Nebulös
(Autor: HarryKlopperson)
Im dampfenden Tuch nebelhafter Schwaden schweigt ein See in Bedacht,
ergeben verneigen sich des Gehölzes hohe Zinnen und halten wacht,
und zart verhallend das Flüstern des Windes in gräulicher Harmonie,
eine Träne der Natur trauert um vergangene lichterfüllte Euphorie.
Führet schemenhaft ein schwammiger Steg ins hell leuchtende Nichts,
dass ein verwelktes Lebewohl entgleitet, durch des Schatten Lichts,
obgleich morsche Planken raustimmig auf sachtem Schritte klagen,
eine erschöpfte Natur wird allmählich unter grauen Flor begraben.
Auf der letzten Planke lauscht mein Herz den stillen Klängen,
und ein Schmerz erfühlt das Alte im Neuen zusammenhängen,
in einem Atemzug verliert sich der Moment im Gespür tief in mir,
behutsam lächelt die verblasste Welt und ich erkenne Ihre Zier.
Immerwährend fließt der Zeitenstrom im Einklang mit dem Sein,
Menschen, Getier und Natur halten sich fest daran und sehen ein,
dass die Veränderung wie gräulich kalt sie auch immer werden mag,
irgendwann als letztes Grau erbleicht im ersten farbenfrohen Tag.
HarryKlopperson 10/2011


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