Wintertraum
(Autor: HarryKlopperson)
Im milchigen Orangenschein kurz gesponnener Herbstlichtfäden ruht mein Herz auf einer einsamen Bank,
letzte dunkelbraune Blätter rieseln sachte leis in klammen Böen zum immer wiederkehrenden Zeitendrang.
Das dem ausgezerrten Geäst aufgelegte feuchte Tuch aus Dunst und gefrorenem Tau gebürdet als letzten Dank,
alsbald ein perlenreines Getriller eines Rothkehligen Sängers die anschleichende Kälte begrüßt im Lobgesang.
Ehrfürchtig erstarrt ein abgelegenes Bächlein in seinem diamantglitzernden Spiegelbild allein versunken,
in der tiefgründigen Wohlfühl-Stille haucht der frische Wind einsam über Wiesen im matten Glanz,
und über ergraut gepuderte Bergeskämme hört man das flüsternde Kommen der weißen Jahreszeit unken,
eine mehr und mehr schneeflusige Winterdecke bekleidet zärtlich die Welt in blasswangiger Dominanz.
Auf einem weiß gebetteten Nachtquartier ruht friedvoll die Kälte einsam still im untergehenden Abendschein,
im funkelnden Facettenspiel leuchtender Eiskristalle verschwimmen Konturen unter einer weißen Pracht,
über einem Glitzermeer aus Schnee und Eis zitiert der Wind den winterstaubgeborenen Nimbus zum Tanze ein,
und Träume in kleinen Wattewölkchen gehüllt purzeln vergnügt durch die atemklaren Lüfte sacht.
Mit verschlossenen Augen erfühlt mein Herz die klirrend, kalte Faszination im langsam winterlichen Takt,
wohl möge irgendwann ein letztes Schneeflöckchen dem Drängen Mutters Erde nach Veränderung weichen.
Von Jahr zu Jahr zelebriert die Natur Väterchens Frostś Rufe in schneegetupfter Glitzerwelt als neuen Pakt,
so wird das berauschende Bild, auf der Bank den ersten Klängen des Winters lauschend, mein Innerstes eichen.
HarryKlopperson 09/2011


Das Leben einer Katze
AM LEBEN
- Wettbewerb
- Aktion