Freitag, 10 Februar 2012
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Die Bilderbuch Rabenfamilie
(Autor: )

Piepmatz DesignDie Bilderbuch Rabenfamilie

Die warmen Strahlen der Sonne berühren meine Schwarzen Federn,
der Tag beginnt, wie jeder andere, die Sonne geht auf, meine Artgenossen schütteln sich wach, als hätten sie sich gerade von einer langen Reise erholt.
Ich schüttele mich und schließe wieder die Augen. Die anderen Freiheitsgenossen zwitschern, als ob sie verhindern wollen, dass ich weiterschlafe. Ich mache die Augen auf und schau mich um, einige fliegen schon, andere sitzen noch, auf Ästen, auf Laternen oder laufen auf dem Boden rum. Alle sehen gleich aus, sind schwarz, haben einen großen Schnabel und krächzen ununterbrochen. Doch siehe da, was nehmen meine Sinne war, wer ist denn die eine, sie scheint neu in unserer Gruppe zu sein, schnell zu ihr, bevor ein Freund sie bemerkt. Ich sitze neben ihr, ihr ist nichts aufgefallen, so will ich jetzt auffallen.

Du, Neue, die auf dem Aste sitzt,
ich bin hier, bin willig, frag dich jetzt,
weißt du, wie sehr ich dein Dasein schätze,
findest du nicht, dass die Menge stört,
fliegen wir an einen anderen Ort,
wir allein, wären dort ungestört.

Sie schaut mich an, ist kurz still, schaut verstört,
macht den Schnabel auf, macht ihn zu,
macht ihn wieder auf und wieder zu,
als ob sie etwas sagen möchte,
aber nicht genau wissen würde was,
plötzlich haut sie mir auf den Kopf und fliegt davon.
Ich bin etwas überrascht, sie ist nicht leicht zu kriegen,
ich stehe auf Herausforderungen.
Mein Magen knurrt, ich sollte ihn zum Schweigen bringen.
Ich fliege hin, ich fliege her, trinke hier, trinke dort,
und wenn ich andere belästigen will, so nutze ich meine Intelligenz.

Nächster Tag, selber Anfang, gleiche Umgebung, ich glaube, sogar die-
selbe Temperatur.
Sie ist auch wieder da, doch weiter entfernt von der Gruppe.
Sie sitzt auf einer Laterne und unter ihr steht dieses Ding,
diese Nichtflieger ohne Federn geben von sich aus immer das Geräusch „Ferrari“,
wenn sie in der Nähe stehen,
was das auch immer sein mag.
Ich fasse wieder Mut,
denn wenn man etwas begehrt und sich selbst nicht enttäuschen will,
dann gibt man sich Mühe,
Mühe und Geduld knackt die harte Schale.
Ich fliege zu ihr hin, nähere mich ihr,
sie bemerkt mich und wendet sich von mir ab, aber bleibt,
statt wegzuflattern.
Meine Verführungskunst war wohl etwas zu viel,
ich sollte mich darauf konzentrieren nichts von dem zu tun,
was mir gestern aus dem Schnabel gekommen ist.


Ich sag zu ihr:
„Ich sehe aus wie die anderen,
ich höre mich an wie jeder andere,
ich mache dasselbe was sie machen,
was scheinen lässt, dass ich genauso
gesellig und langweilig bin wie die anderen,
doch niemand würde dich fragen.
Ob wir unser Futter teilen,
zusammen aufwachen,
zusammen schlafen gehen,
zusammen den Tag verbringen,
zusammen andere ärgern,
füreinander da sind,
bei Verlusten und bei Siegen,
wir uns gegenseitig füttern,
gegenseitig putzen,
und gemeinsam auf einer und derselben Laterne sitzen
und gemeinsam auf dasselbe kacken,
egal ob Ferrari oder alles andere was sich unter uns befindet.“

Sie schaut mich erstaunt an,
erinnert mich an gestern.
Wenn sie wieder auf meinen Kopf haut,
dann muss ich wieder etwas falsch gemacht haben.
Sie denkt sicher,
„was ist das für ein Depp, wie kann das nur sein,
dass er zu mir kommt und so einen Dreck krächzt?“
Sie hat noch keinen Ton von sich gegeben,
ihre Laune ist undurchschaubar.
„das hast du aber süß gesagt.“

Es sind jetzt 3 Wochen vergangen,
wir haben uns gepaart, sie sitzt nur noch im Nest herum und will ständig gefüttert werden,
dass gegenseitige Füttern habe ich mir anders vorgestellt.
Ich bin nur am Fliegen.

Drei Schnäbel muss ich jetzt satt machen,
dank der ganzen Hochwürgerei vergesse ich schon manchmal das Futter drinnen zu behalten
und habe aus der Verwirrung versucht einen Freiheitsgenossen zu füttern,
wobei er qualvoll erstickt ist und der größte Teil der weichen Masse auf ihm lag.
Jetzt weiß ich, warum es so viele Rabenväter gibt,
manchmal ist es einfach zu viel,
zum Glück habe ich meine Partnerin,
alleine würde ich es sicher nicht schaffen.

Es sind nur noch 2 Küken,
die Zwei haben den Dritten, der auch der Jüngste war,
aus dem Nest geschubst, als wir nach Futter gesucht haben.
Beide kämpfen erbittert um die Menge,
der Erstgeschlüpfte konnte sich bis jetzt immer durchsetzen.
Bei einem Streit hat er seine Krallen benutzt
und dabei seinen Bruder sehr schwer verletzt.
Er bekommt alles, der jüngere will nicht,
die Verletzung will einfach nicht heilen,
er liegt nur herum und bewegt sich kaum,
die Fliegen scharen sich um die Wunde.

Wir mussten ein anderes Nest bauen,
die Maden die sich aus dem Bauch meines Sohnes bohrten
bedeckten das ganze Nest.
Mein einziger Sohn ist jetzt flugfähig,
er hat noch kleine Schwierigkeiten,
doch gerade hob er ab, er ist weg,
jetzt bin ich wieder alleine mit meinem Weibchen,
mal sehen was auf uns zukommt.


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