Samstag, 4 Februar 2012
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Der rosa Schal
(Autor: )

Piepmatz Design

Der Samstag hatte viel versprechend angefangen. Ein typischer Sommertag kurz vor den Ferien. Ich dachte an nichts und ließ mich treiben. Weit weg von den Sorgen einer Vierzehnjährigen. Die verstreichende Zeit nutze ich, um mein Buch endlich zu Ende zu lesen.

Plötzlich schreckte ich hoch, weil aus meiner Hosentasche ein kurzer Piepston kam. Das Handy war einfach noch zu ungewohnt für mich.

Die Nachricht lautete: Hi. Denk dran: heute Party um 15 Uhr. Désirée

Schlagartig fiel mir der Grund für die Feier ein. Désirée hatte heute Geburtstag!

Es war jetzt zwölf Uhr. Die meisten Läden waren geschlossen, ich war sowieso vollkommen pleite. Was nun? Wie von der Tarantel gestochen rannte ich in mein Zimmer. In einem Kasten unter meinem Bett bewahrte ich einige Dinge auf, die ich in einigen Jahren angesammelt hatte. Alte Geschenke von Tanten und Omas, die ich nach kurzer Überlegung in den Tiefen der Kiste verschwinden ließ. Wer mochte schon selbst gestrickte Pullover oder neongrüne Stoffhasen? Désirée jedenfalls nicht. Eine angeschlagene Porzellanpuppe? Wohl kaum.

Ich wühlte immer hektischer, bis ich auf einen Schal stieß, der passabel war. In Rosa, der Lieblingsfarbe meiner Freundin. Ein hübsches Blumenmuster in weiß. Perfekt. Nur kurz überlegte ich, wer mir den geschenkt haben könnte. Wahrscheinlich Tante Kirsten gewesen, die mir immer Geschenke von ihren Reisen mitbrachte. In Windeseile packte ich Désirées Präsent ein, zog mich um und saß schon kurz danach im Wagen meiner Mutter.

Kurz vor drei war ich da. Die Erste war ich nicht, aber auch nicht die Letzte. Freudestrahlend ging ich zu meiner Freundin. Ich schloss sie mit einem “Alles Gute zum Geburtstag” in die Arme und überreichte ihr mein Päckchen. Ungeduldig wie sie war, riss sie es sofort auf. Ihr Lächeln verschwand und sie sah mich entgeistert an.

Jetzt war ich total verwirrt. Hätte ihr der Schal gefallen, hätte sie mich vor Dankbarkeit fast erdrückt.

“Stimmt etwas nicht?”, fragte ich kleinlaut.

Langsam hob Désirée den Schal an der Ecke hoch. Aus den Falten des Stoffes fiel ein Kärtchen. Wortlos gab mir meine Freundin den Zettel.

“Von Désirée. Für meine beste Freundin zum 14.”


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Kommentar von Heinzelmannberater:
(23.10.2009 um 09:21 Uhr)

Eine wirklich unterhaltsame Geschichte. Ich kann mir richtig vorstellen, wie unangenehm solch eine Situation für beide Seiten sein muss.