegend. Es war eine frustrierende, zermürbende und ermüdende Suche. Dani und Jessy waren immer noch am Suchen. Sie hatten fast die Suche aufgegeben als ein Nachbar ihnen bestätigte er hätte einen Mann mit ihr weggehen sehen. Aber wohin sie gingen, konnte er nicht sagen.
„OK, Lisa wurde gesehen hier in der Gegend, also kann es gut möglich sein, dass sie immer noch hier in der Nähe ist“, schlussfolgerte Dani seine Gedankengänge.
„Markus, versuch nochmals Linus zu erreichen, wir wären um jede weitere Hilfe sehr dankbar. Machen wir eine Pause und essen etwas.“
In der Nähe von der WG hatte es eine Pizzeria.
„Dani, Linus ist nicht zu erreichen.“ „Danke Markus fürs Probieren“, nickte Dani zu Markus, als dieser sich zu den anderen an den Tisch gesellte.
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„Wenn ich dir das Klebeband wieder wegnehme, versprichst du, nicht zu schreien? Ich denke du hast sicher Durst und Hunger.“ Lisa nickte, da sie hungrig war und durstig.
„Danke!“
Linus holte ein Glas Wasser und führte es an Lisa's Mund. Lisa verschluckte sich fast, als sie gierig trank. Hustend versuchte Lisa Linus zu sagen, dass sie vorerst genug getrunken hätte.
„Ich kann dich gut verstehen, dass du dich einsam fühlst, aber warum hast du dich nicht mal überlegt, diese Situation selbst zu ändern? Es gibt so viele Möglichkeiten, Freunde zu finden.“
„Mich lacht mach doch nur wieder aus. Und ehrlich gesagt, ich mag einfach nicht mehr. Niemand hört mir zu.“
„Darum bin ich hier?“
„Ja, ich wollte dir nie etwas tun.“
„Wieso lässt du mich dann nicht einfach gehen? Ich werde niemandem sagen, dass du es warst. Das bleibt unser Geheimnis.“
„Warum sollte ich dir Glauben schenken? Du hast mich schon einmal belogen. Nichts da“, schnauzte Linus Lisa an.
„Was ich nicht verstehen kann, was das ganze Theater soll? Wem willst du was beweisen? Dir selbst oder wem? Und vor allem was willst du beweisen?“
„Wem beweisen? Nichts, ich brauchte einfach jemanden, der mir zuhört. Ich fühle mich halt einsam, weder Dani noch Markus hören mir zu oder nehmen mich ernst.“
„Aber ich höre dir zu. Und ich kann dich auch verstehen. Dennoch war es nicht richtig, mich deswegen gefangen zu nehmen und hier festzuhalten gegen meinen Willen.“
„Schreib mir nicht vor, was ich tun oder lassen soll“, brüllte Linus.
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„Wie wir in der Zwischenzeit wissen, wurde Lisa mit einem Mann in der Gegend von unserer Wohnung gesehen. Ich schlage vor, wir konzentrieren uns alle auf diese Umgebung. Sie kann also nicht weit sein. Und ich gebe erst auf, wenn ich sie entweder gefunden habe oder man ihre Leiche entdeckt hat. Bis dahin werde ich nach ihr suchen. Denn ich habe mich in sie verliebt und möchte es ihr auch persönlich sagen können“, wollte Dani seinen Helfern wissen lassen.
Dani nahm Markus kurz beiseite, als die anderen schon nach draussen gingen.
„Markus, irgendwie habe ich das komische Gefühl, dass Linus mit der Sache was zu tun hat. Sonst reagiert er doch immer auf Anrufe oder SMS. Doch wo könnte er sich verstecken?“
„Hatte er uns nicht einmal erzählt, er hätte hier in der Nähe einen Abstellraum gemietet für seine Sachen, die nicht in der Wohnung platz hatten?“
„Stimmt ich kann mich vage daran erinnern. Er bekommt doch sicher eine Rechnung dafür, dort könnte auch die Adresse stehen.“
Dani bat die anderen auf sie zu warten, während Markus und er in ihre Wohnung gingen, um etwas zu suchen.
„Da unser Linus sehr pingelig ist, dass alles seine Ordnung hat, wird das sicher ein Klacks sein, die Rechnung zu finden.“
Und es war auch so. „Ich habe es gefunden“, jubelte Dani und hakte nach: „Keine zwei Straßen von hier hat er einen Abstellraum gemietet.“
Sie stießen dann sofort wieder zu den anderen, die immer noch vor der Wirtschaft warteten.
„Wir werden jetzt zu diesem Abstellraum gehen. Ich habe nämlich ein sehr gutes Gefühl, dass wir Lisa dort finden werden. Mein Bauchgefühl hat mich noch nie im Stich gelassen.“
Gesagt, getan. Vor dem Gebäude machten sie durch Zeichen ab, wie sie vorgehen wollten, um den Überraschungsmoment auf ihrer Seite zu haben. Sie öffneten vorsichtig die Türe zum Raum, schlichen herein und schlossen die Türe wieder.
„Ich weiss, ich habe Mist gebaut, aber zurück kann ich nun nicht mehr.“
„Doch kannst du, wenn du dich einweisen lässt in eine psychiatrische Klinik, die dir helfen kann, dein Selbstbewusstsein zu stärken und dir auch hilft, dich zu akzeptieren, wie du bist, findest du wieder einen normalen Weg. Du musst es nur wollen.“
Dani konnte sich nicht mehr zurückhalten, kam aus seinem Versteck hervor und sagte zustimmend: „Lisa hat recht, weder Markus noch ich haben gemerkt, was in dir vor sich geht. Warum hast du uns nie was gesagt?“
„Ich habe es euch ja sagen wollen, aber ihr habt mir nie richtig zugehört. Ihr habt mir das Gefühl gegeben, nichts wert zu sein.“
„Aber warum dann diese komische Reaktion von dir wegen Lisa? Diese anzügliche Bemerkung?“
„Ich war nur neidisch, dass du dein Glück gefunden hast und ich wieder auf der Strecke blieb.“
„Linus, aber deswegen gleich so ein Theater zu veranstalten? Du hast doch schon vieles erreicht. Es gibt viele, die würden gerne studieren, können aber nicht. Du kannst es.“
„Ja du hast ja recht.“
Die anderen kamen in der Zwischenzeit auch aus ihren Verstecken hervor und befreiten Lisa vom Bett.
„Und jetzt? Was passiert mit mir?“
„Linus, wenn du einverstanden bist, werden wir die Polizei holen, denen erklären wir die Sachlage, damit sie dich in eine psychiatrische Klinik einweisen können. Es ist ja niemand zu Schaden gekommen oder verletzt worden.“
„Und was ist mit mir?“ meldete sich eine überglückliche Lisa zu Wort.
Dani nahm zur Antwort Lisa in seine Arme, küsste sie zärtlich und flüsterte ihr sanft ins Ohr: „Lisa, ich liebe Dich!“
Ende


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