Interviews mit Ernst Michael Schwarz
Gsf-Interview mit Herrn Schwarz
Gsf: Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie uns ein paar Fragen beantworten, so dass die 'Gedanken sind frei'-Besucher und nicht zuletzt wir mehr über Sie und Ihre Tätigkeit als Autor erfahren können. In welcher Situation hatten Sie Ihre erste positive Begegnung mit Literatur und welche Erinnerungen haben Sie daran?
Herr Schwarz: In der Schulzeit waren Deutsch und Geschichte meine Lieblingsfächer. Ich habe schon frühzeitig mit dem Lesen begonnen. Da waren auch die Indianerromane von Karl May und L. Welskopf-Henrich dabei, später dann wurde ich Fan von Goethe und Brecht. Seit ich so ca. zehn Jahre alt war, ging ich viel in`s Theater.
Gsf: Wer hat Sie bei Ihrem Entschluss, Autor zu werden, besonders unterstützt?
Herr Schwarz: Meine Frau.
Gsf: Ihr historischer Roman ´Spuren - eine historische Spekulation´ sollte schon einigen unserer User ein Begriff sein, da Sie so nett waren und uns für eine Aktion im Juli ein unterschriebenes Exemplar zur Verfügung gestellt haben. Was hat Sie dazu bewegt, diesen Roman zu schreiben?
Herr Schwarz: Als gelernter Historiker war für mich schon immer die sogenannte große Kaiserzeit der römischen Geschichte besonders interessant. Die meisten Fragen, die uns heute in diesem Zusammenhang bewegen, konzentrieren sich auf die Zeit vor und nach der Zeitenwende, die Zeit also, in der Jesus von Nazareth auftaucht und den Grundstein für die bis heute mächtigste Religionsgemeinschaft der Welt gelegt hatte. Als Christ bekommt man immer wieder Fragen gestellt, die in drei Punkten kulminieren: Geburt - Leben - Tod dieses Jesus. Alles heute nicht mehr klärbar und belegbar. Aber wir können aus der Politik der damaligen Herrscher Schlußfolgerungen ziehen und spekulieren: was wäre wenn. Darüber hinaus ist die Geschichte der katholischen Kirche, besonders im frühen Mittelalter,voller Rätsel, von den Grausamkeiten, die mit der christlichen Botschaft so rein gar nichts zu tun haben ganz zu schweigen. Beides habe ich versucht, in zwei Handlungssträngen im Buch zu vereinen und als Spekulation in eine spannende Handlung zu packen, um anzuregen, darüber in`s Gespräch zu kommen.
Gsf: Können Sie sich erklären, wieso heutzutage soviele historische Romane veröffentlicht werden? Ist es nicht extrem schwierig, ein Werk dieses Genres zu schreiben? Man muss bestimmt etliche Recherchen machen, um mit solch einem Roman beginnen zu können. Wir finden es verwunderlich, dass das keine Hürde darzustellen scheint. Wie ist Ihre Haltung dazu?
Herr Schwarz: Das ist richtig. Aber es gibt zwei verschiedene Arten damit umzugehen: zum einen die aufwändige Recherche, möglichst auch direkt vor Ort (Google alleine reicht nicht immer), zum anderen der flotte Thriller, der es mit den historischen Details nicht so genau nimmt. Weil es mir auch Spaß gemacht hat und sehr interessant war, bin ich möglichst historisch und geografisch dicht ran gegangen.
Gsf: Arbeiten Sie z.Z. an einem neuen Werk und wenn ja, in welche Richtung geht es diesmal thematisch?
Herr Schwarz: ...Ja! Spuren hat ja zwei Handlungsstränge. Zu mindest der eine, in der Zeit Jesu spielende, soll weiter gehen, über den zweiten möchte ich noch nichts verraten. Aber er wird exotisch und von New York über Lima bis nach Rom führen.
Gsf: Wie wir wissen, halten Sie auch gerne Lesungen ab. Mögen Sie den direkten Kontakt zum Leser? Was finden Sie interessanter - Die Entwicklungsphase eines Buches oder die nachträgliche Präsentation wie z.B. durch Lesungen?
Herr Schwarz: Beides ist gleichermaßen spannend für mich. Bei Lesungen bemerke ich immer wieder, wie interessant dieses Thema für viele zu sein scheint. Die Diskussionen dabei haben mich ja erst dazu motiviert, die Geschichte vom Faustus in einem zweiten Buch weiter zu erzählen.
Gsf: Für viele Autoren ist es bestimmt gar nicht so einfach, einen Verlag zu finden. Welche Hürden mussten Sie überwinden, damit Ihr Roman ´Spuren - eine historische Spekulation´ schließlich verlegt wurde.
Herr Schwarz: Das ist eine längere Geschichte wert, aber auch dabei war und ist das Internet unbezahlbar, ganz im Gegensatz zu den erforderlichen finanziellen Vorleistungen. Nach längerer Recherche habe ich mich für den Wagner Verlag aus Gelnhausen entschieden.
Meine Erfahrungen und Gespräche mit anderen Autoren haben mir Recht gegeben, dass ein kleiner Verlag durchaus viele Vorteile für "junge" Autoren bieten kann.
Gsf: Als Autor lesen Sie bestimmt auch Bücher anderer Schriftsteller. Haben Sie ein bestimmtes Lieblingsgenre oder einen Lieblingsautoren?
Herr Schwarz: Historische Romane und sonst alles was gut geschrieben und erzählt ist. Wie z.B. Siegfried Lenz, der frühe Schätzing, Irmgard Bruns, Peter Seewald u.a.
Gsf: Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Wie nehmen Sie den nötigen Abstand vom Schreiben bzw. wie sammeln Sie dafür neue Kraft?
Herr Schwarz: Natürlich in der Familie, außerdem bin ich Fußball- und Handballfan, liebe Bach und Richard Wagner, gehe aber auch zu Rockkonzerten. Fahrradfahren und schwimmen nach Jahreszeit und viel Reisen nach Möglichkeit.
Gsf: Was halten Sie von unserem Literaturportal www.gedanken-sind-frei.de. Was finden Sie besonders gut, was würden Sie persönlich besser machen?
Herr Schwarz: Sehr gut ist, dass es ein solches Portal überhaupt gibt, das von den Machern mit viel Engagement und Liebe zum Detail gestaltet wird. Wahnsinn ist das Tempo, in dem bei Ihnen so alles passiert und dann noch rund um die Uhr (fast ;)) ) Aber zu viel Lob ist ungesund, sagte immer mein "beliebter" Mathelehrer; also kleine Mäkelei: manchmal ist die Navigation bei Ihnen etwas unübersichtlich und überraschend.
Gsf: Wenn Sie ein Interview mit einem Autoren machen würden, was würden Sie ihn am liebsten fragen und welche Antwort würden Sie selbst auf diese Frage geben?
Herr Schwarz: Meine Frage wäre: Warum und für wen schreiben Sie? Meine Antwort darauf: Weil es wichtig ist, etwas zu tun, was einem rundum Freude macht. Für alle, für die Geschichte und Religion keine alten Hüte oder "tote Hunde" sind, und für alle, die Spass an guten Stories haben. Ach ja, und dann sind da noch jene, denen es gewidmet ist.
Gsf: Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview und hoffen, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben und noch viel von Ihnen als Autor hören werden.
Der unheimliche Fahrgast
Engel
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