Gedichte > melancholische Gedichte
15.06.2010

Ich habe nichts getan
(Autor: )

Piepmatz DesignEine voll geladene Waffe hält sie an ihre Stirn
Und hofft, dass keine Kugel im Lauf ist,
sie drückt ab, sieht kurz ein Mündungsfeuer,
benommen liegt sie auf dem Boden,
mit der Kugel und mit der Waffe die sie töten sollte,
die Kugel ist unbeschädigt,
sie steht auf, geschwächt setzt sie sich wieder hin,
die Kugel hat beim Aufprall ihr die Stirn zerschmettert,
sie hält ihre Hand auf die Wunde,
doch das Blut fließt nur so unter ihrer Hand
und durch ihre Fingerrillen hindurch,
die Panik ist zu groß, zu viel für sie,
ihre Augen brennen,
sie schmeckt das fließende Blut auf ihren Lippen,
es ist süß, als hätte sie Zuckerwasser auf ihrer Zunge,
die Farbe in der sie getränkt ist erinnert an ein Schlachthof
indem Tiere mit einem Schuss in den Kopf ihr Leben lassen.
 
Jemand schließt die Tür zur Wohnung auf,
eine Person ohne Schuhe läuft in dem Raum,
er zog seine Schuhe aus um den Teppich nicht zu verdrecken,
vorher waren es die Farben eines Getreidefeldes
und das Muster einer lachenden Frau,
jetzt erkennt man weder dass Eine noch dass Andere,
der Teppich ist rot und sie ist Bestandteil,
er kniet nieder um sich zu vergewissern ob sie lebt,
im selben Moment meldet er eine Not
und bittet mit ängstlicher Stimme den Notruf um jede Hilfe.
 
Sie schaut ihn an, mit halb geschlossenen Augen,
sie will ihn von sich wegdrücken,
doch ihre Kraft reicht nicht,
jetzt wünscht sie sich auf der Stelle nichts mehr als zu sterben,
vor seinen Augen,
ihr Atem wird leiser und langsamer,
ihre Augen pulsieren und bewegen sich nach dem Rhythmus ihres Herzschlags,
es hat gestoppt.
 
An diesem Nachmittag sah sie ihn mit einer anderen,
in der Innenstadt, mitten hunderten von Menschen,
als wären sie zwei Fackeln in der Nacht,
sie sah den Augenblick der Begegnung,
ihn und diese Fremde wie sie Leidenschaftlich auf die Lippen küssten,
sie konnte diesen Schmerz nicht ertragen,
da liegt jetzt ihr toter Körper,
auf dem Teppich, wonach sie zusammen solange suchten und endlich fanden,
er wird nie wieder ihr Lächeln sehen, nie wieder ihre Meckereien hören,
er hält sie in seinen Armen, schmerzende Tränen fließen aus seinen Augen
und wischen wie ein Finger die Tränen das Blut aus dem Gesicht.
 
Die Fremde war nicht seine Geliebte, und dieser Augenblick der Zärtlichkeit
Nur ein Zeichen von Freude, die Vergangenheit holte beide ein, eine besondere Freundschaft, aus alter Zeit.




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