Mittwoch, 23 Mai 2012
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Berni Bürger - Reisen wie jedermann
(Autor: )

Piepmatz DesignBerni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.

Deshalb ist er auch sehr interessiert daran, wie die sogenannten Volksvertreter sich bemühen, alles zu tun, um den Menschen, die sie gewählt haben, ein einigermaßen lebenswertes Dasein zu ermöglichen.

Dazu bedarf es u.a, auch eines guten Miteinander der vielen Völker dieser Erde und daraus ergibt sich eine mannigfaltige Reisediplomatie für unsere Politiker und diese Dienstreisen erwecken natürlich die besondere Aufmerksamkeit von Berni Bürger.

Also registriert er: Unsere Parlamentarier in Japan, in Indien, in den USA, in Takkatukkaland, durchs wilde Kurdistan und auf Lummerland. Und natürlich immer begleitet von jeder Menge Großindustriellen und das ganze immer vom Allerfeinsten !!!

Aber was soll’s, schließlich sollen unsere Politiker ja die finanzielle Stärke und die wirtschaftliche Kraft dieses, unseres Volkes repräsentieren.

Halt Stopp ....., unseres Volkes ??? Dazu, so philosophiert Berni Bürger, gehöre doch auch ich, nicht wahr ???

Wenn also deren Dienstfahrten die Art und Weise zu reisen repräsentieren soll, die für mich normal ist, würde das ganze so aussehen:

Die Anreise zu den Ländern in aller Welt würde mit dem leicht angerosteten Hollandrad durch eigene Kraft erfolgen. Als Alternative böte sich Schwarzfahren mit diversen Nahverkehrsunternehmen an. Bei Zielen in Übersee käme eine Überfahrt auf einem Containerschiff in Frage. Transfer, Kost und Logis könnten durch Arbeiten an Bord während der ca. 1- bis 6-wöchigen Passage (je nach Reiseziel) verdient werden.

Begleitet würden unsere Volksvertreter z.B. durch einige Teilnehmer von Zeittotschlagmaßnahmen ..... äh, Entschuldigung, Fortbildungsseminaren, in denen zum achtenmal gezeigt wird, wie man sich bei diversen Unternehmen bewirbt oder wo der Knopf zum Einschalten des PC’s ist. Dazu kämen ein paar Hartz-IV-Empfänger, denen man täglich beim Spaziergang durch die Straßen des eigenen Stadtteils begegnet. Auch die bekannten Gesichter vom Flur des Arbeitsamtes könnten eine Abwechslung gebrauchen und sollten dem Tross der Mitreisenden eingegliedert werden.

Am Ziel angekommen wird sich mit Sicherheit eine kleine, gemütliche Frühstückspension finden, in der man preiswert, natürlich unter Mithilfe in der Pensionsküche, nächtigen kann. Für die restliche Tagesverpflegung besucht man mit George W. Bush, Vladimir Putin oder König Alfons dem Viertelvorzwölften einschlägige Drugstores oder Pommesbuden.

Nach Rückkehr von diesen Staatsbesuchen können natürlich alle Auslagen, die im direkten Zusammenhang mit der dienstlichen Aufgabe stehen, von der Steuer abgesetzt werden, vorausgesetzt, man hat die entsprechenden Belege aufbewahrt.

Doch beschleicht Berni Bürger ein ungutes Gefühl. Solche Reisebedingungen kann man unseren Volksvertretern wahrlich nicht zumuten, tragen sie doch schon so schwer an der unmenschlich großen Verantwortung, ihr eigenes Schäfchen ins ...... äh, für das Wohl des Deutschen Volkes zu sorgen.

Also, so sagt sich Berni Bürger, belassen wir es beim Allerfeinsten.

Denn Berni Bürger ist ein rechtschaffender Mann und ein braver Untertan.


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